Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Attack of the Altwagen April 2010

Gestern war ich bei strahlendem Sonnenschein zur ersten Ausgabe des „Attack of the Altwagen„. Für die erste Runde fand ich es überraschend gut besucht:
Attack of the Altwagen April 2010
Das obere Ende der Nahrungskette stellten, Mehl mit seinem Chrysler 300:
Attack of the Altwagen April 2010
Igor mit seinem Dodge Charger:
Attack of the Altwagen April 2010
und (Kacke, Name vergessen) mit seinem lieblich braunen Ford Galaxie 500:
Attack of the Altwagen April 2010
Der Wagen gefiel mir aus jeder Perspektive:
Attack of the Altwagen April 2010
Sehr schön auch das über das amerikanische Kennzeichen geschraubte deutsche Schild:
Attack of the Altwagen April 2010
Das Mittelfeld bildeten,
BMW 730i:
Attack of the Altwagen April 2010
aus Schweden importierter Opel Manta mit Neuwagencharakter und herrlich pornös plüschig-roter Innenausstattung:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010
sowie Audi 80 CD:
Attack of the Altwagen April 2010
Auch VW Passat und Baby Benz waren da. Jedoch hab ich anscheinend vergessen Fotos von denen zu machen…
Das untere Ende der Hierarchie bildeten natürlich Sir Edward, aber auch zwei wirklich toll gemachte Street Rod-Enten:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010
Da steckt richtig Herzblut und Arbeit drin!
Der Hurst-Shifter war nur eines der vielen liebevollen Details:
Attack of the Altwagen April 2010
Die auf 50er-Jahre-Baujahr getrimmte Ente mit rostiger Wellblechhaube begeisterte alle:
Attack of the Altwagen April 2010
Es waren ebenfalls noch zwei 80er-Jahre BMW-Motorräder anwesend, aber mein Motorradwissen ist so dermaßen verkümmert, dass ich mich nicht traue einen Typen zu raten.
Als die ersten den Platz verließen verklemmte sich aus Versehen der Line lock an einem der Wagen. Eine ansehnliche Qualmwolke und komische schwarze Striche waren das Resultat:
Attack of the Altwagen April 2010
Leider fand der Mc Donalds-Manager das nicht ganz so unterhaltsam wie wir und trug uns nachdrücklich auf, sowas in Zukunft zu unterlassen. Ansonsten wären wir aber herzlich willkommen. Spielverderber….
Um die Spuren zu verwischen positionierten wir noch die beiden Enten auf den Strichen um die Schuld auf sie abzuwälzen:
Attack of the Altwagen April 2010
Links passte der Strich sogar….
Dazwischen gabs Bier und reichlich Benzingespräche.
Das nächste Mal nehme ich auch ein Maßband mit, um mal die Entensitze zu vermessen. Die haben nämlich Kopfstützen. Vielleicht rüste ich Sir Edward um.
Es war auf jeden Fall ein unterhaltsamer Sonntag-Nachmittag!
Im nächsten Monat bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei! Ganz klare Empfehlung an alle Altblechchauffeure in der Umgebung!
Danke fürs organisieren!

Auf dem Rückweg habe ich auch gleich einen der Flyer verteilt:
Attack of the Altwagen April 2010

Attack of the Altwagen April 2010

Nachtrag: Mehr Bilder gibts bei Mehl & Goof und natürlich auch hier.

Ön/Öff, drauf drüggn! II

Wie schon kurz angedeutet, habe ich in der letzten Woche Sir Edward elektrotechnisch etwas geupdated.
Zum einen habe ich die besagte Relaissteuerung für die Lichter verbaut.
Das Relais selbst hat nen schönen Platz im Motorraum gefunden:
Scheinwerferrelais im Motorraum
Befestigt habe ich es mit extra festem doppelseitigem Klebeband für den Außenbereich von Tesa. Es soll wasserfest und hitzebeständig bis 90°C sein. Mal sehen, ob es auch im Motorraum seinen Dienst anständig verrichtet. Die Klebekraft ist bisher beeindruckend.
Zum Glück konnte ich alle Kabel des Relais an schon vorhandenen Steckplätzen integrieren. So lässt es sich jederzeit wieder rückstandsfrei entfernen.
Durch den Spiralschlauch (welchen ich auch schon für Lolas Kabelbaum verwendet habe) konnte ich die Kabel auch schön bündeln und relativ unauffällig verlegen. In der unteren „Schlaufe“ des Spiralschlauchs laufen nun auch die beiden Kabel der 123ignition.
In den Innenraum mussten nur das gelbe und das blaue Kabel verlegt werden, damit ich sie an der Rückseite des Lichtschalters anbringen konnte.
Das gestaltete sich aber schwieriger als erwartet, da die Durchführung, welche den original Kabelbaum aufnimmt schon proppe voll ist:
Kabeldurchführung Motorraum - Innenraum
Ich musste daher zu einer etwas unschönen Lösung greifen und die beiden Kabel mit durch die Durchführung der Tachowelle schieben. Könnte tricky werden, wenn ich die Welle da mal ausbauen muss. Ich hab aber in weiser Voraussicht die Kabel mit reichlich Reserve unterm Armaturenbrett verstaut, so dass ich zur Not die Stecker abkneifen kann.
Als extrem praktisch hat sich übrigens unsere Einziehspirale erwiesen. Damit kann man ganz bequem Kabel irgendwo durch ziehen ohne mit Draht und langen Armen hantieren zu müssen. Kann ich sehr empfehlen!
So kamen zum Beispiel auch die beiden Steckschuhe zum Schalter:
Lichtschalter ausgebaut
Insgesamt war die Installation easy, wenn man den Schaltplan verstanden hatte.
Das Relais funktioniert nun ganz superb. Sobald man die Zündung auf Stufe 2 dreht, hat man 15 Sekunden Zeit den Motor zu starten und dann gehen ganz automatisch das Abblendlicht, die Positionslichter und die Rücklichter an. Stellt man den Motor ab, geht das Licht sofort wieder aus. Nie wieder vergessene Lichter.
Und wenn ich mal Licht brauche, ohne das der Motor läuft, kann ich immer noch den originalen Schalter betätigen und dann geht das Licht auch ohne Schlüssel im Schloss an.
Sehr schön.

Das zweite Projekt war eine Doppelsteckdose für 12V-Verbraucher.
Zwar hat Sir Edward einen Aschenbecher, aber keinen Zigarettenanzünder…
Zum einen soll an die Dose ein MP3-Player dran, um das originale MW/LW-Radio (kein UKW!!) zu entlasten und zum anderen soll ein Steckplatz frei bleiben, wenn ich mal ein Navigationsgerät mit mir rum schleppe. Außerdem kostete die Doppeldose nur 50 Cent mehr als die Einfachdose…
Den Strom wollte ich ebenfalls dem Bordstromkreis entnehmen. Allerdings sollte die Steckdose nur Saft haben, wenn auch der Motor läuft. Damit bat sich der noch freie, zweite Steckplatz von Sicherung 4 (rechts außen) im Motorraum an:
12V-Steckdose Anschluss Sicherungskasten
Dort hängt bisher nur die Heckscheibenheizung dran, die ich mangels Winterbetrieb eh nie benutze. Der provisorische Test verlief zufriedenstellend:
Steckdosen-Test
Das Kabel habe ich dann im Innenraum mittels Spirale über den Motortunnel:
Mitteltunnel Fahrerseite
und im Beifahrerfußraum wieder raus geführt:
Mitteltunnel Beifahrerseite
Plus hatte ich also schon mal. Fehlte nur noch Masse…
Der Nachteil an einem GFK-Auto ist, dass jeder Verbraucher sein eigenes Massekabel braucht. Aber hätte Gott gewollt, dass wir in Stahl-Autos fahren, hätte er nicht den Rost erfunden!
Da ich kein zweites Kabel ziehen wollte, musste ich mich umsehen, was in der Nähe noch so an Massekabeln rum lungert. Leider nicht viel.
Allerdings ist der Scheibenwischermotor dort montiert und der hat auch Kabelschuh-Kontakte:
Scheibenwischermotor
Hätte man also gut mopsen können. Leider meinte Lucas, dass man bei dem Motor nicht die selben Kabelschuhgrößen verwenden muss, wie im restlichen Auto. Sie sind viel kleiner als Standardteile:
Scheibenwischermotor Steckkontakte
Arschlecken also. Das „blau“ das Massekabel ist, brauche ich wohl nicht extra erwähnen, oder? Schwarz oder braun wäre auch zu gewöhnlich…
Zum Glück fand sich noch das Massekabel der hinteren linken Box:
Lautsprecherkabel
Da konnte ich einen Abzweig legen. Die Sicherung der Steckdose verträgt 10A. Das sollte das Kabel aushalten. Hoffe ich zumindest.
Dort gabs also einen schönen Abzweig:
Abzweig 12V-Steckdose
Anschließend noch die Kabel schön verstauen und die Steckdose anbringen:
12V-Steckdose Kabel verstaut
Ich hab die Steckdose wieder mit besagtem Klebeband befestigt. Das macht einen wirklich soliden Eindruck. Löcher in mein unberührtes Armaturenbrett bohren hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Nun sitzt die Dose relativ unsichtbar unter dem Handschuhfach:
Handschuhfach mit Steckdose
Schön dezent.

Abschließend wollte ich noch den Mp3-Player mit dem Radio verbinden, damit ich nicht immer diese oldschool Adapterkassette mit schleppen muss.
Also fix die Abdeckkappen links und rechts vom Radio abgenommen und geguckt, wie man das Radio raus bekommt:
Radio
Da konnte ich keinen Haltemechanismus erkennen.
Ein abziehen der Drehknöpfe offenbarte dann das Dilemma:
Radioblende abgenommen
Das Radio wurde offenbar von Reliant eingebaut, bevor das Armaturenbrett verschraubt wurde. Will man es jetzt ausbauen, muss man die Abdeckung aussägen, oder das Armaturenbrett komplett ausbauen….
Das erklärt auch, warum mein Armaturenbrett (im Gegensatz zu vielen Anderen) bisher noch keine Risse bekommen hat. Die Struktur ist durch den kleineren Durchbruch einfach nicht so geschwächt, wie das sonst der Fall ist. Hat alles Vor- und Nachteile….
Naja, dann behalte ich die Kassette einfach erstmal.

Auf jeden Topf passt auch eine Dichtung

Ich hab dieses Wochenende die Ventile beim Rialto eingestellt (Bericht folgt, sobald ich wieder anständiges I-net habe). Nun wollte ich gerade wieder den Ventildeckel drauf setzen, musste aber feststellen, dass die neue Dichtung nicht anständig im Sitz liegt:
neue Ventildeckeldichtung
Sie beult sich nach innen, als wenn sie ein kleines bisschen zu groß wäre.
So bekomme ich das ja nie dicht.
Habt ihr ne Idee?
Ich hab hier Hylomar liegen. Soll ich damit die Dichtung einfach in den Deckel „kleben“?
Allerdings ist das nur bis 250°C temperaturstabil…. oder wird das da drin nicht so heiß?

Spezialwerkzeug

Ich hab mal ein Nerven schonendes Spezialwerkzeug für den Rialto angefertigt.
Will man nämlich den Vergaser ausbauen, ist es eine riesen Fummelarbeit, die Mutter, welche ihn auf dem Flansch zum Vorwärmelement halten, zu lösen.
Auf diesem alten Bild erkennt man die untere Mutter:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Und hier die obere:
OLYMPUS DIGITAL CAMERA
Für eine Nuss ist kein Platz. Für einen Ringschlüssel ebenfalls nicht. Ein normaler Maulschlüssel ist meistens zu lang und seine Backen zu dick um mehr als eine Flanke auf einmal zu drehen.
Daher läuft man immer ums Auto rum um eine Flanke vom Motorraum aus und die nächste vom Innenraum aus weiter zu drehen. Echt nervig.
Abhilfe schafft ein billiger 13er Maulschlüssel (natürlich geht auch das passende Zollmaß, aber die sind hier zu teuer um sie zu vergurken). Dessen Maul bringt man mit einer Feile auf passendes Maß:
13er-Maul auffeilen
Danach schleift man noch die Backen flacher und sägt ihn passend ab:
Schlüssel anfertigen
Nun hat man ein herrliches Werkzeug um ganz bequem die Muttern am Flansch zu lösen und anzuziehen:
Vergaser lösen mit Spezialschlüssel
So viel Nm bekommen die Muttern ja nicht, als dass der Schlüssel nicht ausreichen würde.

Magerkur II

Da momentan Zuhause einige nicht-automobile Renovierungsarbeiten anstehen, habe ich diese Woche mal bei meinem Vater verbracht.
Das gibt mir auch die Gelegenheit nach den vermuteten Ventilschäden zu gucken.
Aber erstmal standen einige Vorarbeiten an. Erstmal gabs auf der Rückfahrt Sprit mit 100 Oktan auf den halb leeren Tank (Oktanbooster hatten sie nicht). Danach war das Hochgeschwindigkeitsklingeln auch weg, der Wagen zog gefühlsmäßig besser an und ich behaupte auch, dass er geräuschtechnisch ruhiger läuft. Gibts also in Zukunft nur noch das leckere Super +. Die 6 Cent lassen sich verschmerzen. Zumal ich Sir Edward nach der 450km-Ostertour auch mal wieder ausgelitert habe und auf sehr schöne 4,3l/100km gekommen bin. Zumal es auch reiner Autobahnbetrieb mit 100-120 km/h war. Damit kann ich sehr gut leben.
Unterwegs haben wir zwei hübschen auch ein rundes Jubiläum gefeiert:
20.000 meilen überschritten
Damit habe ich bald meine ersten 1000 Meilen Reliant fahren hinter mir.
Bisher sehr unterhaltsam und lehrreich.
Zuhause angekommen habe ich mich erst mal wieder dem Auspuff zugewandt, da die Auspuffmumpe natürlich nicht gehalten hatte und er dort wieder raus pustete.
Beim Blick unters Auto fiel mir die vordere rechte Motorhalterung auf:
defektes Motorlager
Ich glaube, da muss ich mich mal um Ersatz kümmern. Die vom Land Rover sollen passen und (weil wegen verstärkt und so) länger halten. Muss ich mal ein paar Maße erforschen.
Dann weiter Richtung Auspuff. Dort erwartete mich schon das nächste Grauen.
Die Dichtschellen, mit denen ich die einzelnen Rohrsegmente abgedichtet habe, sehen aus, als hätte Sir Edward den Winter über in der Ostsee geparkt:
rostige Dichtschelle
Das muss ganz hochwertiges chinesisches Blechimitat sein, aus dem Holts diese Schellen klöppeln lässt.
Naja, wenigstens scheint der Ruß dafür gesorgt zu haben, dass die Rohre dicht sind.
Ich muss übrigens mal ganz besserwisserisch anmerken, dass es total schlau von mir damals war, den Auspuff auch gegen alle Widerstände von euch nicht schweißen zu lassen….jawohl, ja!
So konnte ich einfach den vorderen Teil abziehen und zum planen fort schaffen.
Ich hatte nämlich die Vermutung, dass nicht der Krümmer-, sondern der Auspuffflansch der Übeltäter war.
Die sollen bei den Nachfertigungsteilen gerne schief sein.
Also Schleifpapier auf eine glatte Platte gelegt und schön gleichmäßig den Auspuffflansch drüber geschoben:
Flansch planen
Erste Bestandsaufgabe ergab: So krumm ist der gar nicht. Sollte eigentlich überall aufliegen:
unebener Flansch
Da ich aber schon mal dabei war, habe ich gleich weiter geschliffen. Viel hilft viel.
Jetzt ist er so weit plan:
Flansch plan geschliffen
Ich habe ihn jetzt (in Ermangelung einer neuen Dichtung) mit der alten Dichtung und einem gaaanz dünnen Film Dichtmumpe zwischen den Dichtflächen wieder montiert. Scheint bisher dicht.
Da ich ja schon mal unterm Auto war, bekamen auch die Schmiernippel ne Runde Abdeckkappen, damit der Dreck draußen bleibt:
Schmiernippel mit Abdeckkappe
Da ich Angst hatte, die alten Nippel abzureißen, wenn ich versuche, sie raus zu schrauben, bekamen sie Kappen ohne Fangband:
Schmiernippel Kardanwelle
Da kümmere ich mich drum, wenn ich mehr Zeit habe und vor allem neue Schmiernippel. Die Kappen sitzen auch so bombenfest.