Wie schon gesagt, habe ich mich auch ein wenig an der maladen Elektrik des Bond Bugs versucht:

Tobias fiel auf, dass das rechte Rücklicht heller war als das Linke und bei getretenem Bremspedal sich rechts an der Helligkeit nichts änderte.
Also mal fix die Rückleuchte abgeschraubt, um das Leuchtobst zu inspizieren:

Wie man sieht, teilen sich beim Bond Bug Rück- und Bremslicht eine Birne mit jeweils einem Faden.
Baut man diese Birne nun verkehrt herum ein, so leuchtet beim einschalten des Lichts das Bremslicht (mit 21W) und beim Tritt auf das Bremspedal kommt das Rücklicht dazu (mit funzeligen 5W). Schon ein signifikanter Unterschied, was die Last angeht.
Wir hatten dann errechnet (Watt/Volt = Amper), das die gesamte Beleuchtung (deren 20A-Sicherung immer durch brennt) nicht mehr als 2 Ampere ziehen dürfte.
Würde das Messgerät mehr anzeigen, wäre irgendwo noch ein Fehler.
Natürlich zeigte es exakt 2A an:

Damit war ich auch nicht wesentlich schlauer.
Das vertauschte Birnchen konnte es nicht gewesen sein, was die 18A-„Puffer“ überschritten hat.
Also fuhr ich erstmal unverrichteter Dinge nach hause.
Mit bekanntem Ende.
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Auf dem Zenith III
Zum Start ins Wochenende gabs auch Arbeit für mich.
Ich wollte endlich den ranzigen Vergaserflanschgummi durch das schicke neue Gummi ersetzen, welches Axel mir gegossen hat.
Leider half auch Spüli nicht, den Luftfilter drüber zu zwängen. Da musste ich mir also was anderes einfallen lassen.
Als erstes habe ich mal den Luftfilter zerlegt:

Und wieder zeigte sich, dass der Wagen ein einziges Trauerspiel ist, wo hin man auch blickt.
Was verwendet der geneigte Engländer, wenn gerade kein passender Filtereinsatz zur Hand ist? Richtig! Schaustoff:

Grob mit dem Beil zurecht gehackt, wird er schon irgendwas aus der Luft raus filtern….“Tränen“.
Ich hab alles ein wenig gesäubert und den Stahlwolle-Einsatz mit Öl getränkt. Das sollte zumindest die gröbsten Partikel binden, bis ich einen passenden Filtereinsatz aufgetrieben habe.
Ich hatte mir überlegt, dass ich versuchen wollte, den Vergaserflanschgummi „dünner“ zu schleifen, damit er zwischen Flansch und Gehäuse passt. Die Wandstärke war ja das Einzige, was nicht passte. Das Problem beim schleifen ist, das Gummi/Silikon möglichst gleichmäßig abzutragen, um später noch eine gleichmäßige Dichtfläche zu haben. Vaddern kam mit ein paar kleinen Gläsern aus unserem Glasfundus um die Ecke. Glücklicherweise fand sich dort auch eins (Champignons in Scheiben, 3. Wahl) in etwas kleinerem Durchmesser als der Ring. Da habe ich dann etwas doppelseitiges Klebeband und anschließend Schleifpapier drum gepappt. In den Deckel kam eine Schraube samt Unterlegscheiben:

So hatte ich eine schön gleichmäßig runde „Schleiftrommel“:

Fuchs, oder was?!
Nach kurzer Zeit erhielten einige Verbesserungen Einzug. Die Akkubohrmaschine wurde gegen eine alte kabelgebundene Maschine getauscht, da diese Art der Behandlung ziemlich auf die Lager geht. Das Schleifpapier wurde von 100er auf 60er umgestellt und der Deckel wurde in maximal-große Unterlegscheiben eingeklemmt um das Ganze ein wenig mehr zu stabilisieren. Damit war dann ziemlich schnell ein Fortschritt erkennbar:

Man muss nur drauf achten, die Drehzahl der Maschine gering zu halten, um nicht zu viel Hitze in den Gummi zu bringen. Und natürlich immer schön Markierungen anbringen und regelmäßig den Ring drehen, um ihn gleichmäßig abzutragen.
Eine erste Anprobe zeigte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Jedoch wird der Vergaserflansch im unteren Bereich dicker, so dass ein kleiner Absatz in das Gummi musste:

Einsatz für den Dremel:

Danach klappte es auch mit der Nachbarin:

Auch von oben alles schön dicht:

Und überraschend gleichmäßig:

Hätte nicht gedacht, dass das so gut klappt.
Fixed.
Vielen Dank nochmal für das Teil, Axel!
Schwulwarm
Die Fahrt gen Heimat am Freitag fand überraschenderweise bei strahlendem Sonnenschein und geschätzten 28°C Außentemperatur statt. Eine schöne Gelegenheit sich mal wieder ohne Türen den Fahrtwind um den Bauchnabel streichen zu lassen.
Getrübt wurde die Fahrt jedoch durch die Temperaturanzeige:

Ich hatte gehofft, dass sich das Thema eigentlich mit meinem geniösen Umbau auf den Alu-Hochleistungskühler erledigt hätte. Pustekuchen. Wenigstens ist die Anzeige über diesen Punkt nicht hinaus gegangen.
Ca. 30 Sekunden Eine verblüffend kurze Zeitspanne nach dem ersten Foto stand ich am Fuß der Autobahnabfahrt an einer Ampel und die Anzeige gab folgendes Bild von sich:

Sehr strange. Sollte nach meinem Verständnis doch eigentlich anders rum sein…
Also so recht weiß ich nicht, wem ich trauen soll.
Ok, ja, der Motor war echt verdammt heiß, aber warum soll die Temperatur bei Standgas so schnell wieder sinken?
Hat eventuell die Anzeige nen Schlag weg? Geeicht waren die Dinger nie. Wer weiß, welcher Temperaturbereich bei der zwischen „N“ und „H“ liegt?!
Als ich später in kaltem Zustand den Kühlwasserstand gecheckt habe, war ich erstaunt, wie viel da noch drin war. Trotz der angezeigten Hitze fehlten nur ca. 200ml. Ich werde mir wohl mal ein Infrarot-Thermometer borgen müssen, um der Sache auf den Grund gehen zu können.
Die zwingende Revision der Elektrik wird wohl auch einen elektrischen Lüfter mit sich bringen.
Zeitvertreib II
Der Bug hat gestern die regnerische Dämmerung genutzt, um mir unmissverständlich mitzuteilen, dass er nach einer kompletten Revision seiner Elektrik verlangt.
Im Laufe des Wochenendes hatte ich schon ein paar Nicklichkeiten beseitigt (Details später), war aber dem Grund der fliegenden Sicherungen nicht wirklich auf die Schliche gekommen.
Das hielt mich jedoch nicht davon ab, am Samstag Abend bei Sonnenschein die Heimreise anzutreten. 50 km lief auch alles knorke. Selbst als ein saftiger Regenschauer los brach, funktionierte sowohl das Licht, als auch der Scheibenwischer vorzüglich. Kurz vor dem malerischen Gut Oberbehme machte es jedoch *klack* und alle Instrumentennadeln (Tacho natürlich ausgenommen) sanken zu Boden. Licht aus, Scheibenwischer aus, Blinker aus, Bremslichter aus….
Also rechts ran gerollt:

und schnelle Diagnose durchgeführt.
Wie erwartet, war die Sicherung wieder geflogen.
Also Ersatzsicherung rein, Zündung an, *Klack*, Sicherung durchgebrannt.
Kabel am Sicherungskasten umgesteckt um wenigstens noch Licht und Bremslichter zu haben, neue Sicherung rein, *Klack*, auch die durch. Damit war mein Bestand an Sicherungen durchgebrannt und passend kam wieder ein ansehnlicher Schauer runter.
Leben und Bug wurden spontan als zu wertvoll befunden um trotzdem weiter zu fahren.
Wozu zahlt man schließlich artig seine AvD-Beiträge?
Also angerufen. Der nach 10 Minuten antwortende Sachbearbeiter war sehr nett und hilfsbereit. Meine Antwort auf die Frage nach dem havarierten Fahrzeug irritierte ihn jedoch hörbar. Auch meine anschließende Beschreibung der Fahrzeuggattung „Threewheeler“ warf wohl mehr Fragen auf als sie beantwortete. Wir einigten uns schließlich darauf, dass ein Abschlepper mit geschlossener Laderampe wohl das Beste sein würde. Wesentlich größere Probleme bereitetem ihm hingegen die von mir genannten Straßennamen („Herforder Straße, Ecke Burgstraße, Ortschaft Oberbehme in der Nähe von Löhne„). Anscheinend haben die Mitarbeiter in der Telefonzentrale keinen Zugriff auf Google-Maps bzw. können nur nach Straßen suchen, wenn sie auch die zugehörige Gemeinde kennen (Wer kann auch ahnen, dass dieser Teil der Straße noch zu Kirchlengern gehört?). Als er schon fast den Tränen nahe war, meinte er, dass er den lokalen Abschleppartner anrufen würde. Vielleicht würde der ja die Straße kennen. 15 Minuten später meldete sich Herr Ritter vom Abschleppdienst Ritter. Er würde die Straße kennen und sich gleich auf den Weg zu mir machen. 20 Minuten waren prognostiziert. Mit zu vernachlässigender Verspätung traf Herr Ritter dann auch ein:

Einen kurzen Schnack später stellten wir übereinstimmend fest, dass es sich entgegen der Aussage des Call-Center-Mitarbeiters nicht um ein Trike handeln würde und das der Defekt auch nicht vor Ort zu beheben wäre. Also den Mitarbeiter zurückgerufen und das OK für die Heimverbringung geholt. Das erfolgte schnell und sehr kulant. Vielen Dank dafür!
Also aufgeladen und verzurrt:

Die Fahrt nach Osnabrück war sehr angenehm. Wie sich herausstellte, besitzt Herr Ritter einen W123 aus Ersthand und zwei historische Unimogs. Nettes Detail am Rande: Einer der Unimogs ist trotz Baujahr 1967 noch regelmäßig als Abschlepper im Einsatz. Im nahegelegen Wald würden sich die Liebespärchen regelmäßig fest fahren und der wäre das einzige Gerät, um die da wieder adäquat raus zu bekommen.
In Osnabrück angekommen brach natürlich gerade ein Platzregen los, als wir abluden:

Trotzdem nahm sich Herr Ritter die Zeit den Bug vorsichtig zu entladen und ihn zusammen mit mir in die Garage zu schieben.
Vielen Dank!
Damit ist die Bond Bug Saison gelaufen und der Entschluss ihn komplett neu zu verkabeln steht fest.
Kupferwurm
Seit neustem erfreut mich der Bond Bug mit Elektrik-Problemen.
Neulich fiel spontan jegliches Leuchtobst aus. Natürlich als es gerade zu dämmern begann und ich noch ca. 50 km vor mir hatte.
Diagnose: Sicherung durchgebrannt.
Natürlich war keine passende 20A-Sicherung zur Hand, so dass ich mit ein wenig mulmigem Gefühl eine 30A-Sicherung nehmen musste. Diese dann aber flux wieder gegen eine 20er getauscht und voilá: Alles läuft wie vorher. Strange.
Ein paar Wochen später sind wir mit dem Bug bei Freunden, wollen nachts zurück und eine der anwesenden Damen meint: „Ey, deine Rückleuchten gehen garnicht!“
Sonstige Scheinwerfer taten Dienst nach Vorschrift, also Kopf kratzen. Wir haben uns spontan für Pils und Nachtlager entschieden. Ich hatte keine Lust mich da morgens um 3 drum zu kümmern.
Wieder in Osnabrück hab ich das Multimeter ausgepackt und mich mal fix umgesehen:

Die Rückleuchten und die Bremslichter teilen sich ein Birnchen. Also kurz aufs Bremspedal gelatscht:
Funktioniert. Also Birnchen ok.
Das Multimeter zeigt an, dass trotz eingeschalteter Zündung kein Saft am Rücklicht an kommt. Also weiter vorne nach der Ursache gesucht. Im Sicherungskasten fand sich nun eine andere durchgebrannte 20A Sicherung:

Strange, strange…..
Ich werde mal den von mir modifizierten Schaltplan studieren und gucken, woran das liegen kann. Eventuell hatte es ja Sinn, dass Reliant pauschal 30A-Sicherungen verbaut hat.
Wenn ich mir jedoch den Zustand der Elektrik so besehe, dann glaube ich eher an eine fehlerhafte Komponente. Eigentlich müsste ich den komplett neu verkabeln, so viel Pfusch und spröde Isolierungen einem da entgegen winken. „Später“…