In einer ruhigen Minute habe ich mich auch mal wieder des Gorilla-Motors angenommen.
Dort wartete ja noch ein abgerissener Stehbolzen auf eine letale Behandlung.
Mittlerweile hatte ich ein Gewindeeinsatz-Set im passenden Maß M6x1,0 besorgt.
Ich fand das eine gute Gelegenheit, um sowas mal zu testen.
Ähnlich entschlossene Menschen haben die Wahl ob sie eines der bekannten Produkte aus dem Hause „Helicoil“ oder für die Hälfte des Geldes die Generika von „BaerCoil“ verwenden möchten.
Ich habe mich für letzteres entschieden:

Dem Set liegt eine ausführliche Anleitung bei und die Teile machen einen ordentlichen Qualitätseindruck.
Also munter den Auslass mit einem Lappen verstopft und zusätzlich abgeklebt, denn im ersten Schritt musste der kümmerliche Rest des Stehbolzens (auf dem Bild zu erkennen) raus:

Wie ihr seht, war das Loch schon vor Beginn des Einsatzes gut ausgenudelt. Das liegt zum einen daran, dass ich den Bolzen freihändig mittels Akkuschrauber ausgebohrt habe und zum anderen daran, dass der Bohrer die Tendenz hat, vom harten Stahl des Bolzenrests ins weiche Alu abzudriften. Der mitgelieferte Bohrer hat ein krummes Maß (Ich meine 6,3mm), daher verwendete ich erstmal einem 6mm-HSS-Bohrer um den Stahlrest auszubohren. So gab’s noch ein wenig Fleisch sollte ich etwas schief laufen und der mitgelieferte Bohrer würde nicht sofort abstumpfen. Aber auch mit dem HSS-Bohrer war es ein Krampf. Da ging ordentlich Material drauf:

Schlussendlich gab es aber ein nahezu rundes Loch und ich konnte (nach vielen Spülvorgängen mit Öl) mit dem Gewindeschneider weiter machen. Viel Schneidöl und so viele Augen wie man bekommen kann helfen, dass der Winkel möglichst identisch wird:

Anschließend wieder spülen und nun kam einer der Gewindeeinsätze auf das Eindrehwerkzeug:

Im Hintergrund seht ihr das eierige Loch. Wie unschwer zu erkennen ist, hat es im oberen Teil maximal den Hauch eines Gewindes. Glücklicherweise bessert sich die Lage aber tiefer im Loch, so dass sich dort ein ganz ansehnliches Gewinde findet. Der Einsatz ließ sich erstaunlich einfach eindrehen und folgte auch im oberen Teil brav dem Minigewinde:

Hier ist er komplett eingedreht:

Den Zapfen habe ich entgegen der Anleitung nicht abgebrochen. Er würde dann nur in dem Sackloch rum klimpern. So dient er als milder Anschlag für den Stehbolzen.
So krumm und schief mein Loch anfangs aussah, so maßhaltig ist es am Ende dann doch geworden:

Der Krümmer ließ sich ohne Probleme anschrauben und mit dem definierten Drehmoment festziehen. Das hält der Gewindeeinsatz schon mal.
Anschließend habe ich die Gorilla wieder zusammen gesetzt und angefangen alle Verschraubungen nach zu ziehen:

Als nächstes steht nämlich eine ausgedehnte Probefahrt auf dem Programm!
Ich bin sehr gespannt, ob der Einsatz die vollmundigen Versprechungen seines Herstellers halten kann.
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„Smoker!!” V
Da der Sommer so langsam seine Fühler ausstreckt, haben Vaddern und ich ein wenig beim Räucherofen-Projekt weiter gemacht.
Wir hatten ja noch das Problem, dass der gusseiserne Dekorabschluss nicht an der Oberkante des verkleinerten Brennraums halten wollte.
Leider haben wir auch keinen Schmied in der Umgebung gefunden, der sich da mit einem Schweißgerät dran traute. Alle befürchten, dass die Teile dann reißen könnten und damit das filigrane Dekor hinüber wäre.
Also mussten wir uns nach Alternativen umsehen.
Wenn schweißen nicht geht, ist „kleben“ die nächste Alternative.
Beschäftigt man sich einige Zeit mit dem Thema, so findet man verschiedene, meist epoxy-basierende, Produkte, die alle versprechen Gussteile dauerhaft verbinden zu können.
Da die Teile bei uns später relativ heiß werden, haben wir uns mal für „J-B Weld“ entschieden.
Das Zeug soll eine dauerhafte Maximaltemperatur von 300°C ab können.
Der Plan war, die Teile mittels zweier Metallstreifen, welche auf der Rückseite aufgeklebt werden zu verbinden.
Dazu haben wir zuerst die Stellen auf der Rückseite des Dekors angeraut und streng nach den Herstellervorgaben behandelt:

Damit der Dekorabschluss später auch möglichst genau passt, haben wir ihn mittels zweier Holzleisten und Klemmzwingen fixiert:

Dann habe ich reichlich J-B Weld angemixt:

Anschließend dick mittels Spatel aufgestrichen und die (ebenfalls angerauten) Metallstreifen leicht in die Masse gedrückt:

Das ganze haben wir dann bei Zimmertemperatur in Ruhe abbinden lassen. Mal sehen, ob und wie lange es hält.
Eigentlich muss es nur sich selbst halten. Das Dekor wird ja nicht belastet.
Sollte der Versuch in die Hose gehen, haben wir zumindest nix verloren. Dann kratzen wir den Rest des Klebers ab und müssen weiter nach jemandem suchen, der sich da mit ner Gusselektrode dran traut…
Während der Kleber Zeit zum abbinden hatte, haben wir per eBay-Kleinanzeigen Füllerde besorgt:

Wir müssen ja später den Brennraum zum „Hügelgrab“ umfunktionieren.
Auch dabei gab es eine Lektion für uns:
Wenn es Erde zu verschenken gibt, fragt am Telefon vorher immer, ob es sich um Aushub eines Neubaus oder um Erde von einem Altbau-Grundstück handelt!
Ihr glaubt nicht, was die Leute früher für Müll um ihre Häuser verscharrt haben…
Fundus XL
Sorry, das hier die Infos momentan etwas tröpfeln. Das Internet kommt hier mal wieder nur per Rauchzeichen. Das hemmt die Laune zum bloggen ein wenig. Wir aber alles nachgeholt.
Nicht das ihr meint, ich wäre die letzten Tage untätig gewesen. Auch wenn es am Bug lediglich mit drei-Meilen-Stiefeln voran geht.
Jedoch gibts verschiedene andere Baustellen, an denen ich momentan werkel.
Eine war unser Partyverließ. Der Name rührt von seiner unterirdischen Lage mit einem einzigen, vergitterten Lichtschacht her.
Von meinen Eltern als Ort gesellschaftlicher Zusammenkünfte erdacht, war mein 16. Geburtstag die letzte Fete die dort gelaufen ist…. und das ist (ohne jetzt ins Detail gehen zu wollen) schon ein paar Sommer her.
Seit dem wurde der Raum als uninspiriertes Lager genutzt:

System? Fehlanzeige.
Das konnte so nicht weiter gehen.
Neben dem Altblech/-plastik ist ja „aufräumen“ eines meiner großen Hobbys.
Daher sieht der Keller jetzt, zwei Tage später, so aus:

Sind über 30qm zusätzlicher Regal-Lagerraum. Das sollte unseren verschiedenen Fundi erstmal wieder ein wenig Platz schaffen.
Die Regale stammen vom Toom-Baumarkt. Solides verzinktes Stahlblech mit 175 Kg Tragkraft pro Spanplatten-Boden. Für 19,99€ pro Stück konnte selbst eBay nix besseres liefern. Klare Empfehlung.
Wir brauchen Druck! Druck! Druck!
Nach dem Reinfall mit dem ersten Kompressionstester, haben wir jetzt ne Ecke mehr investiert und was anständiges gekauft.
Erstes Testobjekt war Sir Edward. Für das ewige Ruckeln kam ja ein eventuell verbranntes Ventil in Frage. Dementsprechend gabs jetzt nen zweiten Anlauf.
Der neue Tester hat schön lange Adapterstücke mit nem anständigen Sechskant und Gummidichtringen. Kann man spitzenmäßig einschrauben:

Ich hab den Wagen mit kaltem Motor und voll durchgetretenem Gaspedal getestet.
Zylinder 1:

Zylinder 2:

Zylinder 3:

Zylinder 4:

Das macht zusammengefasst:
Zylinder 1: 160 psi (11.03 bar)
Zylinder 2: 167 psi (11.51 bar)
Zylinder 3: 165 psi (11.3 bar)
Zylinder 4: 188 psi (12.96 bar)
Interessant ist, dass Zylinder 4 so aus der Reihe tanzt. Allerdings ist das laut Forum im Toleranzbereich für yellow Top-Motoren. Im Neuzustand sollen diese hoch verdichteten Motoren annähernd 200 psi abgeliefert haben.
Keiner der Werte ist so schlecht, dass ein Defekt vorliegen könnte. Das beruhigt mich sehr. Hab mich ja schon den Motor zerlegen sehen….
Bei der Gelegenheit habe ich auch mal ein Foto von den Zündkerzen gemacht, nachdem ich nun einige Zeit mit 30 „Flanken“ der Gemischschraube fahre:

Die Kerze von Zylinder 4 ist die links außen.
Laut Forum ist es normal, das Zylinder 4 zu fett läuft.
Mit 30 Flanken ist das ruckeln nun weg. Das werde ich jetzt erstmal so lassen und austesten. Nachdem wir aus England zurück sind, werde ich wohl mal bei einer Werkstatt vorbei fahren und nen CO-Tester anschließen lassen. So richtig geheuer ist mir das immer noch nicht…
Ein Schälchen Auto
Sollte ich mal reich werden, ergänze ich meinen Dreirad-Streichelzoo glaube ich noch durch einen Peel.
Der Peel P50 hält noch immer den Weltrekord für das kleinste in Serie produzierte Auto der Welt.
Jeremy Clarkson war begeistert:
Allerdings finde ich den zweisitzigen Peel Trident sogar noch reizvoller: