Schlagwort-Archive: Räder

Der Prinzessin neue Schuhe III

Nachdem nun die Transportrollen für Lola fertig waren, konnte ich daran gehen, ihr die Speichenräder zu mopsen. Vorsichtshalber hatte ich Stecheisen, Bohrer und Akkuschrauber mit nach Osnabrück genommen, um noch letzte Justierungen an den bisher nur in der Theorie funktionierenden Rollen vornehmen zu können. Säge, Hammer und anderes Werkzeug hatte ich eh schon da. Aber meine Sorge war unbegründet. Alle drei Transportrollen ließen sich problemlos montieren.
Als erstes kam das Vorderrad dran:
Lola tiefergelegt 002
Später stellte sich, wie schon angesprochen, heraus, dass der Druck der beiden Bolzen links und rechts nicht ausreichte, um den Klotz am drehen zu hindern. Als ich Lola über die kleine Kante am Eingang der Garage rollen wollte, klappte das Vorderrad einfach nach hinten um und Lola lag auf der „Vorderseite“ des Klotzes. Zum Glück war der Klotz dick genug, so das ansonsten nichts den Boden berührte. Mittlerweile hindern zwei Nägel im Klotz ober und unterhalb der Schwinge selbigen am wegdrehen. Sollte ich die Klötze nochmal verwenden, würde ich vorne auch die Drehmomentabstützung der Bremstrommel mit einbeziehen. Ein dicker Zimmermannsnagel im Klotz, welcher in die Aussparung an der Schwinge greift, dürfte genügen.
Hinten rechts war die einfachste Umbaustelle:
Lola tiefergelegt 003
Um zu vermeiden, dass Lola mir von der doch sehr kleinen Auflage des blöden Wagenhebers fällt, habe ich sie auf Backsteine gesetzt. Selbige lagen unter den Blumenkübeln der Nachbarschaft. Ich hab sie auch nachher ganz artig wieder zurück gebracht. Besonders auf der Fahrerseite war einiges rütteln angesagt, bis das Rad raus war. Da gehe ich doch lieber auf Nummer Sicher:
Lola tiefergelegt 007
Ein wenig Sorge, ob dort die Transportrolle passen würde und ob meine Überlegungen den Mitnehmer betreffend richtig gewesen sind, hatte ich ja schon. Aber auch hier klappte alles wie am Schnürchen. Es war sogar wesentlich mehr Platz zum Mitnehmer hin, als ich gedacht habe:
Lola tiefergelegt 009
So habe ich dann die tiefergelegte Lola zurück in ihr Winterlager geschoben:
Lola tiefergelegt 012
Nun konnte es endlich ans ausspeichen, schleifen, polieren und lackieren der alten Felgen gehen…

Der Prinzessin neue Schuhe II

Damit ich die neu bestellten Speichen einbauen konnte, musste ich erstmal Lola ihrer Räder berauben. Allerdings wollte ich sie nicht einfach auf Klötze stellen. Sie steht ja immerhin in der Garage meines Gönners und wer weiß, vielleicht will der ja in den Weihnachtsferien an seine Gartengeräte, welche hinter Lola lagern…
Also musste ich ihr übergangsweise ein paar Transportrollen unterschnallen.
Die Idee war, ein paar Rollen, welche wir noch im Keller hatten, an dicke Klötze zu schrauben und anständige Bolzen anstelle der Achsen einzuschrauben.
Erleichtert wurde das ausprobieren dieser Idee dadurch, dass ich bei meinem Vater noch die Reste aus dem gekauften Blechkonvolut eingelagert habe. Dabei waren sowohl eine hintere als auch eine vordere Schwinge, an der ich die verschiedenen Montagepunkte austesten konnte. Für vorne sah die Konstruktion dann folgendermaßen aus:
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 001
Die Rolle kam einfach mit Unterlegscheiben und Spax-Schrauben auf den Klotz.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 004
Damit der Bolzen auch schön gleichmäßig anliegt und mir beim Festschrauben nicht den Lack der Schwinge zerkratzt kam noch eine Unterlegscheibe und ein gelochter Gummischnipsel (Mal wieder mein geliebter LKW-Schlauch) hinzu.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 006
Wir dachten, dass der Druck der beiden Bolzen links und rechts ausreichen würde, damit sich der Klotz nicht beim schieben um die eigene Achse drehen würde. Dem war aber leider nicht so. Mittlerweile hindert ein Nagel im Klotz über und unter der Schwinge selbigen am verdrehen. Beim nächsten Mal würde ich das eleganter lösen.

In die Schwinge auf der Beifahrerseite haben wir einfach quer einen Klotz mit Rolle eingesetzt. Die Sicherung gegen das Verdrehen übernimmt auf dieser Seite ein zweiter Bolzen im Langloch. Aufgrund der Länge der Rollenbasis war es notwendig den Klotz links und rechts etwas auszusparen, damit die Aufnahmen für die Stoßdämpfer Platz fanden.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 013

Für die Antriebsseite habe ich mir überlegt, dass ich den Mitnehmer samt Ritzel und Kette gerne sitzen lassen würde. Daher war hier eine andere Lösung als rechts erforderlich. Wir haben einfach einen halben Balken mit einer Aussparung für die linke Stoßdämpferaufnahme und einem Loch für den Pin der Drehmomentstütze versehen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 014
Der in das Holz greifende Pin sichert den Klotz zusätzlich am verdrehen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 016
Die beiden Bolzen im Langloch sollen die Last des Duos auf dieser Seite aufnehmen und gleichzeitig auch noch gegen ein Verdrehen beim schieben sichern.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 021
Da wir zuhause in der Werkstatt nicht feststellen konnten, wie weit der Mitnehmer in die Schwinge „hinein ragt“ haben wir die Rolle nach links außen (da wo normalerweise der Auspuff sitzt) raus stehen lassen.
Lola tiefergelegt -Vorarbeiten- 022
Damit war das Transportgestell soweit fertig. Im nächsten Artikel berichte ich dann darüber, ob unsere Überlegungen wirklich alle richtig waren und ich Lola mit den Transportrollen so einfach wie gedacht tiefer legen konnte.

Der Prinzessin neue Schuhe I

Ich hab vor einiger Zeit beschlossen, Lolas Räder neu einzuspeichen. Die alten Chromspeichen dürften noch die Ersten sein und bestehen mittlerweile mehr aus Rost als aus Chrom/Stahl. Erst hatte ich überlegt, die Räder dafür wegzugeben, da ich mir nicht sicher war, ob diese Arbeit meine Fähigkeiten nicht doch übersteigt.
Allerdings machten mir einige Einträge über erfolgreiche Selbstversuche im Schwalbennest Mut, es selbst zu probieren. Wenn die Räder nachher nicht rund sind, kann ich sie ja immer noch weggeben.
Also habe ich mich erstmal schlau gelesen und eine Liste erstellt.
Zum schlaulesen kann ich diesen und ganz besonders diesen Thread empfehlen. Ich entschied mich für Edelstahlspeichen 143,5 mm M3,5 + passende Nippel im Set.
Da ich ja schon mal bei den Rädern war, beschloss ich, bei dieser Gelegenheit auch gleich die Radlager mit zu erneuern. Solltet ihr das auch in Betracht ziehen, achtet erstens darauf Markenlager zu kaufen und zweitens welche mit dem Zusatz „2RS“ oder „2Z“ zu nehmen. Das sind dann „abgedichtete“ bzw. „geschützte“ Lager, mit einer lebenslangen Fettschmierung. Die sind dann für die nächsten 20 Jahre wartungsfrei.
So sah dann die Lieferung aus:
Edelstahlspeichen, Nippel,Radlager
Ich habe lediglich „geschützte“ Lager bekommen. „Abgedichtete“ Markenlager habe ich partout nicht im Set gefunden. So sahen meine Lager im Detail aus:
Radlager neu Detail
Nachdem meine Bestellung angekommen war, musste ich Lola in ihrem Winterschlaf stören und ihr ihre Räder mopsen. Doch dazu mehr im nächsten Artikel.

Linientreu

Bevor ich zur Probefahrt mit meiner Lola aufbrechen wollte, habe ich mit der Hilfe von Tobias mal die Spur eingestellt.  Das war nötig, da wir um den regenerierten Motor einsetzen zu können, die Kettenspanner am Hinterrad lösen mussten. Als wir die Kette dann wieder gespannt hatten, stellten wir fest, das es schief stand. Also Duo-Handbuch rausgeholt und Einstellanleitung studiert. Die Anleitung zum Spureinstellen beim Duo muss man erstmal sorgfältig durchdenken, eh man sie, so ganz ohne Bilder, versteht. Nach einigen Diskussionen, wie das wohl gemeint sein könnte, hatten wir es aber verstanden und konnten es erfolgreich umsetzen. Ich rate es jedem Duofahrer mal die Spur zu checken! 1. verringert ihr so den Abrieb eurer Räder, 2. verbessert den Geradeauslauf und 3. erleichtert ihr dem Motor (geringfügig) die Arbeit. Um euch die Nachahmung zu erleichtern, haben wir ein paar Bilder geschossen und Erklärungsmarkierungen eingefügt.

Heckansicht (Markierungen)

Rahmen Draufsicht 2 (Markierungen)

Als erstes sucht ihr euch an einem Hinterrad zwei möglichst gegenüberliegende Punkt in senkrechter Ausrichtung. Wir haben einen Punkt bei 25 cm auf der Rückseite des Rades genommen und an der Vorderseite einen direkt über der nach vorne gehenden Schwinge. Diese Punkte markiert ihr euch mit Kreide. Bei dem gegenüberliegenden Rad markiert ihr die selben Punkte (Bild 1).
Nun nehmt ihr einen Zollstock und messt in waagerechter Ausrichtung den Abstand zwischen den hinteren Punkten (Bild 2, rot) und den vorderen Punkten (Bild 2, blau). Die Beiden Messwerte sollten nur 0-1 mm von einander abweichen. Sollte dies nicht der Fall sein, sind eure Räder nicht in gerader Spur und ihr müsst sie einstellen. Dazu löst ihr die Schrauben der Steckachsen, die Kettenspanner (soweit vorhanden) und auch die große Mutter an dem V-Förmigen Querstabilisator. Nun, wenn alles lose ist, etwas am Rad geruckt, nochmal gemessen und wenn es passt, alles wieder festgeschraubt. Abschließend in festem Zustand nochmal messen und den schönen Geradeauslauf genießen.