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„Wie hältst du’s mit dem E-Auto?“

…ist die Gretchenfrage unserer Zeit.
Mein Standpunkt dazu ist klar: Autos sind nichts als Werkzeuge.
Und ein Werkzeug wählt man danach, wie gut es die anstehende Aufgabe erledigen kann.
Hammer -> Schraube: schlechte Kombi.
Hummer -> Stadtverkehr: dito.
Ganz simpel. Ändert sich die Aufgabe, ändert sich auch das optimale Werkzeug.
Schon den geliebten Combo haben wir nach diesen rein objektiven Kriterien ausgesucht und auch die nachfolgenden Fahrzeuge folgten diesem Schema.
Klar davon trennen muss man das „Hobby“:
Natürlich kann der Schreiner einen Schrank ausschließlich mit den Werkzeugen des 19. Jahrhunderts bauen. Er sollte nur nicht versuchen, damit täglich sein Geld zu verdienen….
Kann man auch anders sehen, allerdings kaum mit rationalen Argumenten.
Ist man also bei der nüchternen „Werkzeugauswahl“ für den Alltag angekommen, steht bei uns eigentlich alles auf E-Auto:
Kurze tägliche Pendelstrecke, eigene Garage, sehr gut planbarer Alltag, (bald) Photovoltaik auf dem Dach, hauptsächlich Stadtverkehr und Landstraße, spitzen Elektro-Infrastruktur.
Zumindest für den Zweitwagen ergibt es hier kaum Sinn einen Verbrenner anzuschaffen.
Damit hätten wir also die Gretchenfrage geklärt.

Machen wir weiter und kommen zu des Pudels Kern dieser Textwüste:
Das KfW-Förderprogramm 440
Aktuell fördert der Staat (also ihr; herzlichen Dank!) die Installation von privaten Ladesäulen mit jeweils 900€ pro Ladepunkt (also quasi „pro Zapfstelle“).
Zwar steht bei uns noch kein E-Auto und der Combo (mit ~215.000 km der nächste Wechselkandidat) läuft noch gut, aber ein solches ist explizit KEINE Fördervoraussetzung.
Auch die sonstigen Voraussetzungen für die Förderung sind sehr niederschwellig. Als Spoiler sei verraten, dass die allergrößte (und nicht zu unterschätzende) Hürde aktuell ist, einen Elektriker zu finden, der die Wallbox anklemmt und dies auch bescheinigt.
Den Förderantrag kann man direkt online stellen und erhält auch umgehend die Förderzusage, solange das Kontingent noch nicht aufgebraucht ist.
Nach der Zusage hat man dann 9 Monate Zeit zur Abwicklung.
Soweit, so beliebig nachlesbar.
Deutlich dünner wird die Luft, wenn man nach Infos sucht, welche Wallbox man denn nun genau nehmen soll.
Bei der KfW selbst gibt es eine Liste, aller förderfähigen Boxen. Aber schon die ist einfach uferlos.
Auch hier war es bei uns im Kern wieder die Frage nach dem richtigen Werkzeug.
98,7% aller angebotenen Wallboxen sind irgendwelche Ein-Platinen-Lösungen mit properitärer Software und einer selbst gestrickten App für die obligate Smartphone-Bedienung. Das klappt auch alles ganz wunderbar. Bis sich eine Lötstelle verabschiedet oder die Firma feststellt, dass man mit kostenloser Softwarepflege kein Geld verdienen kann.
Dementsprechend habe ich den Großteil der verfügbaren Wallboxen direkt abgehakt und mich nach einer OpenSource-Lösung umgesehen.
Überraschung, Überraschung sowas gibt es tatsächlich und die Box ist sogar vom Funktionsumfang ein absolutes Spitzengerät.
Ich spreche von der „OpenWB„.
Und nicht nur der Funktionsumfang ist absolute Spitzenklasse, sondern auch die technische Umsetzung ist genau mein Geschmack.
Die Entwickler lehnen Ein-Platinen-Systeme mit demselben religösen Eifer ab, wie ich. Dementsprechend finden sich in der OpenWB auch lediglich Komponenten aus dem industriellen Schaltschrankbau. Alles schön auf einer klassischen Hutschiene angeordnet und mit Kabeln verbunden. Wenn da in 10 Jahren mal eine Komponente ausfällt, kann man sie jederzeit selber ersetzen. Angesteuert und zur Eierlegendenwollmilchsau verwandelt werden diese analogen Komponenten durch einen ebenfalls jederzeit zu ersetzenden RaspberryPi auf dem die frei verfügbare Software läuft. Eine App (und den damit verbundenen Pflegeaufwand) gibt es nicht. Punkt. Ist auch nicht nötig, da es eine schicke Web-Oberfläche gibt, die man einfach von seinem Smartphone (oder Rechner) ansteuern kann.
Einen umfangreichen Erfahrungsbericht samt vielstimmiger Lobpreisungen findet ihr z.B. hier.
Natürlich könnte man dank dieser Open-Source-Architektur die Wallbox auch selber stricken, aber dann entfiele die Förderung. Außerdem machen die Entwickler deutlich, dass durch den Vertrieb der fertigen Boxen die Softwareentwicklung abseits der Freiwilligkeit vorangetrieben wird.
Der Preis für dieses (in meinen Augen) unschlagbare Gesamtkonzept:
Aktuell muss man ca. 14 Wochen (!) auf seine bestellte Box warten.
Ein Preis, den ich gerne zahle.

Da die KfW jedoch pro Ladepunkt 900€ gibt und wir auch in Zukunft zwei Alltagsfahrzeuge besitzen werden, werden wir auch noch eine zweite Wallbox installieren.
Der Vorteil ist die Querfinanzierung. Bei einer verdoppelung der Ladepunkte verdoppeln sich nicht auch die (Installations-)Kosten. Daher finanziert Box 2 zum Teil auch Box 1.
Allerdings wäre eine zweite OpenWB in diesem Fall unnötiger Overkill. Da die OpenWB auch weitere Ladepunkte ansteuern kann (wichtig um nicht über die 11kw-Grenze zu kommen und das PV-geführte Laden), darf der zweite Ladepunkt ruhig „dumm“ sein. Er muss es nur akzeptieren, von der OpenWB rum kommandiert zu werden.
Und auch hier: Oh Wunder, oh Wunder gibt es was aus der OpenSource-Schmiede.
Diese sehr kompakte Wallbox nennt sich „smartWB„:

Auch hier finden sich im Inneren standardisierte Industriekomponenten auf einer Hutschiene, welche von einer (stark abgespeckten) OpenSource-Software angesteuert werden.
Glücklicherweise stehen sich die Entwickler von OpenWB und smartWB so nahe, dass sie eine reibungslose Interaktion zwischen den beiden Boxen garantieren und sogar für den Netzbetreiber (11kw-Grenze) bescheinigen.
Nach meiner Auffassung die perfekte Ergänzung, um das Optimum aus der KfW-Förderung heraus zu holen.

Natürlich geht das Ganze auch billiger. Je nach Eigenleistung, dank Förderung, sogar zum Nulltarif. Für den Mitnahmeeffekt sicherlich ok, aber ob man damit auf Dauer glücklich wird?

Nun warte ich auf die Lieferung der OpenWB (avisiert für die KW39) um dann mit der Verkabelung zu starten.
Mit dem Elektriker habe ich ausgemacht, dass ich alles installiere und er sich nur um den finalen Anschluss im Schaltschrank samt Bescheinigung kümmern muss. Ein Glücksfall, der die Kosten deutlich drückt.

Altersruhesitz

Erstaunlicherweise werde selbst ich nicht jünger. So sehnte ich mir schon des öfteren an einem meiner Garagendonnerstage ein Sitzmöbel herbei, um wenigstens bei den eintönigsten Routineaufgaben nicht stehen zu müssen. So richtig hatte ich auch keinen Plan, selbst wenn Adam Savage ein Loblied auf Arzthocker singt.
Die Erleuchtung brachte dann erst ein Sperrmüllhaufen am örtlichen Gerontenstift. Dort fand sich nicht nur Frau Wächters Rollator (Super zum schlachten! Die großen weichen Gummirollen sind Spitze) sondern auch dieser fahrbare Toilettenstuhl:

Darum, dass der Toilettenteil fehlte, war ich nur partiell traurig. *Ürgs*
Gut, dem Rost nach zu urteilen, haben sie das Ding immer verwendet, um die Rentner im Hof abzukärchern, aber ein paar Rostnarben sind ja nicht weiter tragisch.
Viel mehr war die Überlegung, dass der Stuhl die Basis für einen recht ordentlichen Werkstattstuhl bilden könnte.
Die Kugellager der großen Rollen drehten sich nach einer gründlichen Reinigung und einem Bad in Öl wieder schön geschmeidig. Das war die Mindestvoraussetzung.
Für den Toiletteneinsatz befinden sich an der Front Scharniere, welche sich ziemlich Problemlos für schwenkbare Ablagen umbauen ließen.
Hier noch im Rohbau:

Während der wilden Hatz durch die Werkstatt halten schnöde Magnetschnapper aus dem Möbelbau die Böden unter der Sitzfläche.
Die neue Sitzfläche stammt aus dem Plattenfundus und erhält noch etwas Schaumstoff von einer alten Kindermatratze:

Darüber kommt ein Rest Kunstleder, den ich noch von Lola übrig habe. Das Kunstleder ist sogar explizit „urinbeständig“. Wenn das nicht passend ist. Das Kunstleder habe ich, wie bei Lola, wieder getackert:

Damit mir die Schiebestange nicht irgendwo aneckt bekam sie noch ein Verhüterli aus Rohrisolierung.
Interessanterweise passt der Spazierstockhalter von Frau Wächters Rollator exakt als WD40-Halter an den Stuhl:

Die Ablagen habe ich mit Leisten eingefasst:

Bei der Rückenlehne muss ich mir noch was einfallen lassen. Das Original hat Risse.

Mal sehen, wie sich der Stuhl so in der Praxis bewährt.

Bodo mit dem Bagger

Ich schulde ja noch Bilder vom im-Matsch-spielen mit meinem Boxer Agri HSW06-G. Erste Haltestelle war der große Erdhügel, welcher bislang unseren Gemüsegarten teilweise blockierte. Hier könnt ihr ihn links hinter dem Gartenhaus erahnen:

Wir haben damals nach dem Kauf das stark abfallende Grundstück mit Erde auffüllen lassen. Die Qualität dieser Erde war aber eher so mittel. Insbesondere, wenn man darin Gemüse anbauen will. Beim ausschachten für die Halle stellten wir aber fest, dass sich darunter bester Bördeboden befand. Nicht umsonst befindet sich hier um die Ecke der „Reichsspitzenbetrieb“ mit der Bodenwertszahl 100. Eh also der Besten Ehefrau von Allen die Tränen kommen, weil ich solchen Spitzenboden entsorge und sich unsere Möhrchen weiter durch den aufgeschütteten Schrottboden quälen, haben wir uns einen großen Haufen davon beiseite gelegt und erhöhen damit den Gemüsegarten um 30 cm.
Bevor ich mich aber ins Vergnügen stürzte habe ich noch die defekte Batterieklemme getauscht. Die kleinen Poladapter passen:

und dank Trennschalter habe ich jetzt auch eine zusätzliche Diebstahlsicherung/nuckelt mir nix die Batterie leer:

So eine wilde Erdbuddelei eignet sich auch gut dazu, sich erstmal mit so einem Gerät vertraut zu machen. Anfangs sieht es noch sehr nach Verdun aus:

Das wird dann auch nur langsam besser:

Ist man mit dem Räumschild vertrauter und läuft nochmal mit der Harke einen Tag kreuz und quer sieht das Ganze schon wieder nach Gemüsegarten aus:

Passenderweise zeigte der Betriebsstundenzähler bei Fertigstellung 9,8 h an, so dass ich direkt den ersten Service anschließen konnte.
Um mir nicht den ganzen Garten in die Garage zu schleppen, habe ich den Bagger abgekärchert.
Anschließend wollte der feucht gewordene Starter nicht mehr einspuren. Glücklicherweise lässt sich der Briggs & Stratton Motor aber auch sehr leicht von Hand mittels Zugseil starten. Kaum war der Starter trocken lief er wieder problemlos.
Zum Ölwechsel empfiehlt es sich, den Bagger leicht schräg zu stellen:

Die Ölablassschraube befindet sich hinten am Motorfuß:

Man kommt gut von unten heran. Hat man sie raus gedreht, ergießt sich ein Schwall in die hoffentlich groß dimensionierte Auffangwanne:

Ist zwar nur ca. 1 Liter, aber der kommt da nicht besonders zielgerichtet raus.
Danach natürlich wieder abschmieren (die ersten 100h alle 10h):

Den Drehkranz soll man laut Handbuch so fetten, dass sich dort eine Fettschicht von 28 mm oder mehr findet.
Da die Chinesen mit dem Fett sehr geizig waren (der Drehkranz war trocken), schafft man das nicht mit der üblichen Methode.
Ich habe den Drehkranz einfach Stück für Stück von Hand gefettet:

Das sollte genug für den Start sein.
Abschließend habe ich noch die Kettenspannung kontrolliert. Die Kette darf in der Mitte 1 bis maximal 2 cm durchhängen:

Passt genau.
Anschließend ging es unten an der Bodenplatte weiter, wo ich 6 falsch abgekippte Tonnen Sand beiseite schaufelte.
Das war das erste Mal, dass sich die Knickmatik sehr verdient machte:

So konnte ich parallel an der Bodenplatte entlang baggern, was mit einem normalen Bagger nicht möglich gewesen wäre.
Ein 6m/400 kg-Bündel Baustahl hat er danach auch weg geräumt. Das war jedoch durch die schmale Spur und den langen Hebel teilweise etwas haarig.
Nachdem alles beiseite geschafft war, habe ich die Zinken an der Schaufel montiert:

und es ging einem Dutzend Wurzeln an den Kragen:

Mir kamen fast die Tränen, so leicht gingen die Wurzeln mit dem Bagger raus. Normalerweise hätte ich da wochenlang von Hand gebuddelt und geastet. So waren es zwei entspannte Tage.
Auch hier war die Knickmatik wieder super, um auf dem engen Streifen zwischen Nachbarzaun und Baugrube zu manövrieren.
Insgesamt bin ich bislang sehr zufrieden mit dem Bagger. Es gab noch keine Aufgabe, der er nicht gewachsen gewesen wäre.

Und zum Abschluss singen jetzt alle:

Kollektortemp.sensor

Für die Nachwelt will ich mal dokumentieren, wie ich den Fehler „9A Unterbrechung Kollektortemperatursensor“ an unserer Viessmann Heizung (Vitotronic 200) bzw. den Solarmodulen (2x Vitosol-F) diagnostiziert und behoben habe.
Es begann damit, dass mich die Heizung morgens mit folgender Meldung begrüßte:

Bestätigt man die Meldung, erhält man den Fehlercode “ Kollektortemp.sensor 9A „, welchen man Quittieren kann.
Verschwindet die Meldung nach dem quittieren nicht, sollte man die Heizung über den Netzschalter einmal aus- und nach ein paar Minuten wieder einschalten.
Taucht die Meldung anschließend wieder auf, ist was ärgeres faul und wir müssen ein bisschen tiefer einsteigen.
Hält man an der Heizung die OK-Taste und die Menü-Taste für 5 Sekunden gleichzeitig gedrückt, kommt man in das versteckte Service-Menü. Dort geht man auf den Punkt „Meldungshistorie“ und schaut, ob die Meldung schon in der Vergangenheit mehrfach aufgetreten und verschwunden ist ohne das man es bemerkt hätte. So war es auch bei uns der Fall. Das ist ein Indiz für einen Wackelkontakt auf dem Weg zum Temperaturfühler im Solarmodul.
Glücklicherweise haben wir damals beim Hauskauf nicht nur die Bedienungsanleitungen zu unserer Heizung bekommen, sondern auch die ganzen Unterlagen, welche laut Viessmann „Für die Fachkraft“ gedacht sind. Diese Unterlagen sind Gold wert, denn sie enthalten neben den ganzen Spezifikationen und Einstellwerten auch Anleitungen zur Fehlersuche. Alles fein säuberlich nach Fehlercodes sortiert.
Wer die Unterlagen nicht hat, dem will ich hier mal eine bebilderte Anleitung liefern.
Um nun rauszufinden wo der Fehler genau liegt, starten wir an der Solarregelung (Typ SM1). Die findet sich in einem grauen Kasten unterhalb der zugehörigen Manometer/Absperrventile:

Schraubt man die Abdeckung ab, findet sich da eine panisch blinkende grüne LED (blinkt normalerweise langsam) und darunter eine nummerierte Steckerleiste:

Stecker Nummer 6 mit seinen beiden Kontakten kommt vom Kollektortemperatursensor. Er lässt sich einfach abziehen. Nun schwingt man das Multimeter und misst den Widerstand, der hier unten ankommt. In der Anleitung zur Fehlersuche findet sich hierzu ein sehr schöner Graph, bei welcher Temperatur welcher Widerstand gegeben sein muss. Aufgrund des dicken Copyright-Vermerks gibt’s davon aber kein Foto. Allerdings sollte sich der Widerstand bei 0-20 °C zwischen 10 und 50 kOhm bewegen. Habt ihr da einen stark abweichenden Wert oder gar unendlichen Widerstand, wisst ihr schon mal, das hier unten nix ordentliches an kommt.
Nun folgt ihr der Leitung weiter Richtung Dach und messt an jeder Verbindungsstelle erneut den Widerstand, ob er irgendwo unterwegs verloren geht.
Das wäre nämlich die einfachste Lösung.
Vielleicht findet ihr dabei auch solche Konstruktionen:

Signalkabel auf doppelten Klingeldraht, weil man es zu kurz abgekniffen hat….“Fachkraft“….
Oben Richtung Dach sollte dann die letzte Verbindungsstelle vor dem eigentlichen Solarmodul sein:

Die rot-weiße Leitung kommt vom Temperaturfühler im Solarthermie-Modul.
Solltet ihr bis hier auf keinen Widerstand gestoßen sein, heißt es, dass es im nächsten Schritt auf dem Dach weiter geht.
Also munter die Leiter angestellt und hoch geklettert. Am oberen Abgang des Solarmoduls findet ihr einen kleinen eingeschraubten Plastikstutzen:

Da drin sitzt der Temperatursensor. Gegebenenfalls könnt ihr auch schon, wie bei uns, direkt die Ursache für den Fehler sehen:

Der Marder hat seinen Weg auf das Dach gefunden und sich mit dem ungeschützten Gummikabel vergnügt.

Wie auch immer man auf die Idee kommen kann, so ein Kabel völlig ungeschützt auf einem Dach zu verlegen?!
Egal. Machen wir es halt besser als die Fachkraft.
Den kleinen Plastikstutzen könnt ihr einfach aus dem Anschlussstück raus schrauben. Keine Angst, da läuft nix aus.
Haltet ihr ihn in den Händen, könnt ihr auch direkt die Bezeichnung finden:

Sie lautet: 7426546 T-0-D1326
Darüber findet man auch schnell das passende Ersatzteil.
Mit etwas über 50 € lässt sich Viessmann jedoch einen schnöden NTC 20 kOhm-Sensor fürstlich entlohnen.
Also schauen wir erstmal an der Werkbank, ob wir das nicht repariert bekommen.
Das Mistvieh hat echt saubere Arbeit geleistet:

Erster Schritt ist festzustellen, ob der Sensor überhaupt noch funktioniert:

37,7 kOhm bei ca. 14 °C Raumtemperatur liegen innerhalb der Spezifikationen, also läuft er noch.
Der Rest ist dann nur noch ein Wunderwerk aus Lötzinn und Schrumpfschlauch:

Bevor es anschließend wieder auf’s Dach geht, ist es sinnvoll, vom Dachboden aus eine Kabelspirale durch die Durchführung nach draußen zu fädeln. So ist es viel leichter das Kabel rückwärts durchzuziehen.
Und damit das Kabel dem Marder in Zukunft nicht mehr schmeckt, gibt es noch eine Panzerung aus Wellrohr:

Das Ganze lässt sich dann sauber verlegen und mittels Kabelbindern sichern:

Anschließend wieder alles zurückbauen und messen, ob ein Signal an der Steuerung ankommt.
Wenn ja, Heizung ausschalten, orangenen Stecker wieder aufstecken und Heizung wieder einschalten.
Im versteckten Diagnosemenü müsste sich in der Meldungshistorie jetzt folgender Eintrag finden:

Damit sollte der Fehler der Vergangenheit angehören und wir können uns über ca. 200 gesparte Euro freuen.

„Miele, Miele…. II

Etwas über ein Jahr hat meine „Reparatur“ der Geschirrkörbe unseres Miele Geschirrspülers gehalten:

Wie man sieht, hat sich der Rost, nicht wie erwartet, an dem Übergang alte Beschichtung-neue Farbe durchgesetzt, sondern ganz klassisch an den fiesen kleinen Ecken, in die man zum entrosten nicht ordentlich kommt.
Da sich das dreckige Geschirr im Hintergrund türmte, habe ich die Stellen wieder nur abgeschliffen und neu überlackiert.
Nächstes Jahr gehe ich da vielleicht grundständiger mit Fertan dran.
Was bleibt ist die grundständige Frage: Warum zur Hölle macht die Körbe niemand aus Edelstahl?!