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Keep d’ bugger cool III

Wie schon angedeutet, gab es noch einige Arbeit am Wärmetauscher der Heizung, ehe der Kühlkreislauf des Bugs wieder geschlossen werden konnte.
Der Kasten, in dem der Tauscher mit dem Lüfter sitzt, war von einem der Vorbesitzer mit fies-klebrigem Kit an der Karosserie verklebt worden:
Bond Bug Wärmetauscher 17
Da half nur der Cutter.
Der Deckel des Kastens wird nur durch vier Klammern gehalten. Mit Hölzchen und vorsichtigem Hämmern lässt er sich recht einfach lösen. Danach präsentiert sich einem das Innenleben:
Bond Bug Wärmetauscher 19
Mal wieder Siff und Gammel so weit das Auge reicht…
Hat man den Wärmetauscher entfernt, findet sich darunter zusätzlich zum weiteren Gammel noch ein schmaler Schaumstoff-Streifen:
Bond Bug Wärmetauscher 20
Keine Ahnung, wo zu der diente. Vielleicht sollte er Vibrationen abfedern. Ich vermute eher, dass er als kleines Schwämmchen Feuchtigkeit sammeln und für einen unerwarteten Rostherd sorgen sollte. Egal. Flog auf jeden Fall raus.
Ich hätte gerne den Kasten abgeschliffen und neu lackiert, aber der verdammte Motor lässt sich nicht demontieren!
Die kleine Madenschraube unter dem Propeller habe ich schon entfernt:
Bond Bug Wärmetauscher 22
Er lässt sich aber trotzdem (von Hand) nicht von der Welle ziehen.
Und ich finde auch keinen Spalt, an dem man das Motorgehäuse vielleicht trennen könnte:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 85
Daher musste der Motor erstmal montiert bleiben und ich habe den Kasten nur mit Kaltreiniger und einer Zahnbürste geschruppt:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 83
Auch der Tauscher war mit einer öligen Kruste überzogen:
Bond Bug Wärmetauscher 21
Vaddern schwang hier ebenfalls die Zahnbürste und bald sah er wieder besser aus.
Als Ersatz für den Schaumstoffstreifen habe ich anschließend eine Matte aus LKW-Schlauch geschnippelt:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 86
Die sollte die Funktion des Streifens (welche auch immer das war) erfüllen ohne Wasser zu ziehen.
Alles entsifft und erstmal wieder zusammen geworfen:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 87
Nach der Montage im Bug und einem anschließenden Probelauf, stellte ich fest, dass sich Wasser im Heizungskasten sammelte.
Großartig!
Also alles wieder ausgebaut:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 89
Ein Test mit dem Gartenschlauch ergab folgendes:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 91
Beide in den Kühlkörper eingelötete Rohre waren undicht.
Kacke!
Bin ich beim Ausbau wohl zu rabiat gewesen. Muss man wirklich wie rohe Eier (ohne Schale) behandeln.
Ich vermute, sie wurden beschädigt, als ich sie etwas drücken musste um sie durch die Löcher im Kasten aus zu fädeln:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 96
Anschließend habe ich die Löcher dann größer gefeilt, so dass die Rohre da nun gut durch passen. War aber anscheinend schon zu spät.
Vaddern ist aber ein findiger Mann und meinte, dass wir das weichlöten könnten.
Also rings um die Rohre frei gekratzt, mit dem Dremel frei geschliffen:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 92
und den Lötbrenner geschwungen:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 94
Vaddern meint natürlich, dass die Nähte nicht schön genug geworden sind um sie hier im Blog zu zeigen, aber ich finds schick:
Bond Bug Wärmetauscher Heizung 98
Beim anschließenden Test mit dem Gartenschlauch zeigte sich auch, dass die beiden Stutzen nun dicht sind.
Allerdings machte es nach kurzer Zeit leise *knacks* und es sprühte ein scharfer Strahl zwischen den Kühlrippen hervor…..
Merke: Wenn ein System nur auf 0,6 Bar ausgelegt und knappe 40 Jahre alt ist, teste es nicht mit einer Wasserleitung auf der mindestens 2 Bar liegen!
Damit habe ich den filigranen und natürlich auch seltenen Wärmetauscher der Heizung gehimmelt.
Dummheit tut manchmal auch angemessen weh.
Jetzt muss ich mir was kreatives als Ersatz ausdenken.
Ich will Anfang der Woche mal beim Kühlerbauer vorbei und hören, was der meint. Allerdings befürchte ich da nix gutes.
Ich habe überlegt, ob man nicht einen Ölkühler als Wärmetauscher verwenden könnte?
Was meint ihr?
Der original Wärmetauscher hat folgende Maße:
Länge: 20,5 cm
Breite: 8 cm
Höhe: 4 cm
In der Höhe und in der Breite ist etwas Luft, wie ihr in dem Bild oben (wo er im Kasten eingebaut ist) sehen könnt. Lediglich die Länge ist fix.

einmal feucht durchwischen

Damit der Bug beim TÜV auch einen guten Eindruck macht, habe ich auch noch mal feucht durch gewischt.
In technischer Hinsicht habe ich den zur Entlüftung des Motors dienenden Öleinfülldeckel mal ausgewaschen.
Einfach auf einer Seite mit behandschuhter Hand zu gehalten, von der anderen Seite mit einer Spritze Verdünnung eingefüllt, auch zu gehalten und dann geschüttelt, nicht gerührt:
Bond Bug Motorentlüftung auswaschen 35
Da war ich wohl auch der Erste, der dass in den letzten 40 Jahren mal gemacht hat. Kam zumindest ein ansehnlicher Bodensatz bei rum:
Bond Bug Motorentlüftung auswaschen 36
Einer der Vorbesitzer hatte (in meinen Augen) sinnfreie Klettverschlüsse an den Steckfenstern angebracht. Der ekelerregend schmierige Kleber ging mit Terpentin ganz gut ab:
Bond Bug Steckscheiben 40
Danach haben wir mit Wasser und Kunststoffpflege die Fenster behandelt. Nicht das das Terpentin da noch was angreift.
Anschließend haben wir die Fenster eingehängt und verriegelt, um den Bug zu waschen.
Allerdings scheint er wirklich nur für trockene englische Sommer gebaut zu sein. Die ein oder andere Undichtigkeit fand sich nachher schon:
Bond Bug gewaschen 45
Aber dafür leuchtet er jetzt wieder in herrlichem Tangerine Orange:
Bond Bug gewaschen 47

Bond Bug gewaschen 48

Bond Bug gewaschen 49

Bond Bug gewaschen 51

Bond Bug gewaschen 50
Das Handbuch des Bugs berichtet davon, dass man die Steckscheiben auch bei Bedarf im Kofferraum verstauen kann. Das erschien mir bisher rätselhaft, aber mein Vater als alter Origami-Freund ergründete das Einfädelungsgeheimnis:
Bond Bug Steckscheiben 38
Da muss ich mir jetzt noch was einfallen lassen, wie ich sie im Kofferraum vor Kratzern und Schäden schützen kann. Vielleicht ne Tasche nähen?

temporarily ending story

Am Bug hatte natürlich die leckende Benzinpumpe bzw. Verschraubung Priorität. Im R3W-Forum sprach man davon, dass es möglich wäre, sie mit einem Hahnenfuß oder einem abgesägten Maulschlüssel zu erreichen. Hahnenfuß war nicht zur Hand aber ein alter 11-12er Schlüssel fand sich im Reste-Werkzeug-Fundus.
Ritze-Ratze war der gekürzt und nach ewigem Gefummel konnte ich ihn dank Spitzzange auf der Verschraubung platzieren:
Bond Bug Benzinpumpe 29
Nun war es möglich mit einem Holzklotz über die Motoraufhängung gegen den Schlüssel zu hebeln und sie ein wenig nach zu ziehen:
Bond Bug Benzinpumpe 31
Allerdings saß sie schon bombenfest. Die mal wieder los zu bekommen, wird unterhaltsam.
Anschließend wollte ich natürlich zu einem neuen Testlauf starten.
Also Schlüssel gedreht und….Stille…..
Der Anlasser tat keinen Mux.
Um es mit Obelix zu sagen: „*$&#!*“
Also Fehlersuche mit dem Multimeter. Recht schnell war klar, dass das Relais nicht schaltete. Doch warum? Ich hatte doch nix geändert seit dem letzten Testlauf…. 12V kamen auch am Relais an.
Laut Schaltplan sollte da auch ne Masse sein. Sollte die etwa…. Ein Kabel mit Kroko-Klemmen vom Relais-Gehäuse zu einer Motorschraube brachte Gewissheit: Sie war….
Nähere Recherche unter dem Bug förderte auch ein loses Massekabel am Getriebe zutage. Das schien früher mal zum Relais gelaufen zu sein. Muss sich verflüchtigt haben, als ich das Relais für den Ausbau des Hitzeschutzblechs abnehmen musste.
Warum auch immer er dann beim ersten Testlauf angesprungen ist….
Nachdem das gefixt war, sprang der Bug auch sofort an. Die Pumpe hielt überraschenderweise dicht und ich ließ den Motor ein wenig warm laufen:

Wie man sieht läuft der Motor in warmem Zustand schön ruhig und rund. Nice!
Allerdings traue ich der Pumpe nun nicht mehr über den Weg. Ich befürchte, dass die nach der ersten Bodenwelle wieder undicht wird.
Allerdings steht der Plan für diesen Fall auch schon. Die fliegt dann gnadenlos raus und wird gegen eine schöne elektrische Pumpe ersetzt. Die hier habe ich im Auge. Ich muss mich nur noch schlau lesen, ob die einen Rücklauf benötigt und ob der Förderdruck nicht zu hoch für den Zenith 30IZ-Vergaser ist.

Never ending story

Nachdem nun langsam die Wiederbelebung des Bugs immer deutlicher auf eine baldige TÜV-Abnahme hinsteuerte, wollte ich als Abschluss des leicht verkorksten Wochenendes einen ersten Testlauf nach 1,5 Jahren des Stillstands wagen:
Bond Bug Testlauf 8
Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen….
Aber es war so schönes Wetter. Der Bug freute sich auch ganz doll! Ehrlich!
Bond Bug Testlauf 6
Sieht doch toll aus in der Frühlingssonne, oder?
Ich habe vor dem Testlauf die Leitungen der Zündspule abgeklemmt und erstmal mit dem Anlasser den Motor ein paar mal drehen lassen (immer nach max. 15 Sekunden orgeln eine Pause machen, damit der Anlasser abkühlen kann!). So konnte die Ölpumpe erstmal wieder was vom guten Stoff durch die Adern des Motors an die relevanten Lager und Schmierstellen schicken, ohne das direkt die Belastungen eines Motorstarts auf sie zu kamen.
Mein Bruder hat dankenswerterweise auf Video festgehalten, was anschließend geschah:

Erstaunlich fand ich, dass er so schnell angesprungen ist. Allerdings lief er doch sehr ruppig. Mal sehen, wie weit sich das mit neuem Sprit und Öl gibt.
Wie ihr am Ende des Videos vielleicht gehört habt, musste ich den Testlauf direkt wieder abbrechen. Vaddern hatte entdeckt, dass es unter dem Bug tropfte:
Bond Bug Testlauf 9
Schnüffeln und ein schneller Blick unter den Bug bestätigten die Beobachtung. Benzäng hatte sich dünne gemacht.
Die Ursachenforschung war auch recht einfach:
Bond Bug undichte Benzinleitung 2
Der Übeltäter scheint diese Verschraubung der Zuleitung vom Tank zur Pumpe zu sein:
Bond Bug undichte Benzinleitung 3 bearbeitet
An ihr hing ein Tropfen.
Wie ihr schon an dem deutlichen Foto erkennt, eine selten bekackte Stelle. Da kommt man nur mit 5-6 Gelenken pro Finger dran. Geschweige denn, dass man da nen Schlüssel drauf stecken und drehen könnte. Momentan bin ich etwas ratlos, wie ich dem Bastard bei kommen soll. Als alter Pessimist sehe ich mich schon den Motor ausbauen….
Allerdings ist Benzin auch nicht die einzige Flüssigkeit, die der Bug von sich gibt:
Bond Bug undichte Kühlwasserleitung 5
An diesem Gartenschlauch-Ventil aus dem 19. Jahrhundert sappt Kühlwassser raus. Sicherlich nicht original dort verbaut…. Es ist ein Trauerspiel.

Inkontinente Verzögerung

Um die Wartezeit auf den neuen Sicherungskasten zu überbrücken, hab ich mich mal unter den Bug begeben.
Ich hatte den ja noch nie von unten betrachtet.
Mein erster kritischer Blick galt natürlich den Benzinleitungen.
Wie zu erwarten war, fand sich da auch wieder grauenhaftes:
Benzinleitung Bond Bug
Das Verbindungsstück zur Benzinpumpe ist ohne Schlauchschellen nur gesteckt und der Schlauch zerlegt sich schon in seine Bestandteile. Dringender Handlungsbedarf!
Leider sieht man auch deutlich, dass die vollverzinkten Rahmen erst mit der „Rialto“-Serie bei Relinat Einzug erhalten haben. Es findet sich reichlich Rost. Nix gravierendes, aber alles gut angerostet. Da muss ich also auch mal mit ner Schruppscheibe tätig werden und danach Bratho-Korrux 3-in-1 streichen.
Leider ist auch (wie bei Sir Edward) der Halterahmen vom Kühler durchgegammelt:
PC260576
Nicht akut, aber in absehbarer Zeit auch fällig.
Eigentliches Ziel meiner Expedition war es allerdings, dass Leck im Bremssystem zu finden.
Der Hauptbremszylinder ist leer und das Bremspedal fühlt sich eher nach Gaspedal an…
Ziemlich schnell rückten die vorderen Radbremszylinder ins Visier des Fahnders. Der Lack auf der Rückseite der Bremstrommel-Abdeckplatte hatte die Konsistenz von Gummi, warf Falten und ließ sich einfach abziehen. Klares Anzeichen von ausgelaufener Bremsflüssigkeit.
Also habe ich den Bug auf Achsständer gesetzt und die Bretter unter dem Vorderrad entfernt:
PC260574
Bisschen mulmiges Gefühl, wenn die Kiste auf lediglich noch einem Balken über einem schwebt, aber die Arbeitsposition ist natürlich vormidabel.
Kaum hatte ich die Bremstrommel runter und die Gummikappe des einen Radbremszylinders angelupft, quaddelte mir die Brühe auch schon entgegen:
PC260577
Das ist so nicht original! Einfache Diagnose.
Leider ist der Andere auch nicht 100% trocken unter seiner Manschette:
PC260578
Natürlich hab ich aber nur einen Ersatz-Bremszylinder hier liegen. Doof.
Egal. Auseinander muss die Chose eh.
Also die Bremsbeläge runter genommen und ein schnelles Erinnerungsfoto der Federn-Anordnung gemacht:
PC260586
Die Beläge werde ich in Bremsenreiniger einlegen. Mal sehen, ob das den öligen Film entfernt. Ansonsten müssen die auch neu.
Als nächstes mussten die Bremsleitungen vom defekten Zylinder ab.
Da graute es mir ja schon etwas vor. Bei Sir Edward endete das damals desaströs.
Das Glück war mir allerdings hold und beide Verschraubungen lösten sich mit moderatem Kraftaufwand:
PC260587
Als ich kurze Zeit später den Radbremszylinder draußen hatte, hab ich ihn mal interessehalber zerlegt:
PC260588
Sieht schon fies vergammelt aus.
Gänzlich zerlegt und gereinigt, sieht er jedoch garnicht mal so übel aus:
PC260592
Der Zylinder und der Bereich hinter dem Dichtgummi am Kolben weisen keine Rostfraß-Spuren auf. Wahrscheinlich hat nur das Gummi seine abdichtende Fähigkeit verloren.
Das ganz kommt jetzt in ein beschriftetes Tütchen und in den Fundus. Wer weiß, wann man den nochmal braucht.
Ich hätte natürlich auch schon direkt nen neuen Bremszylinder eingebaut, wenn ich die Ersatzteile nicht in Osnabrück vergessen hätte….