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Frohe Weihnachten 2025

Auch euch liebe Lesenden, wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Weihnachten 2025

Auf dass eure Wünsche in Erfüllung gehen, keine Schraube abreißt, kein Rost sich durchfrisst, ihr immer genug Öldruck und eine handbreit Benzin unterm Tankgeber habt!
Allzeit freie Fahrt
Adrian

Auf dem Boden der Tatsachen

Während die Putzer draußen zauberten, ging im Genesungswerk der fliesenlegende Mensch zu Werke. Ich hatte bewusst nach einem Profi gesucht, da die Fliesen direkt auf den recht unebenen Betonboden geklebt werden mussten. Aufgrund der geringen Durchfahrtshöhe zum Werkraum war ein ausgleichender Estrich leider nicht möglich.

Das war der Zeitpunkt, auf den die beste Ehefrau von Allen seit 6,5 Jahren wartete. So lange standen nämlich 80m² feinste Werkstattfliesen bei uns hinter dem Haus. Da die Gelegenheit damals ausgesprochen günstig war, kaufte ich sie, noch bevor der erste Spatenstich erfolgte (und verbog beim Transport die Lafette). „Besorge in der Zeit, dann hast du in der Not“ oder so ähnlich.
Wir haben die 1,5t Fliesen dann in einer Menschenkette Paket für Paket runter ins Genesungswerk verfrachtet.
Ganz ungewohnter Anblick, so ganz ohne Europaletten:

Lager leer

Im Genesungswerk kamen die Pakete auf Paletten mit Rollen (seit den Stahlträgern eigentlich immer im Einsatz). So konnten die Handwerktätigen sich die Pakete hinrollern, wo sie wollten. Man ist ja serviceorientiert. Nachdem der Boden geschliffen und einige Setzungsrisse in der Bodenplatte mit Epoxydharz und Klammern verschlossen waren, ging es dann auch rasch an’s Werk:

Fliesen begonnen

Schon vorher wusste ich, dass die Werkstattfliesen nicht für die gesamte Fläche reichen würden. Daher orderte ich bei Fliesenoutlet-Shop24.de weitere 50m² Werkstattfliesen im identischen Format. Da die original Fliesen nicht zu bekommen waren, entschied ich mich für ein deutlich anderes Muster. So sieht es wenigstens halbwegs gewollt aus. Leider kann ich den Fliesenladen nicht empfehlen. Die Kommunikation war schleppend und von der gewünschten Fliese gab es kein Muster. Ich musste daher blind bestellen. Auch die Lieferung erfolgte ohne versprochene Ankündigung, so dass ich nur durch Zufall zuhause war. Kaum stand die Palette vor dem Genesungswerk bemerkte ich, dass einige Pakete beim anfassen so komisch knirschten:

Fliesen nachgekauft

Hier sieht man, wie sich das Packband in einen Karton einschneidet:

Kaputte Pakete

Das verhieß nichts gutes.
Glücklicherweise arbeiteten echte Fachkräfte dort in der Kommissionierung. Sie hatten mir nämlich nicht nur die bestellten 56m² geschickt, sondern eine volle Palette mit 64,8m².
Das sparte mir wenigstens die Reklamation, da ich die zerdepperten Fliesen einfach aussortieren konnte.
Die weißen Werkstattfliesen reichten bis auf knapp zwei Reihen an die Trennwand heran:

Übergang Fliesen

Dort schlossen die fliesenden Menschen dann mit den dunkleren Fliesen an. Leider bin ich auch mit dieser Arbeit nicht wirklich zufrieden. Schaut euch mal genau die Fugen zwischen hellen und dunklen Fliesen an:

Fuge verspringt

In der Mitte geht es noch, aber je weiter es nach außen geht, desto deutlicher verspringt die Fuge.
„30×30“ ist halt bei keinem Fliesenhersteller gleich. Bei einem sind es „29,3×29,3“, beim Anderen „30,2×30,2“. Hat wohl mit dem Schrumpfverhalten während des brennens zu tun. Ist aber auch egal. Mir hat man auf jeden Fall beigebracht, dass man deshalb bei einem solchen Fliesenanschluss (nachdem man eine Probereihe trocken gelegt hat und weiß, wie die Fuge verspringt), mit einer halben Fliese startet. So liegt die Anschlussfuge immer in der Mitte der Fliese und dort fällt es niemandem auf, dass sie um 2-3 cm wandert. Aber ich behaupte ja auch nicht gelernter Fliesenleger zu sein.

Nun war es aber zu spät und der Fliesenkleber hart.

Sie haben dann noch die Fläche beendet:

Fliesen fertig

Als es dann an die Fußleisten gehen sollte, sagten sie mir, dass es ihnen zu aufwändig wäre, diese aus den (ausreichenden) seitlichen Abschnitten zu schneiden und sie stattdessen nur ganze Fliesen zerschneiden würden.

Wir einigten uns darauf, die Zusammenarbeit an dieser Stelle zu beenden.

Wie putzig II

Nachdem die Putzer innen fertig waren, ging es außen weiter:

Halle grob verputzt

Vorher nutzte ich aber noch die Chance und verschloss die Lücke zwischen Firstpfette und Mauerwerk. Auf der niedrigen Seite hatte ich das ja mit den Styroporkeilen gemacht. Auf der hohen Seite war dafür die Pfette aber zu nah an der Kante:

Spalte Mauer Pfette

Ich verschraubte das Vogelschutzgitter an den Pfetten und ließ es im Bogen nach innen laufen. Durch die Eigenspannung drückt es sich bündig gegen das Mauerwerk:

Vogelgitter montiert 2

Natürlich bog ich es noch so zurecht, dass es auch seitlich keine Lücken gab. Den verbliebenen Hohlraum zwischen Pfetten und Mauerwerk stopfte ich mit Steinwolle aus. Ich hoffe so möglichst alles Kleingetier von dem Hohlraum fern zu halten. Die Isolierung der Pfetten erfolgt später mit Styroporkeilen von innen.

Auf den Grobputz außen folgte ein weißer Feinputz und anschließend ein Silikat-Strukturputz:

Oberputz aufgebracht

Bevor das Gerüst für den Sockelputz abgebaut wurde, montierte ich die zusammen mit den Fenstern georderten Fensterbänke:

Fensterbänke eingebaut

Auch wenn sie tiefenmäßig etwas zu kurz sind (ich habe nicht an die Putzstärke gedacht), bin ich ganz zufrieden:

Fenster eingebaut fertig

Die Seite bekommt eh nur sehr selten Regen ab und die Fenster liegen ja sehr weit oben. Das wird schon keine unschönen Laufspuren an der Fassade geben.
Abschließend sieht das Genesungswerk von außen nun so aus:

Außenansicht ohne Gerüst

Auf die abgesetzte Sockelleiste kommt noch ein Steinputz als Spritzschutz.

Wie putzig I

Es ist Zeit, euch beim Genesungswerk auf den aktuellen Stand zu bringen. Wir verließen die Baustelle mit eingebauten Fenstern und Türen, aber ansonsten rohen Wänden:

Wie schon gesagt, habe ich mich vorm verputzen der Wände gedrückt.
Dementsprechend wurde die komplette Halle innen und außen eingerüstet. Dann rückten auch schon bald die Putzer an und setzten die Putzleisten:

Putzleisten an den Fenstern

Erstmal innen alles grob verputzen:

Fensterseite begonnen zu streichen

Dann die Feinheiten:

Werkraum verputzt

Es war ein Massaker:

Putzmaschine

Als sie innen fertig waren, habe ich die Chance des Gerüstes genutzt und noch schnell alles weiß gestrichen.
Für die Grundierung riesiger Flächen kann ich solch eine elektrische Sprühpistole nur wärmstens empfehlen:

Spritzgerät

Ging super schnell und schön gleichmäßig.
Danach, streichen:

Fensterseite oben gestrichen

streichen:

Werkraum oben gestrichen

und streichen:

Erster Anstrich rechte Seite

Ich habe die Hausmarke vom Globus Baumarkt „Globusweiß“ verwendet. Die war gerade im Angebot und wenn man die Adresse der auf dem Eimer angegebenen „Rühl Farben GmbH“ googelt, landet man bei Alpina in Ober-Ramstad.

Ich habe die Farbe klassisch gerollt. Das ging wirklich gut. Kaum wolkig, gute Deckkraft. Nur die Übergänge der Gerüstebenen zeichneten sich nachher noch deutlich ab, so dass ich nach dem Abbau des inneren Gerüstes dort nochmal drüber gegangen bin:

Fertig gestrichen links

Macht die Halle gleich 150% heller:

Ohne Gerüst Blick Richtung Tor

Im Rückspiegel der Geschichte

Im Mai hatte ich mir ja ein Rücklicht an der Lafette zerdeppert. Blöd. Durch den hohen und breiten Planenaufbau ist die Sicht mit den serienmäßigen Außenspiegeln des Gerontengolfes nach hinten gleich Null. Ziemlich bald nach dem Kauf hatte ich mir deshalb damals Wohnwagenaußenspiegel besorgt. Die kann ich an dieser Stelle auch direkt mal empfehlen: Sitzen super fest und lassen sich an nahezu jedem Fahrzeug problemlos montieren. Auch diese modernen sebsttätig anklappenden Außenspiegel sind damit kein Problem. Die beworbene Vibrationsfreiheit kann ich ebenfalls bestätigen.
Mit solchen Spiegeln kann man nun zwar sehen, was in größerer Entfernung hinter einem geschieht, aber beim rückwärts rangieren helfen sie auch nicht wirklich. Gute Gelegenheit für ein schönes Bastelprojekt!
Ausgangsmaterial ist eine Rückfahrkamera, welche ihr Signal zwar per Funk überträgt, aber per 12V betrieben wird:

Kameraset

12V sind sowohl hinten am Anhänger als auch vorne im Cockpit vorhanden. Da spart man sich also etwaiges Geassel mit Akkus/Solar. Bekommt die Kamera 12V, schaltet sie sich automatisch ein und schickt ihr Signal an den Bildschirm. Hier mal im Testaufbau mit der Batterie meiner Dieselheizung und meinem 12V-Akkuadapter:

Erster Testlauf

Die Grundkonstruktion funktioniert schon mal. Also munter an die Montage gehen. Die Kamera kam hinten an den Anhänger:

Kamera montiert

Die Löcher im Querträger waren schon und sitzen schön mittig:

Kamera mittig an der Stoßstange

Erfreulicherweise ist die Kamera mit Halterung so flach, dass sie über das Querprofil nicht hinaus steht. Auch die heruntergeklappte Heckklappe stößt nicht an. An der Werkbank konnte ich dann testen, ob die Reichweite des Funksignals mit hinter der Stoßstange montierter Antenne ausreichend ist:

Testlauf Kamera

Nun musste ich aber noch die Antenne samt Spannungswandler und Kabelgeraffel irgendwo hinten am Anhänger möglichst geschützt unterbringen. Eine 100er Abzweigdose bietet sich da an:

Dose auf der Werkbank

Die Dosen sind auch nach IP 65 zertifiziert, so dass die Elektronik schön trocken bleiben sollte. In eine 100er Dose passt der Funktransmitter samt Antenne geradeso quer rein:

Antenne in Aufputzdose

Für die geneigten Nachmacher sei noch der Hinweis gegeben, dass der Spannungswandler gänzlich ungeschützt in seinem lediglich geklipsten Gehäuse sitzt:

Spannungswandler

Der musste also auch noch mit in die Abzweigdose. Gleichzeitig passte bei mir die Aufteilung der Kabellängen des Spannungswandlers nicht. Das Anschlussende war viel zu kurz, das Kabelstück zum Funksender hingegen viel zu lang. Auftritt Lötifanten:

Lötifanten

Ich hatte ja schon mal erwähnt, dass für solchen filigranen Kram diese kleinen Lötverbinder spitze sind. Drüber stecken, Litze verrödeln und die ganze Chose mit dem Heißluftfön rösten. Das Lötzinn schmilzt und verbindet die Adern, der Schrumpfschlauch zieht sich zusammen und der integrierte Kleber dichtet alles wasserdicht ab. Gute Investition. Mit dem herausgetrennten Kabel verlängerte ich dann die Anschlussseite:

Kabel verlängert

Jetzt konnte dieser Teil schon mal final in das Verteilergehäuse wandern:

Kabel in Dose unterm Anhänger

Am Heck der Lafette an 12V zu kommen ist hingegen etwas schwieriger. Die Rückleuchten haben eigene Stecker und sind ansonsten hermetisch abgeschlossen:

Steckkontakt Rücklicht

In ein Kabel reinflicken wollte ich aber auch nicht. Das war aber auch nicht nötig, da sich in den Ochsenaugen-Positionslichtern Steckkontakte finden:

Fassung rausgezogen

Kurzer Einsatz der Crimpzange und schon waren die Abzweige montiert:

Kontakte vercrimpt

Notfalls lässt sich das ganze wieder spurlos zurück bauen. Gewollter Nebeneffekt ist, dass die Kamera nun immer überträgt, wenn das Licht eingeschaltet ist (bei uns also immer) und nicht nur bei eingelegtem Rückwärtsgang. Ein zusätzlicher Rückspiegel/Innenspiegel quasi. Noch schnell das Kabel ordentlich verlegen und mit Spiralschlauch panzern, fertig ist die Laube:

Kabel verlegt

Der Monitor passt erfreulicherweise in den Universal-Handyhalter auf dem Armaturenbrett:

Linien im Display

Auf dem Bild seht ihr auch meinen anschließenden Test zur Einstellung der Peillinien. Ich habe entlang der Außengrenzen des Anhängers Mülltonnen aufgestellt und geguckt, welche ich davon sehe. Leider fehlen auf dem Bild oben links und rechts jeweils eine ganze Mülltonne. Die Kamera hat halt nur 120° Erfassungsradius. So weit lassen sich die Linien nicht an den Rand schieben. Um da also niemanden in trügerischer Sicherheit zu wiegen, habe ich sie in der Speisekarte deaktiviert:

Speisekarte

Jetzt muss man einfach gucken, was sich hinter dem Anhänger befindet und sollte anhalten, wenn es droht den linken oder rechten Rand zu verlassen:

Display im Auto

Ein paar Touren mit der Kamera habe ich nun schon gemacht und auch bei strömendem Regen überträgt sie stabil ihr Signal. Natürlich kann man bei Gischt auf der Linse kaum etwas erkennen. Besser als vorher ist es aber allemal!