Kategoriearchiv: Haus & Hof

OpenWB und SmartWB Installation I

Wie vor langer Zeit schon geschrieben, haben wir das KFW 440-Förderprogramm genutzt um uns zwei Wallboxen (einmal OpenWB und einmal SmartWB) zuzulegen.
Mit dem Elektriker hatte ich damals vereinbart, dass ich mich um alles kümmere und er später nur die Verdrahtung im Schaltschrank samt Prüfung vornehmen muss.
Nachdem die SmartWB ja schon lange bei uns liegt, trudelte letzte Woche (nach 20 Wochen Lieferzeit) auch die deutlich größere OpenWB ein:

Höchste Zeit, dass ich mich um die Installation kümmere! Die beiden 3-poligen Sicherungen und der FI Typ B (für die SmartWB, die OpenWB hat ihren integriert) waren schnell im Schaltschrank verbaut:

Unterhalb des Schaltschrankes soll es dann später für die nötigen Leitungen an der Fußleiste entlang bis unter die Wasseruhr gehen. Der nötige Kabelkanal war ebenfalls kein Hindernis:

So ganz filigran wird die Installation leider nicht. Es müssen neben den beiden 5-adrigen 6 mm²-Kabeln noch zwei Netzwerkkabel (die SmartWB hat kein LAN, aber sicher ist sicher) und das Kabel vom Glasfaseranschluss durch diese Durchführung passen.
Dementsprechend groß wurde auch das Loch Richtung Garage:

Später wird das Loch durch den Kabelkanal verdeckt, welcher auf seiner Rückseite eine passende Aussparung erhält.
Auf der Garagenseite habe ich den Kreisbohrer geschwungen und ein schön großes Loch für eine Unterputzdose geschaffen:

Von dieser Dose aus kann ich dann Schlitze nach oben (für die OpenWB) und unten (Richtung Pflaster für die SmartWB auf der anderen Garagenseite) stemmen.

Mir ein Labsal III

So, es gibt einiges aufzuarbeiten. Fangen wir beim Dachüberstand an:

Nachdem as und Christian mich ausreichend verunsichert hatten, ob es sich bei dem „Dreck“ an unserem Dachüberstand nicht doch um Schwarzalgen handeln könnte, habe ich mal den von Christian beschriebenen Test durchgeführt:

Mit dem puren Chlorreiniger habe ich einen Lappen getränkt und damit ein paar besonders „befallene“ Stellen abgetupft, so dass eine feuchte Oberfläche blieb:

Das sollte eigentlich allem den Gar aus machen.
Allerdings zeigten die behandelten Stellen weder nach 30 Minuten noch nach einem weiteren Tag irgendwelche Veränderungen.
Ich bin da also erstmal vorsichtig optimistisch, dass es wirklich „nur“ Dreck ist. Bestärkt sehe ich mich in der Tatsache, dass der weiße Rauputz am Haus gänzlich ohne „Algenspuren“ ist. Wir werden sehen, was die Zeit bringt.

Mir ein Labsal II

Ihr fragt warum es am Genesungswerk nicht in rasanten Schritten weiter geht?
Weil für diesen Sommer ein anderes Großprojekt auf der Agenda stand.
Vor ziemlich genau sechs Jahren hatten wir die Dachüberstände mit „Labsal“ gestrichen.
Das hat zwar auch an den bewetterten Seiten sehr gut gehalten, aber mittlerweile war eine deutliche Auffrischung nötig.
Abseits der Wetterseite lag dies aber eher an der deutlichen Verschmutzung, als an einem verblassen des Anstriches.
Glücklicherweise lässt sich diese Dreckschicht nahezu rückstandsfrei abwaschen:

Leider braucht es dazu aber eine Wurzelbürste, so dass wir uns seit Wochen Brettchen für Brettchen auf einem Gerüst ums Haus hangeln:

Erst abschruppen, dann trocknen lassen und dann streichen. Wenigstens entschädigt der Anblick hinterher für die Knochenarbeit:

Im Vordergrund seht ihr schon die gereinigten und neu gestrichenen Bretter im Hintergrund noch den Ursprungszustand.
Wie erwartet (und auch beabsichtigt) ist der Farbton jetzt dunkler als beim ersten Durchgang vor sechs Jahren:

Mal sehen, wie das Holz in weiteren sechs Jahren aussieht. Meine Hoffnug ist ja, dass sich das Problem durch die bei jedem Anstrich dunklere Färbung irgendwann von selbst erledigt. Und wenn wir irgendwann mal gar keinen Bock mehr auf die Pflege haben, gibt es das Labsal auch mit schwarzer Pigmentierung.

P.S.: So ganz ruht das Genesungswerk auch nicht. Versprochen.

„Wie hältst du’s mit dem E-Auto?“

…ist die Gretchenfrage unserer Zeit.
Mein Standpunkt dazu ist klar: Autos sind nichts als Werkzeuge.
Und ein Werkzeug wählt man danach, wie gut es die anstehende Aufgabe erledigen kann.
Hammer -> Schraube: schlechte Kombi.
Hummer -> Stadtverkehr: dito.
Ganz simpel. Ändert sich die Aufgabe, ändert sich auch das optimale Werkzeug.
Schon den geliebten Combo haben wir nach diesen rein objektiven Kriterien ausgesucht und auch die nachfolgenden Fahrzeuge folgten diesem Schema.
Klar davon trennen muss man das „Hobby“:
Natürlich kann der Schreiner einen Schrank ausschließlich mit den Werkzeugen des 19. Jahrhunderts bauen. Er sollte nur nicht versuchen, damit täglich sein Geld zu verdienen….
Kann man auch anders sehen, allerdings kaum mit rationalen Argumenten.
Ist man also bei der nüchternen „Werkzeugauswahl“ für den Alltag angekommen, steht bei uns eigentlich alles auf E-Auto:
Kurze tägliche Pendelstrecke, eigene Garage, sehr gut planbarer Alltag, (bald) Photovoltaik auf dem Dach, hauptsächlich Stadtverkehr und Landstraße, spitzen Elektro-Infrastruktur.
Zumindest für den Zweitwagen ergibt es hier kaum Sinn einen Verbrenner anzuschaffen.
Damit hätten wir also die Gretchenfrage geklärt.

Machen wir weiter und kommen zu des Pudels Kern dieser Textwüste:
Das KfW-Förderprogramm 440
Aktuell fördert der Staat (also ihr; herzlichen Dank!) die Installation von privaten Ladesäulen mit jeweils 900€ pro Ladepunkt (also quasi „pro Zapfstelle“).
Zwar steht bei uns noch kein E-Auto und der Combo (mit ~215.000 km der nächste Wechselkandidat) läuft noch gut, aber ein solches ist explizit KEINE Fördervoraussetzung.
Auch die sonstigen Voraussetzungen für die Förderung sind sehr niederschwellig. Als Spoiler sei verraten, dass die allergrößte (und nicht zu unterschätzende) Hürde aktuell ist, einen Elektriker zu finden, der die Wallbox anklemmt und dies auch bescheinigt.
Den Förderantrag kann man direkt online stellen und erhält auch umgehend die Förderzusage, solange das Kontingent noch nicht aufgebraucht ist.
Nach der Zusage hat man dann 9 Monate Zeit zur Abwicklung.
Soweit, so beliebig nachlesbar.
Deutlich dünner wird die Luft, wenn man nach Infos sucht, welche Wallbox man denn nun genau nehmen soll.
Bei der KfW selbst gibt es eine Liste, aller förderfähigen Boxen. Aber schon die ist einfach uferlos.
Auch hier war es bei uns im Kern wieder die Frage nach dem richtigen Werkzeug.
98,7% aller angebotenen Wallboxen sind irgendwelche Ein-Platinen-Lösungen mit properitärer Software und einer selbst gestrickten App für die obligate Smartphone-Bedienung. Das klappt auch alles ganz wunderbar. Bis sich eine Lötstelle verabschiedet oder die Firma feststellt, dass man mit kostenloser Softwarepflege kein Geld verdienen kann.
Dementsprechend habe ich den Großteil der verfügbaren Wallboxen direkt abgehakt und mich nach einer OpenSource-Lösung umgesehen.
Überraschung, Überraschung sowas gibt es tatsächlich und die Box ist sogar vom Funktionsumfang ein absolutes Spitzengerät.
Ich spreche von der „OpenWB„.
Und nicht nur der Funktionsumfang ist absolute Spitzenklasse, sondern auch die technische Umsetzung ist genau mein Geschmack.
Die Entwickler lehnen Ein-Platinen-Systeme mit demselben religösen Eifer ab, wie ich. Dementsprechend finden sich in der OpenWB auch lediglich Komponenten aus dem industriellen Schaltschrankbau. Alles schön auf einer klassischen Hutschiene angeordnet und mit Kabeln verbunden. Wenn da in 10 Jahren mal eine Komponente ausfällt, kann man sie jederzeit selber ersetzen. Angesteuert und zur Eierlegendenwollmilchsau verwandelt werden diese analogen Komponenten durch einen ebenfalls jederzeit zu ersetzenden RaspberryPi auf dem die frei verfügbare Software läuft. Eine App (und den damit verbundenen Pflegeaufwand) gibt es nicht. Punkt. Ist auch nicht nötig, da es eine schicke Web-Oberfläche gibt, die man einfach von seinem Smartphone (oder Rechner) ansteuern kann.
Einen umfangreichen Erfahrungsbericht samt vielstimmiger Lobpreisungen findet ihr z.B. hier.
Natürlich könnte man dank dieser Open-Source-Architektur die Wallbox auch selber stricken, aber dann entfiele die Förderung. Außerdem machen die Entwickler deutlich, dass durch den Vertrieb der fertigen Boxen die Softwareentwicklung abseits der Freiwilligkeit vorangetrieben wird.
Der Preis für dieses (in meinen Augen) unschlagbare Gesamtkonzept:
Aktuell muss man ca. 14 Wochen (!) auf seine bestellte Box warten.
Ein Preis, den ich gerne zahle.

Da die KfW jedoch pro Ladepunkt 900€ gibt und wir auch in Zukunft zwei Alltagsfahrzeuge besitzen werden, werden wir auch noch eine zweite Wallbox installieren.
Der Vorteil ist die Querfinanzierung. Bei einer verdoppelung der Ladepunkte verdoppeln sich nicht auch die (Installations-)Kosten. Daher finanziert Box 2 zum Teil auch Box 1.
Allerdings wäre eine zweite OpenWB in diesem Fall unnötiger Overkill. Da die OpenWB auch weitere Ladepunkte ansteuern kann (wichtig um nicht über die 11kw-Grenze zu kommen und das PV-geführte Laden), darf der zweite Ladepunkt ruhig „dumm“ sein. Er muss es nur akzeptieren, von der OpenWB rum kommandiert zu werden.
Und auch hier: Oh Wunder, oh Wunder gibt es was aus der OpenSource-Schmiede.
Diese sehr kompakte Wallbox nennt sich „smartWB„:

Auch hier finden sich im Inneren standardisierte Industriekomponenten auf einer Hutschiene, welche von einer (stark abgespeckten) OpenSource-Software angesteuert werden.
Glücklicherweise stehen sich die Entwickler von OpenWB und smartWB so nahe, dass sie eine reibungslose Interaktion zwischen den beiden Boxen garantieren und sogar für den Netzbetreiber (11kw-Grenze) bescheinigen.
Nach meiner Auffassung die perfekte Ergänzung, um das Optimum aus der KfW-Förderung heraus zu holen.

Natürlich geht das Ganze auch billiger. Je nach Eigenleistung, dank Förderung, sogar zum Nulltarif. Für den Mitnahmeeffekt sicherlich ok, aber ob man damit auf Dauer glücklich wird?

Nun warte ich auf die Lieferung der OpenWB (avisiert für die KW39) um dann mit der Verkabelung zu starten.
Mit dem Elektriker habe ich ausgemacht, dass ich alles installiere und er sich nur um den finalen Anschluss im Schaltschrank samt Bescheinigung kümmern muss. Ein Glücksfall, der die Kosten deutlich drückt.

Altersruhesitz

Erstaunlicherweise werde selbst ich nicht jünger. So sehnte ich mir schon des öfteren an einem meiner Garagendonnerstage ein Sitzmöbel herbei, um wenigstens bei den eintönigsten Routineaufgaben nicht stehen zu müssen. So richtig hatte ich auch keinen Plan, selbst wenn Adam Savage ein Loblied auf Arzthocker singt.
Die Erleuchtung brachte dann erst ein Sperrmüllhaufen am örtlichen Gerontenstift. Dort fand sich nicht nur Frau Wächters Rollator (Super zum schlachten! Die großen weichen Gummirollen sind Spitze) sondern auch dieser fahrbare Toilettenstuhl:

Darum, dass der Toilettenteil fehlte, war ich nur partiell traurig. *Ürgs*
Gut, dem Rost nach zu urteilen, haben sie das Ding immer verwendet, um die Rentner im Hof abzukärchern, aber ein paar Rostnarben sind ja nicht weiter tragisch.
Viel mehr war die Überlegung, dass der Stuhl die Basis für einen recht ordentlichen Werkstattstuhl bilden könnte.
Die Kugellager der großen Rollen drehten sich nach einer gründlichen Reinigung und einem Bad in Öl wieder schön geschmeidig. Das war die Mindestvoraussetzung.
Für den Toiletteneinsatz befinden sich an der Front Scharniere, welche sich ziemlich Problemlos für schwenkbare Ablagen umbauen ließen.
Hier noch im Rohbau:

Während der wilden Hatz durch die Werkstatt halten schnöde Magnetschnapper aus dem Möbelbau die Böden unter der Sitzfläche.
Die neue Sitzfläche stammt aus dem Plattenfundus und erhält noch etwas Schaumstoff von einer alten Kindermatratze:

Darüber kommt ein Rest Kunstleder, den ich noch von Lola übrig habe. Das Kunstleder ist sogar explizit „urinbeständig“. Wenn das nicht passend ist. Das Kunstleder habe ich, wie bei Lola, wieder getackert:

Damit mir die Schiebestange nicht irgendwo aneckt bekam sie noch ein Verhüterli aus Rohrisolierung.
Interessanterweise passt der Spazierstockhalter von Frau Wächters Rollator exakt als WD40-Halter an den Stuhl:

Die Ablagen habe ich mit Leisten eingefasst:

Bei der Rückenlehne muss ich mir noch was einfallen lassen. Das Original hat Risse.

Mal sehen, wie sich der Stuhl so in der Praxis bewährt.