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Es werde Licht

Als nächstes auf meiner TÜV-Liste stand noch der Beleuchtungscheck.
Die Scheinwerfer funktionierten ja und nachdem ich die Schrauben optimiert hatte, ließen sie sich auch einstellen.
Ich wählte die rustikale Rechenschiebermethode zum einstellen:

Sehr gute Anleitungen und Skizzen finden sich hier und besonders hier. Leider habe ich auf den Hella-Scheinwerfern keine Prozentangabe zum Neigungswinkel gefunden. Ich hab daher mal 1,2% angenommen. Tobias hat dann den Ballast im Auto gespielt, Vaddern hat vorne am Brett die Markierungen ausgemessen und Kommandos gegeben und ich habe an den Einstellschrauben gedreht. Nachdem wir das Prinzip verstanden hatten und uns auch einig waren, welches „Links“ nun gemeint ist, klappte es ganz gut. Das Ergebnis kann auch nicht so schlecht ausgefallen sein, da der TÜV-Mensch meinte, sie wären gut eingestellt. Sollte also passen. Vielleicht fahre ich irgendwann nochmal in einer Werkstatt vorbei und lasse sie mit einem Messgerät einstellen, um das Maximum an Leuchtweite raus zu holen.
Der nächste Patient war die Nebelschlussleuchte. Die wollte partout nicht leuchten, obwohl Strom durchs Kabel krabbelte. Ich muss aber ausdrücklich betonen, dass der Fehler NICHT bei der besten aller Freundinnen lag, welche die Leuchte montiert hat! ICH hatte die Masseverkabelung nicht anständig gemacht. Konnte sie nix zu. Mit einem neuen Kabelschuh war das dann auch behoben.
Der Check der restlichen Beleuchtung förderte dann weiteres Unbill zutage.
Wenn ich rechts geblinkt habe, ging die rechte Positionsleuchte dauerhaft an. Wenn ich die Positionslichter eingeschaltet habe, leuchteten Positionslicht und Blinker zusammen. Links war alles ok.
Mein erster Verdacht war das Blinkrelais (wie immer der Fehler, das Schlimmste zuerst anzunehmen…). Das Blinkrelais (oben) und das Warnblinkrelais (unten) sind nämlich in Reihe geschaltet:

Leider ist ihr Funktionsprinzip aber genau umgekehrt. Im Blinkrelais öffnet ein Bimetall wenn es heiß wird und unterbricht den Stromkreis = Lampe blinkt. Im Warnblinkrelais schließt ein heißes Bimetall den Stromkreis = Lampe blinkt. Dadurch, dass man aber den Warnblinkschalter selten benutzt, korrodieren dort die Kontakte und nach der Betätigung, geht der Schalter nicht mehr weit genug zurück, um den Blink-Stromkreis wieder zu schließen.
Sollte das Blinkrelais mal den Geist aufgeben, kann man zur Not das Warnblinkrelais umstecken und selbiges überbrücken. Das hat den Vorteil, dass schlechte Erdung nicht so sehr auf die Blinkgeschwindigkeit durchschlägt. allerdings brauchen die Blinker dann auch länger bis sie ansprechen, da das Bimetall erstmal heiß werden muss.
Sollte man dann Ersatz für das Blinkrelais selbst suchen, wird es haarig. Hier ein Bild vom Original Lucas 8FL 12V Type 36:

Das Problem ist nämlich, dass das Relais nur zwei Anschlüsse hat:

98% der verfügbaren Relais haben aber drei Anschlüsse. Das einzige Relais mit zwei Anschlüssen, dass ich gefunden habe und das auch genug Last verträgt (4x21W) ist das Hella 4lz 961 553-122. Das ist aber rund (und passt damit nicht mehr in die Halterung) und soll auch gelöste 25+€ kosten. Dafür bekommt man auch schon ein schönes lastunabhängiges Relais mit dem man auch LED-Blinkleuchten verwenden kann.
Aber genug des Exkurses!
Nachdem ich also von den Preisen der Ersatzrelais erfahren hatte, habe ich erstmal alle anderen Fehlerquellen gechecked. Bei nem Plastikauto ist das immer als erstes (auch wenn ich mich selbst nicht dran gehalten habe) die Masse. Daran liegen 98% der elektronischen Malessen.
Mittlerweile hatte es übrigens das Regnen angefangen. Aber im provisorischen Zeltbau kenne ich mich ja aus:

Also erstmal den Scheinwerfer vorne ausbauen:

Arsch-lecken! Auf die Idee waren schon Menschen vor mir gekommen und hatten dabei den Kreuzschlitz der verrosteten Schraube rund gedreht…
Also ausbohren. Hier das Bilderbuch-Ergebnis:

Nachdem der Regen vorbei war, hab ich dann mit nem Überbrückungskabel eine direkte Masse-Verbindung zur Batterie gelegt. Damit lüppte der Blinker wieder:

Also wirklich Massefehler. Also habe ich alle Masseverbindungen mal aufgearbeitet.
Der Massepunkt am Rahmen sah schon fies aus:

Ist jetzt wieder sauber und hat nen neuen Bolzen bekommen.
Die Kabel am Scheinwerfer wurden gereinigt und mit Lötzinn verstärkt:

Hier übrigens noch ein Doku-Foto von der Fassung, falls die Nachwelt mal eine braucht:

Der Text besagt 21W 5W Seima 427-D. Ist übrigens „Made in France“, wie ich das schon vermutet habe (Man beachte auch die schönen neuen Edelstahlschrauben):

Nachdem die Verkabelung vorne nun wieder ok war, blinkte Sir Edward zwar, aber doch ziemlich müde.
Also gingen Vaddern und ich auch noch das Rücklicht an:

Ist auch mal wieder eine schön englische Konstruktion. einfach die beiden Halterungen auf nen Stück Presspape nieten und das dann mit Nägeln (!) und Dübeln an die Karosse tackern.
Die Dübel kann man natürlich nicht beschädigungsfrei ausbauen. Hier seht ihr ihre ungeschützte Rückseite:

Der Dreckklumpen mit dem Pfeil ist der Dübel mit nem Nagel….
So sahen die Dübel ausgebaut aus:

High-tech…
Als Ersatz gab es nach erfolgter Kontaktpflege mal wieder Edelstahl:

Leider brachte das aber alles keinen Zuwachs in der Blinkgeschwindigkeit.
Erst mit angelassenem Motor nahm auch die Blinkgeschwindigkeit zu. Da war sie dann normal. Na wegen mir….
Somit war auch das Kapitel der Beleuchtung abgehakt.

Lola als Packesel

Ich bin immer wieder erstaunt, was alles in Lola rein geht! Gestern Nacht gegen halb 2 bin ich nochmal zu meiner alten Wohnung gefahren, um dort den restlichen Kleinkrams raus zu holen. Die Aktion fand nachts statt, da ich immer noch nicht Lolas 3. Gang gefunden habe. Und wenn nur 30 km/h Spitze angesagt ist, fährt man lieber zu Uhrzeiten an denen kein Anderer auf der Straße ist…
Der Kleinkrams entpuppte sich dann aber bei näherer Betrachtung als:

  • Ein großer Staubsauger
  • Eine Stehleiter
  • Zwei Abdeckplanen
  • Ein großer Eimer mit Putzmitteln
  • Zwei Taschen mit Farbrollen und Pinseln
  • Ein Besen
  • Ein Schrubber

Passt aber alles anstandslos rein:

Ich musste zwar über die Fahrerseite einsteigen, aber es ging.

Auf der Fahrt habe ich auch bemerkt, dass das linke Rücklicht aus geht, wenn ich Bremse und dort dann garnix leuchtet. Ach ja und der rechte Blinker will auch nicht blinken, wenn die Bremse betätigt wird.
Fährt man ohne Licht (Zündschlüssel Stellung 1) funktioniert alles super. Nur wenn Licht gefordert wird, geht alles durcheinander.
Willkommen neue Baustelle!

Ein Hoch auf die sozialistische Lagerhaltung

eBay hat mir mal wieder einen kleinen Schnapper in die Hände gespielt. Wobei allerdings auch diese eBay-Geschichte mal wieder einen Haken hat. Dank der Plansollübererfüllung in dem Duo-Rückleuchten-VEB Karl-Marx-Stadt (oder wo auch immer es war) hab ich nun für schmale Mark ein niegel-nagel-neues Rücklicht fürs Duo in den Händen. Und zwar Glas (ohne jeden noch so kleinen Kratzer), Chromrahmen (eben zum rasieren drin gespiegelt), Dichtungen (überraschend flexible), Reflektor und Schale mit Halterung für das Rücklicht (nicht mal der Hauch einer Oxidation dran). Der gewiefte Leser hat an dieser Stelle schon bemerkt, wo der Hase im Gewürz liegt. Für die nicht so Schnellen ein paar Bilder:
Rücklicht mit nur einer Fassung 006

Rücklicht mit nur einer Fassung 008

Rücklicht mit nur einer Fassung 009

Na? Jetzt den Fehler gefunden? Exakt! Die Schale hat nur eine Fassung für eine Birne drin. Lola hat aber links und rechts je zwei Birnen drin. Zweimal Schlusslicht und Zweimal Bremslicht. Jeweils außen das Schlusslicht (5W) und innen das Bremslicht (15W). Hier zu erkennen:
Duo Endmontage 021
Nun weiß ich allerdings nicht, ob das ein Fehler des Verkäufers ist (welcher das Rücklicht ausdrücklich als „Duo-Rücklicht“ verkauft hat) oder nicht. Im Original (siehe Schaltplan) haben die Duos nämlich nur links zwei Birnen drin. Das rechte Rücklicht beheimatet dann eigentlich nur ein einsames Schlusslicht.
Da mir meine Sicherheit über Originalität (zumindest im Detail) geht, fand ich es gut, dass einer der Vorbesitzer Lola auch rechts mit einem Bremslicht ausgestattet hatte (siehe Lolas Schaltplan) und hab mir da keine weiteren Gedanken drüber gemacht. Obwohl…das kann man so ja nicht behaupten. Ich glaube nur, dass ich die falschen Schlüsse gezogen habe. Sollte nämlich meine „Single-Schale“ eine originale rechte Schale sein, dann wäre die Schrift ja nicht auf dem Kopf und ich hätte mal wieder der DDR-Industrie Unrecht getan.
Ich bitte deshalb mal jemanden mit einem originalen rechten Rücklicht (Elion?) mir zu sagen, ob die rechte Schale im Original auch nur eine Fassung hat und soweit möglich, ob da auch „15W“ drüber steht.
Ich werde dass dann auch mal in der Gleichteileliste nachtragen.
Ein Umbau auf eine zweite Fassung ist sicherlich möglich, aber wenn es ohne geht, um so besser.

Da ich nicht vor habe, bei mir mal rechts wieder nur eine Single-Schale ein zu bauen, verlautbare ich hiermit, dass ich sie zum Tausch gegen eine gut erhaltene Pärchen-Schale anbiete. Allerings nur die Schale mit dem Innenleben… das Glas und den schicken Rest behalte ich natürlich 😉

„Laterne, Laterne….“

Beim Zusammenbau habe ich auch ein wenig an den Rücklichtern verschlimmbessert. Normalerweise werden dort die blanken Kabelenden in Schraubkontakte gesteckt, von einer Schraube tot gequetscht und dürfen dann munter vor sich hin korrodieren, bis sie irgendwann durchgescheuert sind. Als bekennender Detailliebhaber habe ich mich an dieser Stelle dazu entschlossen mal wieder zur Crimpzange zu greifen (Nachdem ich den gesamten Kabelbaum neu gemacht habe, ist es mein Lieblingswerkzeug) und dort anständige Anschlüsse zu fabrizieren. War zwar etwas Fummelkram und ich musste die Stecker um 90° biegen, aber so sind die Anschlüsse viel ausfallsicherer. Da die „Quetschschrauben“ nun aber nix mehr zum zerdrücken hatten, ließen sich die Ringkontakte nicht fest anschrauben. Abhilfe schaffte hier eine einfache Unterlegscheibe.
Duo Endmontage 021
Bei dieser Arbeit viel mir mal wieder eines der liebenswerten DDR-Details auf: Die „Schalen“, in denen die Halterungen für die Birnen sitzen, wurden anscheinend in der DDR nur in einer Ausfertigung produziert. Damit sie aber nicht nur links sondern auch rechts passt, muss man für die andere Seite die Schale auf den Kopf drehen. So passt sie einwandfrei. Nur steht die Beschriftung („5 W“ und „15 W“) der beiden Fassungen dann auf dem Kopf… Naja, der originale Fahrer war ja nur gehbehindert, nicht auch sehbehindert. So ein bisschen auf dem Kopf lesen, beim einschrauben der Birnen wird er ja noch gekonnt haben. Im Westen hätten sie extra eine eigene Presse gebaut…

AC/DC II

Wie schon angedeutet, gibt es noch einen zweiten Weg um die Batterie des Duos etwas zu entlasten. Nämlich den Stromhunger der Verbraucher zu verringern. Der Scheibenwischer scheidet mangels Alternativen aus. Somit bleibt nur die Lichtanlage. Ich habe mir da mal um den Selbstversuch zu wagen über ebay (Shopname e-proxy oder Ex-proshop) die Äquivalent-LED-Leuchten für die Rückleuchten vom Duo kommen lassen. Also für die 5 Watt Rücklichter die 9 LED-Variante und für die 18 Watt Bremslichter die 24 LED-Variante. Für alle LED-Laien: LEDs haben den großen Vorteil, dass sie Licht quasi aus Luft und Liebe produzieren. Die Stromaufnahme liegt bis zu 95% unter der von herkömmlichen Glühlampen. Außerdem sind sie stoßunempfindlich und haben ein wesentlich schnelleres Ansprechverhalten. Also eigentlich ideale Ersetzungskandidaten. Diesen konkreten Vorteilen stehen aber im praktischen Anwendungsfall gravierende Nachteile gegenüber:
Die von mir getesteten Leuchten waren bei Tageslicht kaum zu erkennen. Ob das Bremslicht an war oder nicht, war nur bei genauem hinsehen zu unterscheiden. Das 5-Watt Äquivalent war garnicht zu erkennen.
Auch im dunkeln war ein klarer Helligkeitsunterschied von Glühlampe zu LED sichtbar. Obwohl die Brems-LEDs laut Hersteller etwa so hell wie eine 21W-Birne sein sollten, waren sie doch merkbar dunkler als die 18W-Glühlampen. Bei den Rücklichtern war das Ergebnis ähnlich. Als weiteres Problem tauchte nun auf, dass der Blinkergeber lastabhängig arbeitet. Das heißt, je mehr LED-Leuchten ich verbaute um so schneller wurde der Blinktakt. Als ich alle 4 Heckleuchten ersetzt hatte, leuchtete der Blinker beim blinken durchgängig. Dieses Problem lässt sich aber mit einem elektronischen Blinkimpulsgeber selbst beheben. entweder man kauft ihn oder baut ihn sich nach dieser formidablen Anleitung selber.
Ich ziehe daraus folgendes Fazit:

  1. Wenn ersetzen, dann immer durch die Version mit den meisten LEDs
  2. Auf Watt-Vergleichsangaben nichts geben
  3. Wenn ersetzen, dann Bremslicht LED und Rücklicht LED in Reihe schalten (3.+4. Kabel vom Bremslichtschalter legen)

Ich persönlich habe jetzt wieder die Birnen in meiner Lola. Der Helligkeitsunterschied war mir doch zu groß. Da ist mir meine Sicherheit (rechtliche Aspekte mal ganz außen vor gelassen) doch wesentlich wichtiger, als der Stromhaushalt meines Duos. Die anderen großen Latüchten vom Duo, also Blinker und Begrenzungsleuchten kann man nicht so einfach durch LEDs ersetzen. Die Blinker müssen ja zu den Seiten abstrahlen, obwohl sie senkrecht im Sockel sitzen. Das ist nur mit seitwärts montierten LEDs möglich und die habe ich bisher noch nirgends als 6V-Variante gesehen. Bei den Begrenzungsleuchten ist das Problem ähnlich gelagert. Die sind ja Sofitten und die habe ich auch noch nirgends als 6V-LEDs gesehen.

Abschließend noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung:
LED-Rücklichter ausgebaut 001

LED-Rücklichter ausgebaut 002
Das Bremslicht mit den 24 roten LEDs ist oben bzw. rechts, das Rücklicht mit den 9 roten LEDs unten bzw. links.

LED-Rücklichter Vergleichstest 002 eingebaut an

LED-Rücklichter Vergleichstest 007 LED Brems-und Rücklicht

LED-Rücklichter Vergleichstest Dunkelheit 003
Das letzte Bild ist ein Vergleichstest. Links hatte ich die normalen Birnen drin und rechts die LEDs. Man erkennt deutlich den Helligkeitsunterschied. Besonders im Randbereich ist das Rücklicht rechts deutlich dunkler.

In diesem Thread habe ich das ganze Thema auch nochmal im Simsonforum ausgebreitet.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass die Verwendung von nicht zugelassenen LEDs in Kraftfahrzeugen eine Ordnungswidrigkeit ist und mit Geldstrafe, ggf. Punkten in Flensburg und ggf. dem Verlust des Versicherungsschutzes im Falle eines Unfalls einher geht. Ein Umbau ist daher nur anzuraten, wenn man sein Fahrzeug NICHT im öffentlichen Straßenverkehr bewegt! Ich selbst habe mein Duo niemals mit LEDs am Straßenverkehr teilnehmen lassen.