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Und wieder funktioniert das Oldie-Netzwerk

Mit überbordender Freude laß ich vor kurzem in Phillips Volvo P1800-Blog, dass er seinen Bestand an Volvo-Werkstatthandbüchern erst durch einen Scanner und dann durch ein OCR-Programm gejagt hatte. Das hat zum einen den Vorteil, dass man sich das jeweilige Werk ausdrucken kann und nicht sein teures Original mit öligen Fingern besuddeln muss, zum Anderen kann man aber auch dank OCR die digitale Version nach einzelnen Wörtern durchsuchen, was es bei mehreren hundert Seiten doch arg vereinfacht, eine bestimmte Arbeitsanweisung zu finden.
Als Blitzmerker, der ich nun einmal bin, hab ich natürlich Phillip gleich angebettelt, ob er auch den pdf-Scan von Sir Edwards original Reliant Rialto II-Handbuch durch sein OCR-Programm jagen kann.
Was soll ich sagen? Es kam prompt eine maschienenlesbare Version zurück!

Ein Traum! Herzlichen Dank Phillip!

Ich werde nun mal beide Versionen im Downloads-Bereich zur Verfügung stellen.
Solltet ihr euch das Handbuch ausdrucken wollen, so ist die non-OCR Version besser, da durch die Texterkennung z.B. die Wartungstabelle auf Seite 15f. etwas verstümmelt wurde.

Ma‘ kennt sisch, ma hilft sisch

Dieses köllsche Motto gilt natürlich auch unter Altblechfreunden und da ich eh ein Verfechter der Nächstenliebe bin, war ich gerne bereit Axel eine Kopie der Papiere von Sir Edward für die Zulassung seines Bond Bugs zu überlassen, als er mich vor einiger Zeit danach fragte.
Normalerweise nützen die Papiere einem wenig, da der Bug ja einen 700 bzw. 750 ccm Motor hat. Allerdings ist der Umbau auf die späteren 850 ccm Motoren eine beliebte Modifikation und funktioniert nahezu „plug & play“. Solch einen Umbau hat auch Axels Bug hinter sich.
Besonders erfreut war ich, als er mir wenig später zum Dank für meine Hilfe eine DVD mit zwei Reliant-Dokumentationen schickte.
Auf der DVD war zum einen die BBC-Dokumentation „Trouble at the Top“, in der gezeigt wird, wie der ehemalige Jaguar Manager Jonathan Heynes im April 1996 Reliant nach dem Konkurs kauft und bis Weihnachten 1996 wieder in die Gewinnzone bringt.
Außerdem enthielt sie noch „The Car’s the star – Reliant“:
Teil I:

http://www.youtube.com/watch?v=EW6JTXrf0v4

Teil II:

http://www.youtube.com/watch?v=CsUJpojwGsQ

Herzlichen Dank!

Ebenfalls nur ne Nummer

Um die Zeit ein wenig zu überbrücken hier mal noch ein paar Details zum Bond Bug.
Ich hab mich mal wegen seiner Motornummer schlau gemacht.
Die sieht nämlich etwas anders aus, als die von Sir Edward:
Bond Bug Motornummer 21

Allerdings gelten auch hier die gleichen Prinzipien:

  • „3G“ entspricht dem Produktionsdatum ‚Juli 1973‘
  • „177930“ ist die Motornummer
  • „C“ steht für den Fahrzeug-Typ in dem er original eingebaut war
  • „70“ steht für 700 ccm

Alles soweit ok. Nur leider dürfte da kein „C“ stehen, wenn es der/ein original Bond Bug-Motor wäre.
Die frühen Bugs hatten ein „B“ vor der 70. Die späteren E und ES-Modelle zusätzlich ein „E“ oder „ES“ hinter der „B70“. Die Motoren waren zwar konstruktiv mit denen aus dem Reliant Regal identisch, unterschieden sich aber in der Kompression.
Bei der Restaurierung scheint da einer der Vorbesitzer das Aggregat getauscht zu haben.
Damit ist der Bug wohl nicht mehr Number-matching. Schade. Das sollte allerdings dem Fahrspaß keinen Abbruch tun.

Keep Cool VII

Ich hab die gestrigen Abendstunden mal dazu genutzt, den Ausgleichsbehälter des Mitsubishi Colts provisorisch in Sir Edward zu fricken.
Als erstes musste dazu die Haltenase an der Unterseite ab, damit er überhaupt unter die Motorhaube passt:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage1
Natürlich haben die kleinen Japaner da ner Vertiefung eingegossen, die jetzt zum Loch wurde:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage3
Da half aber mein neuer Freund Pattex Powerknete Repair Express:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage4
Schnell zwei kleine Kügelchen draus geformt, eines von innen mit einem Stöckchen in das Loch gedrückt:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage6
und das Zweite von Außen mit der austretenden Masse verknetet:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage8
Das sollte dauerhaft dicht sein.
Danach kam der Behälter provisorisch mit Kabelbindern in den Motorraum:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage10
Den Überlaufschlauch, der früher einfach auf die Gasse führte, konnte ich an den Behälter anschließen. Einfaches Plug & Play.
Danach habe ich den Kühler randvoll gefühlt.
Anfangs war der Überlaufschlauch noch abgeknickt:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage11
Nachdem aber der Motor heute Morgen aber auf Betriebstemperatur war, hat sich der Knick verflüchtigt:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage12
Lässt sich auch astrein durch pusten.
In der heutigen Mittagshitze (ca. 25°C) bin ich dann mal auf dem Heimweg auf der Bahn ein wenig mit forciertem Tempo unterwegs gewesen, um die Temperatur hoch zu treiben. Weiter als knapp über „Mitte“ bin ich aber nicht gekommen:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage16
Das Ergebnis war ist um so verwirrender….
Das Wasser hat sich (zum Teil) verflüchtigt:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter prov. Montage15
Aber im Ausgleichsbehälter is nix angekommen!
Keine Ahnung, wo das hin ist!
Meine Hoffnung ist, dass vorher noch Luftblasen im System waren, die sich nun in den Ausgleichsbehälter verzogen haben und daher der Wasserstand gesunken ist, statt zu steigen.
Ich hab jetzt nochmal den Kühler voll gemacht. Mal sehen, ob auf der Heimfahrt morgen da was raus drückt.
Ich erzähle mir ja schon selbst wieder Horrorgeschichten von gerissenen Zylinderkopfdichtungen und so…
Aber es findet sich weder (sichtbarer) Wasserdampf in den Abgasen, noch Wasser im Öl (oder umgekehrt).

Keep Cool VI

Da ich für den Heckscheibenwischer vom Astra der Besten ja eh zum Schrott musste, hab ich mich auch gleich mal nach passenden Ausgleichsbehältern für Sir Edward umgesehen. Den will ich ja auf ein druckloses Ausgleichssystem umrüsten (Was übrigens so lüppt, wie ich mir das schon zusammengereimt habe.)
War mal wieder ein interessanter Streifzug. Diesmal war ich bei der Autoverwertung „Flebbe„.
Wesentlich netterer Laden, als „Flatau“ in Osnabrück.
Es gab allerdings auch traurige Opfer der Abwrackprämie zu sehen. So wie diesen W123:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 4
Der Chrom sah noch ganz gut aus. Auch die Polster im Innenraum sahen sauber aus. Leider hat irgend ein Pansen die Beifahrerscheibe runtergekurbelt gelassen. Daher wars ein wenig feucht im Innenraum. Ich hab sie jetzt (bis auf einen kleinen Lüftungsschlitz) hoch gekurbelt. Muss ja alles seine Ordnung haben….
Mein Ausgleichsbehälterjagd war allerdings auch erfolgreich.
Ich musste zwar alle Autos durchwühlen, bis ich endlich zwei relativ kleine Ausgleichsbehälter gefunden hatte (die Anderen waren so groß wie Sir Edwards Benzintank), aber Hauptsache das Ergebnis stimmt.
„Japan“ ist übrigens das Stichwort. Da is alles klein. Auch die Ausgleichsbehälter.
Dieser Toyota (eine Typenbezeichnung konnte ich leider nicht finden. Ist ein mir unbekannter Zweitürer mit kurzem Stufheck und „hohen“ Limousinen-Dach):
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 5
lieferte einen schön schmalen und langen Ausgleichsbehälter:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 3
Von diesem Mitsubishi Colt (CJ0):
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 2
hab ich noch einen kleinen, spitz zulaufenden Behälter mitgebracht.
Die beiden Behälter haben mich zusammen nen EU-Heiermann gekostet. Fairer Preis.
Der Colt-Behälter würde gut an den (bisher freien und in späteren Baujahren auch für den Ausgleichsbehälter benutzten) Platz vor der Batterie passen:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 6
Allerdings ist er momentan noch ein Stückchen zu hoch. Vielleicht passt er, wenn ich den Haltezapfen an seinem Boden absäbele.
Der Behälter hätte den Vorteil, dass er ein gutes Stück höher als der Kühler sitzen würde und daher die Luft aus dem System sich dort verflüchtigen könnte (Ok, der Wärmetauscher wäre immer noch höher…).
Der längliche Toyota-Behälter passt haargenau an eine freie Stelle neben der Zündspule:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 9
Auch sexy. Zumal er auch wesentlich mehr Füllvolumen haben dürfte als der vom Colt.
Mal sehen, mal sehen.
Ich tendiere aber zu dem vom Colt. Die Montageposition spricht klar für ihn.

Natürlich gabs (für ebenfalls einen Heiermann) auch nen Scheibenwischerarm für den Astra.
Alle Beteiligten also zufrieden.