Kategoriearchiv: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Gib Gummi

Neulich habe ich ja die fertigen Gummilager an Sir Edwards Motor diagnostiziert:
defektes Motorlager
Es erklang daraufhin der Ruf, dass die bekannte Ruckelproblematik durch die kaputten Lager verursacht werden könnte.
Dementsprechend habe ich mich am Wochenende dran gesetzt und die Lager ausgetauscht. Natürlich nicht ohne mich wie immer vorher wissenschaftlich mit der Problematik auseinander zu setzen! Die originalen Lagergummis gibt es nur noch als NOS-Teile. Sie sind also mindestens 10 Jahre alt. Das tut Gummi bekanntermaßen nicht sonderlich gut. Dementsprechend gering ist auch die Haltbarkeit laut R3W-Forum. Nach 3-4 Jahren muss man da normalerweise wieder ran. Da ich aber gerne Nägel mit Köpfen mache, habe ich mich mal nach Alternativen umgesehen.
Mit einer einfachen Formel kann man berechnen, wie groß die benötigten Lager dimensioniert sein müssen.
Oder man macht es wie ich und greift einfach zu großen Kalibern…
Von Menschen, welche Reliant-850ccm-Motoren im Trailsport (in Ligier-Fahrzeugen) einsetzen (und daher besonders stabile Lager brauchen) hatte ich gehört, dass Land Rover-Motor- und Getriebelager mit einigen Modifikationen passen sollen.
Ich hab daher bei www.land-rover-ersatzteile.de mal ein paar Lager für Serie 3/Defender/Discovery 1/Range Rover 1 bestellt.
Um es gleich zu sagen: Ich war erstaunt, was für riesige Ballermänner die Gummis sind! Sie haben im Durchmesser 77mm (3 inch)!
Das Interessante sind aber die Höhe: 37mm (1,48 inch) und die Dicke der Bolzen 9,7mm (0,38 inch). Das sind nämlich ziemlich genau die Maße der original-Reliant-Gummis! Die Gummis haben auch den Vorteil, dass sie keine Zentrierstifte haben, die man absägen müsste.
Vergleich Alt-Neu
Die Dicke ist eigentlich nicht verwunderlich, schließlich dürfte so ein Land Rover-Block so viel wiegen, wie ein kompletter Rialto….
Komischerweise sind die Bolzen der Land Rover-Gummis metrisch. Daher muss man leider die aufgeschweißten Muttern der Reliant-Motorhalterung absägen. Allerdings erleichtert das auch eine spätere Demontage, sollte die Verschraubung mal fest rosten.
Genug der Vorrede! Ans Werk!
Als erstes sprüht man die Muttern der alten Gummis mit reichlich Rostlöser ein. Während der wirkt, muss das Fahrzeug aufgebockt werden. So hoch, dass man bequem drunter arbeiten kann, aber nicht zu hoch, so dass man den Motor noch mit einem Wagenheber anheben kann (ein Motorlift wäre natürlich einfacher):
Rialto aufgebockt
Danach erst die unteren Muttern abschrauben und den Motor mit dem Wagenheber anheben.
Am einfachsten ist es den Motor an der Ölwanne anzuheben. Allerdings solltet ihr auf eine gute Druckverteilung achten, damit ihr die Ölwanne nicht zerdrückt und sie nach der OP undicht ist. Ein Brett auf dem Wagenheber hilft. Sollte eure Ölwanne schon sehr rostig sein, so kann es ebenfalls sein, dass sie nach der Aktion leckt. Gute Gelegenheit sie zu tauschen. Bis dahin hilft Knetmetall.
Die Haltegummis hinten am Getriebe müsst ihr montiert lassen, so dass sie beim anheben als Angelpunkt wirken. Ansonsten stößt das Getriebe nämlich an den Kardantunnel ehe der Motor vorne hoch genug ist um die Lager auszufädeln.
Und immer schön vorsichtig anheben. Nicht dass ihr den Anlasser in den Innenraum durch drückt oder den oberen Kühlerschlauch von der Hinterseite des Blocks abklemmt!
Wenn vorne Luft ist, greift ihr mit einer großen Wasserpumpenzange die Metallhülse des Gummis und dann wird gedreht:
altes Lager Fahrerseite
Der Ausbau bei Sir Edward war recht easy, da die Gummis direkt beim anheben in zwei Teile zerfielen:
alte Lager ausgebaut
Augenscheinlich lag der Motor vorne nur noch durch sein eigenes Gewicht auf den Stützen!!! Im Hintergrund seht ihr übrigens die Land Rover Gummis. Der Größenunterschied ist deutlich….
Jetzt geht es an den schweißtreibenden Teil der Geschichte: Von der oberen Halterung muss die aufgeschweißte Mutter ab:
Motorhalter
Diese Arbeit ist bei ausgebautem Motor eine Sache von 3 Minuten mit der Flex (und stark anzuraten). Bei eingebautem Motor braucht ihr eine sehr schmale Eisensäge, viel Geduld und ausdauernde Oberarmmuskeln. Da der Platz sehr beengt ist, habe ich in unserem Fundus kein elektrisches Werkzeug gefunden, mit dem ich da dran kommen könnte. Lediglich dieser „Handgriff“ für Eisensägeblätter hatte genug Platz:
Eisensäge im Einsatz
Zwei lahme Arme und einiges Gefluche später ist die Mutter ab:
Mutter abgesägt
Jetzt noch schnell einen Bohrer bzw. eine Rundfeile auspacken und das obere Loch bzw. die Reste der Mutter auf 10mm aufweiten.
Anschließend müssen von einer Seite der neuen Lager 1,3 cm abgeschnitten werden:
Neue Lager mit Zollstock
Ansonsten bekommt man sie nicht in den Sitz gekantet. Sollte man die Lager bei ausgebautem Motor tauschen, so reichen auch ca. 0,8 cm. Allerdings kann man dann den Motor auch nicht mehr so einfach ausbauen!
Absägen geht gut mit einer Eisensäge:
neue Lager werden abgesägt
Die Flex habe ich im Schrank gelassen, da ich Bedenken bezüglich der Hitzeentwicklung hatte.
Auch von dem „oberen“ Bolzen muss ein Stückchen ab. Selber Grund:
Bolzen der neuen Lager absägen
Eingebaut werden die Gummis, indem ihr sie mit dem unteren Bolzen in das Langloch am Rahmen steckt und dann mit der abgeschnittenen Kante voran rein kantet:
Neues Lager rein kanten
Danach dreht ihr die abgeschnittene Seite nach vorne Richtung Rahmen, so dass das Gummi nicht mehr an dem runden Querrohr aufliegt:
Neues Lager eingebaut
In der Breite passt das neue Gummi haargenau:
Neues Lager eingebaut 2
Nun noch mit Unterlegscheiben und Sprengringen sichern und fest verschrauben.
Danach kann man die Gummis getrost vergessen und sich am wesentlich ruhigeren Motorlauf erfreuen.

P.S.: Die Gummilager des Getriebes lassen sich übrigens auf diese weise nicht ersetzen! Die haben ihr oberes Gewinde in der Getriebeglocke. Dort sind also Originalteile erforderlich. Oder zumindest welche mit passendem Gewinde…

P.P.S.: Natürlich hat diese Reparatur das Ruckeln nicht behoben. Langsam fühle ich mich wie Xandir P. Wifflebottom…“auf der ewig währenden Mission, seinem Rialto das Ruckeln abzugewöhnen“…

Kleinvieh

Ein wenig Kleinkrams hab ich an Sir Edward auch noch erledigt.
Zum einen bekam des Kabel zum Öldruckschalter nen neuen Kabelschuh und ne Hülle:
Öldruckschalter neuer Kabelschuh
Der alte Schuh hing nur noch am kupfernen Faden:
Öldruckschalter marodes Kabel
Außerdem habe ich ein paar Fußmatten aus dem Baumarkt zugeschnitten. Dank der asymetrischen Fußräume vorne passte die Fahrermatte direkt aus der Packung super. Die vom Beifahrer bekam ein wenig coupierte Ohren. Nur die Matten für die hinteren Plätze erforderten echte Anpassung:
Fußmatte hinten
Wenn ihr mal Matten für euren Schlitten zu schneidet, denkt dran die Ecken der Ausschnitte mit einem Locheisen auszustechen:
Fußmatte zuschneiden
Schneidet man da einfach nur einen rechten Winkel rein, so reißen die Matten später an dieser Stelle aus. Die Rundung des Locheisens verhindert das.
Nach knapp ner Woche mit offenen Fenstern stinkt der Wagen übrigens auch nicht mehr nach billigem Weichmacher!
Außerdem habe ich ein wenig auf dem Montageort meines neuen Feuerlöschers rum überlegt. Ich hab einen 2 Kg-ABC-Pulverlöscher besorgt. 2 Kg werden als Minimum für Kfzs empfohlen. Lieber wäre mir ein 4 Kg-Löscher gewesen, aber sowas wird anscheinend nicht produziert. Die nächste Stufe wäre ein 6 Kg-Ballermann gewesen und der war mir für das winzige Auto zu groß.
Auch auf der Frage Pulver vs. Schaum habe ich ne ganze Zeit lang rum überlegt. Das Löschpulver ist höllisch aggressiv und zerfrisst mit der Zeit alles, was man ihm vorwirft. Da muss man also möglichst schnell nach dem Einsatz mit viel Wasser sehr gründlich nachspülen. Schaum hingegen kann zu Kurzschlüssen bei elektrischen Verbindungen führen und verteilt sich nicht so gut in einem verwinkelten Motorraum, so dass man eventuell die Flammen nicht anständig erreicht.
Wenn ihr euch nen Löscher besorgt, nehmt einen mit Manometer. Dann könnt ihr selbst gucken, wann sein Innendruck nicht mehr ausreicht und er neu befüllt werden muss. Bei denen ohne Anzeige ist das immer ein Ratespiel und wenn man es zu lange raus zögert, ist er im Ernstfall nicht mehr zu gebrauchen.
Als Montageort hatte ich mir den Beifahrerfußraum überlegt:
Feuerlöscher vor Beifahrersitz
Direkt vor dem Sitz wäre er dem Beifahrer nicht im Weg und er wäre schnell zur Hand, wenn man ihn braucht.
Leider spricht die Bauart des Sitzes gegen diesen Einbauort:
Feuerlöscher vor Beifahrersitz 2
Schiebt man den Sitz nämlich nach vorne, so wird er gleichzeitig auch flacher und lässt sich dann mit montiertem Löscher nicht mehr hochklappen.
Blöd.
Ich will versuchen, den Feuerlöscher stattdessen am Deckel meiner Ersatzrad-Werkzeugkiste zu befestigen. Dann ragt er zwar im normalen Betrieb in den Kofferraum rein, aber wenn ich den Halter mit Flügelschrauben befestige, kann ich ihn schnell abmontieren, sollte ich mal eine etwas sperrigere Last zu transportieren haben. Mal sehen, was die Realität zu diesem Plan sagt.

Die Drückerkolonne

Wie schon geschrieben habe ich letzte Woche mal die Ventile eingestellt. Das immer noch vorhandene ruckeln sollte ja eventuell daher rühren.
Wie von Tobias und Andy empfohlen, wollte ich erst mal einen Kompressionstest machen, um Ausgangswerte zu bekommen. Also Motor warm laufen lassen und Kompressionstester ausgepackt:
Kompressionsprüfer
An sich ne einfache Kiste: Zu messende Zündkerze rausschrauben, Adapter einschrauben, Messuhr anschließen, Verteilerkappe samt Zündkabel abnehmen, alle Kabel zur Zündspule abklemmen und dann ein paar mal den Motor mit dem Anlasser drehen lassen. Mit jeder Umdrehung sollte der Zeiger der Messuhr weiter ausschlagen und spätestens nach 4 Umdrehungen (4-Takter) seinen höchsten Stand erreicht haben. Dank Rückschlagventil verharrt der Zeiger in seiner höchsten Position und man kann den Wert ablesen:
Kompressionstest
Blöd ist nur, wenn man wie wir, einen billigen Kompressionstester gekauft hat und dessen Adapter sich nicht dicht einschrauben bzw. in-einander-stecken lassen.
Schön wenn dann noch diese konischen Gummiadapter dabei sind. Die kann man versuchen mit Herkuleskräften auf das Zündkerzenloch zu drücken, damit es dicht abschließt (was natürlich nicht klappt). Noch blöder ist es allerdings, wenn auch noch das Rückschlagventil direkt aus der Verpackung defekt ist….. „Scheiße kauft man zweimal…“
War also arschlecken mit Kompressionstest.
Solltet ihr auch mal einen Tester kaufen, so achtet darauf, dass die Zündkerzengewinde-Adapter alle nen Sechskant haben und nicht wie unser Kack-Teil nur ne geriffelte Oberfläche. Ansonsten lassen sich die kleinen Biester kaum fest genug einschrauben.
Naja, ist zum Glück ja noch Garantie drauf.
Also ohne Test weiter gemacht.
Als Lektüre habe ich mir (die wie immer exzellente) Anleitung von Fifer und die Beschreibung von Autoschrauber.de besorgt.
Also erst mal Platz schaffen. Luftfilter ab, Verteilerkappe samt Zündkabel raus, Isolierlappen unter dem Vergaser zurück schlagen, Öleinfüllstutzen und Schläuche aus dem Weg:
Ventildeckel ohne Schläuche/Leitungen
Denkt daran, auch die Benzinschläuche an der Pumpe ab zu machen (geht dort einfacher als am Vergaser):
Benzinpumpe
Und zwar beide! Der Obere sollte ab, damit ihr mehr Platz habt. Der Untere, vom Tank kommende, sollte ab, weil ansonsten die mechanische Benzinpumpe bei jeder zweiten Kurbelwellenumdrehung euch ne Ladung Sprit raus spuckt.
Danach noch die beiden Muttern auf der Oberseite lösen und den Ventildeckel abnehmen. Sollte er nicht einfach ab gehen, helfen leichte Fausthiebe oder ein dezenter Gummihammer. Danach kann man zum ersten mal seinen Ventiltrieb bewundern:
Nockenwelle
Hübsch!
Auf dem Bild seht ihr auch schon eine der Gefahren beim Zusammenbau: Wenn man nicht aufpasst, klemmt man den „Lappen“ unter dem Vergaser mit dem Ventildeckel ein und dann wird die ganze Chose nie dicht. Der andere Gefahrenherd ist das Thermostatgehäuse vorne am Zylinderkopf mit seiner Dichtung. Auch da besteht Klemmgefahr.
Aber eins nach dem Anderen.
Ihr solltet dran denken vorsichtig den Schmodder auf der Dichtfläche des Kopfes abzuwischen. Passt auf, dass nix nach innen fällt.
Mit abgenommenem Ventildeckel zeigt sich auch der ganze abgelagerte Dreck der Jahre:
Ventildeckel versifft
Also erstmal grob putzen:
Ventildeckel gesäubert
Da Sir Edwards Deckel immer etwas Öl ausschwitzte, habe ich auch beschlossen die steinharte Dichtung zu ersetzen. Was eine elende Arbeit.
Erst der Cutter erlaubte es mir die alte Dichtung in Bröckchen aus ihrem Sitz zu brechen:
Ventildeckel alte Dichtung entfernen
Eine Nacht in WD40, Schleifpapier und viel Geduld später waren auch fast alle Korkreste endlich raus:
Ventildeckel gesäubert 2
Danach habe ich den Deckel penibelst von Krümeln befreit und die neue Dichtung mal testweise eingelegt. Das Ergebnis kennt ihr ja schon:
Ventildeckel neue Dichtung
Dank eurer Hinweise habe ich dann mal die Hylomar-Tube geschwungen und rings um einen dünnen Film Dichtmasse aufgetragen:
Ventildeckel mit Hylomar
Man darf das Zeug nur ganz dünn auftragen, da ansonsten eine seiner zentralen Eigenschaften zum Verhängnis werden kann: Hylomar ist ja bekanntermaßen nicht aushärtend. Quaddelt man nun die ganze Nut damit voll, quetscht es unter der neuen Korkdichtung nach innen hervor und die kleinen „Nasen“ wackeln sich im Laufe der Zeit los. Danach hat man kleine Hylomarplocken im Ölkreislauf. Kann sehr unschön enden…. Also obacht!
Nach kurzer Antrocknungszeit (3-4 Minuten) habe ich dann die neue Korkdichtung in den Sitz gedrückt:
Ventildeckel neue Dichtung eingeklebt
Damit sich die unter Spannung stehende Dichtung nicht aus dem Sitz hebt, habe ich sie während der Abbindzeit mit einem Balken belastet:
Ventildeckel beschwert
Während der Dichtkleber sein Werk vollbrachte, konnte ich mich zusammen mit meinem Vater dem Ventilspiel zuwenden.
Ich habe mich beim einstellen für die „Rule-of-nine“-Methode entschieden. Das bedeutet, das man die Ventile der Reihe nach einstellt:

  • Ventil Nr. 1 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 8 einstellen
  • Ventil Nr. 2 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 7 einstellen
  • Ventil Nr. 3 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 6 einstellen
  • Ventil Nr. 4 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 5 einstellen
  • Ventil Nr. 5 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 4 einstellen
  • Ventil Nr. 6 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 3 einstellen
  • Ventil Nr. 7 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 2 einstellen
  • Ventil Nr. 8 vollständig geöffnet, Ventil Nr. 1 einstellen

Allerdings empfehle ich, die Liste von unten nach oben zu arbeiten (also mit der Einstellung von Ventil Nr. 1 anfangen). An die ersten Ventile kommt man gut ran und kann sich ein Gefühl für die passenden Abstände und Anzugsmomente erarbeiten.
Wann ein Ventil vollständig geöffnet ist, bekommt man durch hand-auflegen ganz gut raus. Einfach den Finger auf den Kipphebel legen und den Motor von Hand durch drehen (lassen). Ab einem gewissen Punkt drückt der Hebel das Ventil nicht mehr tiefer, sondern beginnt sich wieder zu heben. Jetzt wechselt man die Drehrichtung zurück bis kurz vor diesen Punkt. Danach wieder die Richtung umstellen (ein Ratschenringschlüssel ist eine großartige Erfindung!) und den Motor in Drehrichtung zu diesem „tiefsten“ Punkt bringen. Jetzt ist das Ventil ganz offen. Der Kipphebel des einzustellenden Ventils sollte sich jetzt auch ganz leicht von Hand in horizontaler Richtung verschieben lassen.
Bei Reliant-848ccm-Motoren beträgt das Ventilspiel (Einlass- und Auslassventil) in kaltem Zustand 0,006 inch (= 0,1524 mm).
Da ich keine inch-Fühlerlehre habe (kommt auf die Einkaufsliste für England) haben wir auf 0,15 mm abgerundet:
Ventile einstellen
Zwar soll man das Ventilspiel auf keinen Fall zu eng einstellen, aber 0,0024 mm halte ich für tolerabel. So genau ist keine Hand.
Das Ventilspiel ist richtig, wenn man die passende Fühlerlehre nicht nur durch ziehen kann, sondern sie auch noch durch schieben kann. Die Lehre, welche eine Nummer größer ist, sollte nicht mehr durch passen. Die Nummer kleiner sollte Spiel haben.
Es ist auch sinnvoll mit Ventil 1 anzufangen, da man erst ein Gefühl dafür entwickeln muss, mit wie viel Kraft man den Schraubenzieher gegen halten muss, während man die Kontermutter anzieht, damit man nicht ungewollt das Spiel verstellt. Also immer doppelt und dreifach kontrollieren!
Ventil Nr. 8 ist übrigens ein gemeiner Hund. Lediglich durch die Seitenklappen hat man eine Chance es einzustellen. Und auch dann grenzt es an Akrobatik.
Es hatte übrigens jedes Ventil mehr Spiel als im Idealfall. Eins hatte sogar fast 0,35mm…
Ich vermute, dass ich der Erste bin, der diese Arbeit bei Sir Edward durchgeführt hat.
Nachdem das Spiel wieder justiert war, habe ich die Dichtung aus der Presse genommen und die untere Dichtfläche dünn mit Lagerfett eingeschmiert:
Ventildeckeldichtung eingefettet
Das soll ein festbrennen an der Dichtfläche des Zylinderkopfs verhindern und so eine beschädigungsfreie Wiederverwendung garantieren. Mal sehen. Bei der Gelegenheit sollte man auch gucken ob die Dichtpampe irgendwo raus gedrückt hat und diese „Nasen“ dann abschneiden.
Danach kam der Deckel wieder drauf. Wie gesagt. Obacht, dass ihr nix einklemmt:
Ventildeckel vs. Hitzeschutzmatte
Die Muttern, welche den Deckel auf den Kopf drücken, sollen laut Handbuch mit 1,5-3 Nm angezogen werden. Also handwarm. Knallt sie auf keinen Fall zu doll an! Ansonsten verbiegt ihr den Deckel und ein Neuer ist fällig! Packt lieber einen passenden Schlüssel auf die nächste Fahrt ein und kontrolliert nach ein paar Kilometern, ob Öl aus tritt. Besonders auf der Autobahn kann ein Leck auftreten. Dann könnt ihr immer noch zwei, drei Schläge nach ziehen.
Sir Edward ist schön dicht.
Leider hat es am ruckeln nichts geändert. Aber wesentlich leiser ist er und Leistung ist auch mehr da.
Wieder was abzuhaken.

Attack of the Altwagen April 2010

Gestern war ich bei strahlendem Sonnenschein zur ersten Ausgabe des „Attack of the Altwagen„. Für die erste Runde fand ich es überraschend gut besucht:
Attack of the Altwagen April 2010
Das obere Ende der Nahrungskette stellten, Mehl mit seinem Chrysler 300:
Attack of the Altwagen April 2010
Igor mit seinem Dodge Charger:
Attack of the Altwagen April 2010
und (Kacke, Name vergessen) mit seinem lieblich braunen Ford Galaxie 500:
Attack of the Altwagen April 2010
Der Wagen gefiel mir aus jeder Perspektive:
Attack of the Altwagen April 2010
Sehr schön auch das über das amerikanische Kennzeichen geschraubte deutsche Schild:
Attack of the Altwagen April 2010
Das Mittelfeld bildeten,
BMW 730i:
Attack of the Altwagen April 2010
aus Schweden importierter Opel Manta mit Neuwagencharakter und herrlich pornös plüschig-roter Innenausstattung:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010
sowie Audi 80 CD:
Attack of the Altwagen April 2010
Auch VW Passat und Baby Benz waren da. Jedoch hab ich anscheinend vergessen Fotos von denen zu machen…
Das untere Ende der Hierarchie bildeten natürlich Sir Edward, aber auch zwei wirklich toll gemachte Street Rod-Enten:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010
Da steckt richtig Herzblut und Arbeit drin!
Der Hurst-Shifter war nur eines der vielen liebevollen Details:
Attack of the Altwagen April 2010
Die auf 50er-Jahre-Baujahr getrimmte Ente mit rostiger Wellblechhaube begeisterte alle:
Attack of the Altwagen April 2010
Es waren ebenfalls noch zwei 80er-Jahre BMW-Motorräder anwesend, aber mein Motorradwissen ist so dermaßen verkümmert, dass ich mich nicht traue einen Typen zu raten.
Als die ersten den Platz verließen verklemmte sich aus Versehen der Line lock an einem der Wagen. Eine ansehnliche Qualmwolke und komische schwarze Striche waren das Resultat:
Attack of the Altwagen April 2010
Leider fand der Mc Donalds-Manager das nicht ganz so unterhaltsam wie wir und trug uns nachdrücklich auf, sowas in Zukunft zu unterlassen. Ansonsten wären wir aber herzlich willkommen. Spielverderber….
Um die Spuren zu verwischen positionierten wir noch die beiden Enten auf den Strichen um die Schuld auf sie abzuwälzen:
Attack of the Altwagen April 2010
Links passte der Strich sogar….
Dazwischen gabs Bier und reichlich Benzingespräche.
Das nächste Mal nehme ich auch ein Maßband mit, um mal die Entensitze zu vermessen. Die haben nämlich Kopfstützen. Vielleicht rüste ich Sir Edward um.
Es war auf jeden Fall ein unterhaltsamer Sonntag-Nachmittag!
Im nächsten Monat bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei! Ganz klare Empfehlung an alle Altblechchauffeure in der Umgebung!
Danke fürs organisieren!

Auf dem Rückweg habe ich auch gleich einen der Flyer verteilt:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010

Nachtrag: Mehr Bilder gibts bei Mehl & Goof und natürlich auch hier.

Ön/Öff, drauf drüggn! II

Wie schon kurz angedeutet, habe ich in der letzten Woche Sir Edward elektrotechnisch etwas geupdated.
Zum einen habe ich die besagte Relaissteuerung für die Lichter verbaut.
Das Relais selbst hat nen schönen Platz im Motorraum gefunden:
Scheinwerferrelais im Motorraum
Befestigt habe ich es mit extra festem doppelseitigem Klebeband für den Außenbereich von Tesa. Es soll wasserfest und hitzebeständig bis 90°C sein. Mal sehen, ob es auch im Motorraum seinen Dienst anständig verrichtet. Die Klebekraft ist bisher beeindruckend.
Zum Glück konnte ich alle Kabel des Relais an schon vorhandenen Steckplätzen integrieren. So lässt es sich jederzeit wieder rückstandsfrei entfernen.
Durch den Spiralschlauch (welchen ich auch schon für Lolas Kabelbaum verwendet habe) konnte ich die Kabel auch schön bündeln und relativ unauffällig verlegen. In der unteren „Schlaufe“ des Spiralschlauchs laufen nun auch die beiden Kabel der 123ignition.
In den Innenraum mussten nur das gelbe und das blaue Kabel verlegt werden, damit ich sie an der Rückseite des Lichtschalters anbringen konnte.
Das gestaltete sich aber schwieriger als erwartet, da die Durchführung, welche den original Kabelbaum aufnimmt schon proppe voll ist:
Kabeldurchführung Motorraum - Innenraum
Ich musste daher zu einer etwas unschönen Lösung greifen und die beiden Kabel mit durch die Durchführung der Tachowelle schieben. Könnte tricky werden, wenn ich die Welle da mal ausbauen muss. Ich hab aber in weiser Voraussicht die Kabel mit reichlich Reserve unterm Armaturenbrett verstaut, so dass ich zur Not die Stecker abkneifen kann.
Als extrem praktisch hat sich übrigens unsere Einziehspirale erwiesen. Damit kann man ganz bequem Kabel irgendwo durch ziehen ohne mit Draht und langen Armen hantieren zu müssen. Kann ich sehr empfehlen!
So kamen zum Beispiel auch die beiden Steckschuhe zum Schalter:
Lichtschalter ausgebaut
Insgesamt war die Installation easy, wenn man den Schaltplan verstanden hatte.
Das Relais funktioniert nun ganz superb. Sobald man die Zündung auf Stufe 2 dreht, hat man 15 Sekunden Zeit den Motor zu starten und dann gehen ganz automatisch das Abblendlicht, die Positionslichter und die Rücklichter an. Stellt man den Motor ab, geht das Licht sofort wieder aus. Nie wieder vergessene Lichter.
Und wenn ich mal Licht brauche, ohne das der Motor läuft, kann ich immer noch den originalen Schalter betätigen und dann geht das Licht auch ohne Schlüssel im Schloss an.
Sehr schön.

Das zweite Projekt war eine Doppelsteckdose für 12V-Verbraucher.
Zwar hat Sir Edward einen Aschenbecher, aber keinen Zigarettenanzünder…
Zum einen soll an die Dose ein MP3-Player dran, um das originale MW/LW-Radio (kein UKW!!) zu entlasten und zum anderen soll ein Steckplatz frei bleiben, wenn ich mal ein Navigationsgerät mit mir rum schleppe. Außerdem kostete die Doppeldose nur 50 Cent mehr als die Einfachdose…
Den Strom wollte ich ebenfalls dem Bordstromkreis entnehmen. Allerdings sollte die Steckdose nur Saft haben, wenn auch der Motor läuft. Damit bat sich der noch freie, zweite Steckplatz von Sicherung 4 (rechts außen) im Motorraum an:
12V-Steckdose Anschluss Sicherungskasten
Dort hängt bisher nur die Heckscheibenheizung dran, die ich mangels Winterbetrieb eh nie benutze. Der provisorische Test verlief zufriedenstellend:
Steckdosen-Test
Das Kabel habe ich dann im Innenraum mittels Spirale über den Motortunnel:
Mitteltunnel Fahrerseite
und im Beifahrerfußraum wieder raus geführt:
Mitteltunnel Beifahrerseite
Plus hatte ich also schon mal. Fehlte nur noch Masse…
Der Nachteil an einem GFK-Auto ist, dass jeder Verbraucher sein eigenes Massekabel braucht. Aber hätte Gott gewollt, dass wir in Stahl-Autos fahren, hätte er nicht den Rost erfunden!
Da ich kein zweites Kabel ziehen wollte, musste ich mich umsehen, was in der Nähe noch so an Massekabeln rum lungert. Leider nicht viel.
Allerdings ist der Scheibenwischermotor dort montiert und der hat auch Kabelschuh-Kontakte:
Scheibenwischermotor
Hätte man also gut mopsen können. Leider meinte Lucas, dass man bei dem Motor nicht die selben Kabelschuhgrößen verwenden muss, wie im restlichen Auto. Sie sind viel kleiner als Standardteile:
Scheibenwischermotor Steckkontakte
Arschlecken also. Das „blau“ das Massekabel ist, brauche ich wohl nicht extra erwähnen, oder? Schwarz oder braun wäre auch zu gewöhnlich…
Zum Glück fand sich noch das Massekabel der hinteren linken Box:
Lautsprecherkabel
Da konnte ich einen Abzweig legen. Die Sicherung der Steckdose verträgt 10A. Das sollte das Kabel aushalten. Hoffe ich zumindest.
Dort gabs also einen schönen Abzweig:
Abzweig 12V-Steckdose
Anschließend noch die Kabel schön verstauen und die Steckdose anbringen:
12V-Steckdose Kabel verstaut
Ich hab die Steckdose wieder mit besagtem Klebeband befestigt. Das macht einen wirklich soliden Eindruck. Löcher in mein unberührtes Armaturenbrett bohren hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Nun sitzt die Dose relativ unsichtbar unter dem Handschuhfach:
Handschuhfach mit Steckdose
Schön dezent.

Abschließend wollte ich noch den Mp3-Player mit dem Radio verbinden, damit ich nicht immer diese oldschool Adapterkassette mit schleppen muss.
Also fix die Abdeckkappen links und rechts vom Radio abgenommen und geguckt, wie man das Radio raus bekommt:
Radio
Da konnte ich keinen Haltemechanismus erkennen.
Ein abziehen der Drehknöpfe offenbarte dann das Dilemma:
Radioblende abgenommen
Das Radio wurde offenbar von Reliant eingebaut, bevor das Armaturenbrett verschraubt wurde. Will man es jetzt ausbauen, muss man die Abdeckung aussägen, oder das Armaturenbrett komplett ausbauen….
Das erklärt auch, warum mein Armaturenbrett (im Gegensatz zu vielen Anderen) bisher noch keine Risse bekommen hat. Die Struktur ist durch den kleineren Durchbruch einfach nicht so geschwächt, wie das sonst der Fall ist. Hat alles Vor- und Nachteile….
Naja, dann behalte ich die Kassette einfach erstmal.