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Saftwürfel

Aus aktuellem Anlass habe ich mich mal mit der Frage, welche Batterien in den Rialto passen beschäftigt:
Reliant Rialto Starthilfe vom AVD 42
Ganz artig hatte ich letzte Woche Sir Edward aus dem Winterschlaf befreit. Alle Betriebsflüssigkeiten gechecked, Reifendruck überprüft, im Keller gelagerte Batterie geladen, etc.
Donnerstag Abend wollte ich dann eine Testrunde zu Mehl & Goof starten und nur ein müdes Leiern entfährt dem Anlasser. Kacke. Also entweder billiges Ladegerät hinüber oder Batterie tot.
Kurzentschlossen mit dem Astra der Besten beim Garagendonnerstag vorbei geeiert und mir Mehl & Goofs Killer-Ladegerät ausgeborgt (Danke). Das hatte dann nochmal die ganze Nacht über Zeit, der ollen Batterie auf die Sprünge zu helfen.
Am Morgen sah auch alles spitze aus. Das Ladegerät sagte „einsatzbereit“ statt „defekt“. Das ließ hoffen.
Aber Pustekuchen. Am Nachmittag, als ich mich auf den Weg in die alte Heimat machen wollte, kam der Anlasser wieder nicht auf Touren. Die Beste Freundin von Allen hatte sich natürlich mit dem Starthilfekabel im Kofferraum schon vom Acker gemacht. Doof. Aber wozu zahlt man denn seine AvD-Mitgliedsbeiträge?
Ein kurzes Telefonat und ca. 30 min. Wartezeit später, rollte der Abschlepper auf den Hof. Die Diagnose war schnell gefällt, also sein Starthilfekabel geschnappt und überbrückt. Einen Schlüsseldreh später Sprang Sir Edward auch willig an und lief sofort rund (Der Benzinstabilisator scheint zu funktionieren). Als der Pannenmensch die Kabel entfernte lief er auch stabil weiter. Anscheinend kann die Batterie die Spannung nur nicht mehr halten. Er gab mir noch den Tipp mit auf den Weg, keine elektrischen Verbraucher zu verwenden. Sehr hilfreich an einem regnerischen Spätnachmittag im Februar….
Die Fahrt nach hause lief aber ohne Zwischenfälle und auch am Sonntag kam ich dort, dank reichlich Schwerkraft, wieder gut weg.
Allerdings besteht jetzt Handlungsbedarf!
Ein neuer Saftwürfel muss her.
Die alte Batterie hat die Maße, 175mm Breite x 135mm Tiefe x 190mm Höhe. Damit lieferte sie bärenstarke 28 Ah. Leider ist sie ein englisches No-Name-Produkt, so dass ich da leider nicht näher nachforschen konnte. Im R3W-Forum verwenden sie immer, die in England sehr verbreitete Marke, Numax. Die passende Numax-Nummer lautet 104. Sie hat die Maße 168 mm x 132 mm x 220 mm. Das würde ideal passen, da die alte Batterie aufgrund ihrer Breite immer etwas schief in der Mulde saß. Leider bekommt man Numax-Batterien in Deutschland nur schwer. Als Alternative konnte ich bisher die Varta BLUE dynamic Art.Nr. 542 400 039 3132 finden. Die hat die Maße 175 mm x 175 mm x 190 mm. Die zusätzliche Tiefe müsste eigentlich passen.
Identische Maße wie die Varta hat auch die Banner Starting Bull 12 V 40Ah Art.Nr. 54008.
Von Banner gibt es auch die wesentlich kürzere Uni Bull 12 V 46Ah Art.Nr. 50400. Die ist nur 140mm lang, aber dafür 203 mm breit und 225 mm hoch.
Da muss ich mal genau nachmessen, ob das passt.
Aus dem Motorrad-Bereich gibt es natürlich reichlich Batterien in passenden Formaten, allerdings haben die quadratische Pole:

Gut, da könnte man mit Adaptern arbeiten. Allerdings hab ich da noch nix fertiges gefunden.
Die Pole der original-Batterie haben die Maße 15mm (Minus) und 16mm (Plus).

Wichtig ist, dass die Pole der Batterie so angeordnet sind, dass sie näher am Motorblock sind als am Kotflügel. Ansonsten passt die original Verkabelung nicht mehr. Damit einher geht dann auch, dass in dieser Position der Pluspol „hinten“ (Fachterminus: „links“) sein muss. So sieht das bildlich aus:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 6
Mal sehen, ob ich da noch was finde. International versenden, werden die englischen Shops sicher nicht.

Auge! II

Die neuen Scheinwerfer für den Bug hatte ich ja schon einige Zeit liegen. Zeit also für den Einbau. Sollte ja (wie bei Sir Edward) plug & play sein.
Als erstes musste dazu aber die Batterie zurück in den Bug. Die saß allerdings immer leicht schief in ihrer Mulde. Die Füßchen waren zu breit. Aber alles kein unlösbares Problem:
PC230542
Passt jetzt spitzenmäßig.
Weiter gings bei den Scheinwerfern.
Die alten Sealed Beam-Teile werden zwischen zwei Rahmen mit ihrem Wulst geklemmt:
PC230537
Bei den neuen waren da so Halte-Hasen im Weg:
PC230538
Auch das kein Problem, dass nicht der Dremel lösen könnte.
Größtes und ärgerlichstes Problem war jedoch, dass die neuen Scheinwerfer einen ganz geringfügig größeren Wulst ringsum haben. Der alte Rahmen ging da partout nicht drüber. es blieb mir nix anderes übrig, als ihn zwischen den oberen beiden Haltepunkten zu zersägen:
PC230543
Ärgert mich sehr, aber ich sah einfach keine andere Möglichkeit.
Wie ihr auf dem Bild erkennen könnt, führte das direkt zum nächsten Problem. Die kleinen Haltenasen, mit denen man die beiden Rahmen verschraubt, waren nicht mehr deckungsgleich. Unten drunter kein Problem. oben links bekam man auch hin gedrückt, aber rechts war immer nen Zentimeter Luft.
Wir haben es jetzt mit einem kleinen Plättchen gelöst:
PC230545
Die anordnung der Schrauben ist nur der Anprobe geschuldet. Hält zwar bomben fest, ist mir aber eigentlich zu viel Pfusch. *Grummel, Grummel*
Abschließend hab ich noch die Steckkontakthülsen der Standlichtverkabelung gegen kontinentale Steckschuhe getauscht:
PC230548
Alles probehalber zusammengeworfen und mal am Schalter gedrückt:
PC230547
Läuft. Schön. Lediglich das mit den Rahmen wurmt mich.
Ich muss jetzt noch Relais in den Abblend- und Aufblend-Kreis klemmen, damit die gesamt Last nicht mehr über die armen Lukas-Schalter läuft. Wer weiß, ob die das verkraften. Von Sealed Beam auf H4 sind ja knapp 2 Ampere mehr, die da durch müssen.

Kleinkrams und Überraschungsei II

Gestern habe ich nur ein wenig Kleinkrams erledigt.
Zum einen habe ich das Ersatzrad aus seiner Hülle gepult (Es war tricky, aber die Schwerkraft hat mir ausnahmsweise mal geholfen). Wie ihr schon vermutet hattet, habe ich etwas zu weit um die Rundung des Reifens laminiert. War echt haarscharf, das der reifen da raus kam. Die Hülle sieht nun so auf der Innenseite aus:
GFK-Ersatzrad fertige Hälfte
Ich muss mir jetzt noch überlegen, wie ich die offene Seite schließe, ohne dass sie mir einsinkt.
Auch mit der Stärke habt ihr Recht. Zwei Lagen sind zu wenig. Das ist noch zu wabbelig. Könnte aber knapp werden mit meinen 2m². Mal sehen, wie ich da strategisch vorgehe.
Weiterhin habe ich einen neuen Unterdruckanschluss an der Vergaserseite montiert:
Unterdruckanschluss Vergaser
Es passen die Gummitüllen von Austin-Healey Sprite und MG Midget. Welche Modelle genau muss ich noch raus suchen und dann in die Gleichteileliste aufnehmen.
Nebenbei habe ich dann noch den schon mal angesprochenen Batteriehauptschalter eingebaut:
Batterietrennschalter
Da ich zugebe Elektrik für Hexenwerk zu halten und nicht an sie zu glauben, habe ich den Schalter an den Minus-Pol geklemmt, weil ich das für ebenso effektiv wie den Plus-Pol hielt. Verstehe ich da die mystischen Kräfte richtig, oder hätte der Plus-Pol irgendeinen Vorteil?
Und weil ich ein Schussel bin und schon jetzt weiß, dass ich den Zündschlüssel mal mit getrenntem Schalter betätigen werde, habe ich auch gleich zwei Ersatzsicherungen im Sicherungskasten untergebracht.

Saft raus, Luft rein

Ok, dann wollen wir mal den letzten Monat aufarbeiten.
Kurz bevor wir gen Afrika abgehauen sind, bin ich nochmal in der Tiefgarage vorbei um sowohl den Bug als auch Sir Edward wenigstens ein wenig Winter-fit zu machen.
Ziel war es, die Batterien beider Fahrzeuge auszubauen und zum laden mit nach hause zu nehmen.
Bei Sir Edward war das Routine:
Winterschlaf 2009-2010
Allerdings fiel mir auf, dass er sonderbar schief stand. Die Ursache war ein Platten hinten links:
Hintereifen links platt
Sehr komisch! Die Reifen sind ja nagelneu und haben vielleicht 500 Meter runter. Sich da was einzufahren grenzt ja schon an Lotto-spielen….
Nun, die Fußpumpe brachte da erstmal kurzfristig Abhilfe.
Den Bug musste ich für den Batterie-Ausbau aus seinem Stellplatz rollen. Bond Bugs tragen ihre Batterien nicht im Motorraum, sondern hinten unter dem Kofferraum.
Als ich ihn draußen hatte, fiel mir die doch recht ansehnliche Öllache an seinem Platz auf:
Bremsöllache
Das müsste Getriebeöl sein. Ok, also besorgen und nachfüllen, bevor er das nächste mal bewegt wird. Wieder was auf der Checkliste.
Einer der Vorbesitzer hat beim Bug schlauerweise einen Trennschalter zwischen die Batterie und das Fahrzeug gesetzt:
Batterietrennschalter
Rädelschraube raus = Stromfluss unterbrochen, Rädelschraube rein = normaler Stromfluss. Die kleine Sicherung neben der Rädelschraube sorgt dafür, dass eine Borduhr oder ein Radio auch bei unterbrochener Stromzufuhr weiter laufen. Sollte allerdings ein böser Bube den Wagen starten wollen oder plötzlich ein Kurzschluss bestehen, brennt die kleine Glassicherung durch und der Strom ist gänzlich aus.
Eine kluge Modifikation! Besonders bei so leicht brennbaren Autos…
Ich werde die Tage auch sowas bei Sir Edward nachrüsten.
Nach getaner Arbeit bekamen die Beiden noch schnell ein paar warme Worte und Streicheleinheiten, damit sie den Monat über nicht so traurig sind.
Abschließend gabs ein Foto:
Winterschlaf 2009-2010
Ich hoffe, dass ich kommende Woche mit Sir Edward beim TÜV wieder vorstellig werden kann. Das Wetter momentan macht die Winterpause ja noch nicht zwingend. Ein „Hoch“ auf die Globale Erwärmung!

AC/DC

Das bei den Duos neben Motorleistung auch Strom Mangelware ist, ist ja schon hinlänglich bekannt. Die Stromspule im Motor erzeugt 18 Watt für alle Verbraucher (außer Frontscheinwerfer und Zündspule). Die Verbraucher benötigen aber im schlimmsten Fall (Regen, dunkel, blinken, bremsen), ich meine, 21 Watt. Mal kann somit also seine Batterie, wenn sie nicht voll geladen ist, recht schnell „leerblinken“. Um für diesen ungünstigen Einsatzfall Reserven anzulegen, ist es wichtig, seiner Batterie immer möglichst viel Ladestrom zur Verfügung zu stellen. Hierzu gibt es zwei Wege:

  1. Verlustreduzierung bei der Umwandlung von Wechselstrom (Motorspule) in Gleichstrom (Batterie)
  2. Reduzierung des Stromhungers der einzelnen Verbraucher

Um Punkt 1 zu erfüllen, hatte auch schon einer der Vorbesitzer meiner Lola den alten Plattengleichrichter (die Dinger produzieren vorrangig Erderwärmung und nur nachrangig Strom) gegen einen modernen Siliziumgleichrichter getauscht. Die Silizumhasen haben eine Effektivität von nahezu 98% und somit kommen von den erzeugten 18W auch fast alle bei der Batterie an. Die Dinger kosten unter 5 Euro, der Umbau ist eine Sache von 15 Minuten und mit folgender Zeichnung auch sehr easy:
Brueckengleichrichter Umbau Schaltplan

Zu Punkt 2 werde ich die demnächst mal was schreiben. Ich habe da einige Experimente mit 6V-LEDs durchgeführt und bin zu gemischten Erkenntnissen gekommen. Stay tuned!

Nur um Beschwerden vorzugreifen: Nein, die Umrüstung auf eine 12V-100W-VAPE ist KEINE Lösung! Bei Beziehungsproblemen bestellt man sich ja auch nicht sofort eine Thailänderin aus dem Katalog, weil die einfacher in der „Wartung“ und im „Unterhalt“ ist….