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Eine unter 500

Nach Björns Frage, habe ich mich mal ein wenig eingehender mit den Felgen von Sir Edward als auch den Felgen des Bugs beschäftigt.
Einzige Information die ich bisher hatte, war, dass die Felgen wohl auch am Mini verbaut wurden.
Zum Glück kam Sir Edward ja mit dem unbenutzten original Ersatzrad. Da kann man die Beschriftung noch 1A erkennen:
Reliant Rialto Felgen 1
Leider überdeckt der Blitz die Größenangabe. Sie lautet „3.5Bx10x24“. Die Felgen sind also 3,5 Zoll breit, haben die Bördelung „B“ am Felgenhorn, einen Durchmesser von 10 Zoll und eine positive Einpresstiefe von 24mm.
Außerdem findet sich auf der Felge noch die Nummer „21A2744“. Geht man dieser Nummer nach, landet man ziemlich schnell beim Mini Wheel Dictonary.
Eine sehr informative Seite (auch zu Grundlegendem was Felgen betrifft!) mit über 500 verschiedenen Mini-Felgen. Begibt man sich dort in die 10″-Kategorie findet man die 21A2744 als dritte Felge von oben. Ein wenig weitere Recherche liefert dann verschiedene Hersteller für diese Felgen mit zum Teil eigenen Bezeichnungen. So wurde sie zum Beispiel als Lemmerz T384, Ruberg Owen 21A2744 oder Dunlop LP 1161 hergestellt. Die Erstausrüster-Felge scheint von Dunlop zu sein. Zumindest interpretiere ich das geprägte Logo rechts so.
Sollte eigentlich nicht so schwer sein, da an neuwertigen Ersatz zu kommen, wenn mir die alten Felgen doch zu arg eiern.

Auch die passenden Radkappen glaube ich gefunden zu haben. Die 20. von oben, „Trim 9“. Die sieht Sir Edwards ziemlich ähnlich:
Reliant Rialto Motorlagergummis 003
Mir fehlt leider eine seit unserem Trip nach England. Leider steht in der Liste kein Name oder Hersteller. Nur „Aftermarket item“. Das reduziert meine Chancen auf Ersatz. Im R3W-Forum hat die auch niemand. Die wurden bisher einfach immer weggeschmissen.

Auch die Felgen vom Bond Bug finden sich im Mini Wheel Dictonary.
Bond Bug Geschenk 057 klein
Vorne hat er die gleichen Felge wie der Rialto. Hinten hat er Dunlop D1/LP922 5Bx10. Bei der Einpresstiefe bin ich mir nicht sicher glaube aber sie beträgt +17mm. Die Dunlop D1 wurden mittlerweile von verschiedenen Herstellern (in unterschiedlicher Qualität!) nachgefertigt. Es gibt sie unter der Bezeichnung Tasman MkI, Exacton (minimal anderes Design), Tasman MkII (dito) oder Midlandwheels D1. Die Midlandwheels kommen dem Original am nächsten und kosten als 4er-Satz 425 Dollar…. *aua*

Generell gibt es also reichlich Auswahl an passenden Felgen für die Reliants. Allerdings müssen einige Besonderheiten beachtet werden!

Minis, Metros und Reliants haben einen Lochkreis von 4×4″, bzw. 4×101,6mm!

Auch wenn dies nur 0,8mm Unterschied im Radius sind, so ist dringendst davon abzuraten, Felgen mit Lochkreis 4×100 zu verwenden! Die eh schwach dimensionierten Radbolzen werden sonst verspannt, erheblich stärker belastet und können brechen! Bei eh nur drei Rädern ein sehr unschönes Ergebnis!
Auch müsst ihr mit breiteren Felgen bei Rialtos und Robins aufpassen.
Beim Rialto ist schon mit den original Felgen recht wenig Luft zwischen Blattfeder und Rad. Nimmt man dann breitere Räder, schleifen die unter Umständen an den Federn. Außerdem benötigt man für Alufelgen auch andere Radmuttern. Die haben dann einen anderen Konus am Rand.

Welche Reifen auf welche Felgen passen, kann man ganz gut hier ersehen. Da sind auch die verbliebenen Hersteller von 10″-Schubkarrenreifen aufgelistet.

Im Westen was neues

Bei unseren flachen Nachbarn stehen momentan zwei ganz ansehnliche Rialtos zum Verkauf.
Der Eine liegt momentan bei 800€:

Laut Beschreibung ein 1988er mit 125.000km auf der Uhr.
Der Wagen soll schon einige Zeit nicht mehr gelaufen sein und nun nicht mehr anspringen. Wie immer „nur ne Kleinigkeit“…
Dafür finde ich den Preis schon etwas zu happig.
Das andere Angebot ist ein 1990er mit 59.000 km runter:

Der liegt momentan bei 1200€. Dafür soll aber auch alles laufen und funktionieren. Die Radkappen finde ich sehr spaceig.

Wenn einen die Saloon-Bauform nicht stört (hat ja auch ihren eigenwilligen Charm) wären die eine Option für einen Linkslenker. Spart man sich auch den Weg übers Wasser.

Minimierung der Bewegungsfreiheit

Wie ich mittlerweile raus gefunden habe, waren „Gurte“ beim Bond Bug aufpreispflichtige Extras.
Allerdings gönnte sich der Erstbesitzer meines Bugs augenscheinlich diesen Luxus. Der Bug hat nämlich die passenden Befestigungspunkte. Jedoch fand einer der Vorbesitzer, dass sowas arg überbewertet wird, hat sie einfach ausgebaut und die Bohrungen mit Stopfen und Schrauben verschlossen:
Bond Bug Gurteinbau 9
Nun fordert der TÜV aber für das Baujahr 1973 mindestens Statikgurte.
Mir ist bewusst, dass Gurte keinen wesentlichen Einfluss auf meine Überlebenschancen haben, wenn mich ein holländischer Blumenlaster abräumt. Da werden der einfache Blechtank in meinem Rücken, die lanzenartige Lenksäule, die „Türen“ aus Kunstleder und die maximal 40cm Abstand zum Fahrzeugende schon für ganz andere Probleme in meiner kleinen Plastikwelt sorgen….
Egal. Ich mag Gurte. Fand ich als Kind schon so. Unangeschnallt durfte kein Meter gefahren werden. Lauter Protest war sonst von hinten sicher.
Daher stand also fest, dass ich wieder welche einbaue.
Gurteinbau ist mittlerweile ja eine meiner Spezialitäten. Sowohl der Kleine als auch Sir Edward wurden schon von mir verzurrt.
Am Samstag kam dann das große Paket von Stevens bei uns an. Von dem Laden hatten wir schon die Spezial-Automatikgurte für den Kleinen. Gute Qualität, problemlose Abwicklung. Warum also nicht nochmal?! Bei der Bestellung orderten wir auch gleich 40l Penrite 20W-50 Classic Motoröl und 5l 80W-90 Hypoid Getriebeöl mit:
Bond Bug Gurteinbau 6
In Reliant-Kreisen schwören sie auf das 20W-50 von Penrite. Der Preis war dank Groß-Gebinde-Rabatt und nochmal 10% extra-Rabatt auch vertretbar. Sollten also die nächsten paar Ölwechsel sicher sein.
Als Gurte habe ich statische Dreipunkt-Gurte gewählt. Die sind zum Einen original und zum Anderen auch die einzige Option im schrägen Innenraum des Bugs.
Als erstes mussten die Plastik-Stopfen aus den Bohrungen. Eine Spax-Schraube mit dicken Unterlegscheiben bot ausreichende Angriffsfläche für die Fingerchen um nicht an der Karosserie hebeln zu müssen:
Bond Bug Gurteinbau 12
Bei der provisorischen Montage des unteren, äußeren Befestigungspunktes zeigte sich auch direkt die erste Schwierigkeit. Direkt neben der Bohrung läuft ein in die Karosserie einlaminiertes Versteifungsrohr:
Bond Bug Gurteinbau 27
Da war somit kein Platz für die von mir auserkorenen Verstärkungsplatten
Bond Bug Gurteinbau 15
Die original Platten hat der Vorbesitzer bei seinem Ausbau anscheinend direkt mit entsorgt. Danke….
In einem spontanen Geistesblitz besann ich mich aber auf Reliants Stärke der Kostenminimierung bei der Produktion. Wäre doch gelacht, wenn die nicht für die oberen Befestigungspunkte die gleichen Platten verwendet hätten, wie unter der Karosserie! Im Kofferraum waren nämlich noch die beiden oberen original Platten verbaut:
Bond Bug Gurteinbau 10
Also abgeschraubt und ausprobiert. *Tadaaa*:
Bond Bug Gurteinbau 40
Passen haargenau. Glück gehabt. Sollte jemand von euch mal passende Platten benötigen, die Originale sind 50 x 25 mm groß. Die Bohrung hat 11,5mm und ein zölliges Feingewinde (passend zu den standardisierten Bolzen).
In den Kofferraum kamen nun die einfachen Platten samt passenden Muttern:
Bond Bug Gurteinbau 37
Bei der Gelegenheit hab ich übrigens festgestellt, dass die Karosserie links und rechts unterschiedlich breit ist. Da liegen Zentimeter zwischen! Dammte Handarbeit.
Um das Gurtschloss in der Mitte zu befestigen, muss man dessen Halterung unter der Karosserie etwas lösen:
Bond Bug Gurteinbau 7
Diese Verschraubung hält gleichzeitig auch den Tank. Also die Mutter nicht komplett abschrauben!
So hat der Bug nun wieder ein paar anständige Gurte:
Bond Bug Gurteinbau 16
Normalerweise bin ich ja kein großer Freund von Statikgurten, weil man mit ihnen häufig nicht mehr alle Bedienelemente in einem Fahrzeug erreichen kann. Da der Bug aber so schmal ist, ist das bei ihm kein Problem. Ich komme sogar noch an das Knie der Beifahrerin….

Die Urzelle allen Schraubertums III

Am Wochenende konnten Vaddern und ich die Renovierung unseres Werkkellers abschließen.
Den fehlenden Mittelteil hatte er schon zusammen mit Tobias eingesetzt und dort auch eine zusätzliche Steckdose fest installiert (die Zuleitung kommt unsichtbar durch den Balken):
Werkkellerrenovierung 4
Wir haben dann noch den Schraubstock wieder angebaut. Er kam jetzt auf die andere Seite der Werkbank. Wir hielten das aus arbeitsergonomischen Gründen für sinnvoll. Mal sehen, ob unsere Überlegungen der Praxis gewachsen sind.
Eine Neuerung an unserer Bank ist die bewegliche Lampe:
Werkkellerrenovierung 3
Die alte Schreibtischlampe hatten wir noch liegen. Als Drehpunkt hat sie einfach einen Stift am Fuß. Da reichten also passende Löcher in dem Balken an verschiedenen Stellen, so dass man bei Bedarf die Lampe umstecken und sein Werkstück mit gleißendem Licht zum Geständnis zwingen kann.
Mal sehen, was uns noch so an Gimicks einfällt.

My Home is my Land Yacht

Die ultimative Möglichkeit seine Leidenschaft zu historischem Fahrgut aus zu leben ist wohl in ihm zu wohnen.
Sollte einem das Geld für eine bewohnbare Oldtimersammlung á la Dirk Pitt (Held meiner immer noch andauernden Jugend) fehlen, so kann man „in“ auch wörtlich nehmen….
Lathaniel aus Denver, Colorado ist so jemand. Er restauriert klassische amerikanische Wohnmobile, lebt dann einige Zeit in ihnen und verkauft sie wieder um sich dem nächsten Projekt zuzuweden.
Wer der englischen Sprache nicht abgeneigt ist und auf Bilder wie dieses:

steht, dem lege ich Lathaniels Blogs ans Herz. Eines zu seinem früheren 1978er Foretrave Motorhome und eines zur Restaurierung seines späteren 1971er Dodge Travco 270 (und ein paar anderen).
Ein schöner Blick über den Tellerrand der automobilen Wohnküche.