Kategoriearchiv: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Einlage

Für die neue Batterie von Sir Edward musste ich eine kleine Unterlage basteln. Da sie ja mit der alten Batterie identisch war, war sie ebenfalls einen winzigen µ-Meter zu groß und saß daher leicht schief in ihrer Mulde. Ich vermute mal wieder legere Fertigungstoleranzen bei Reliant. Um nun aber nicht wie an der Batterie vom Bug rumsäbeln zu müssen, habe ich ihr einfach eine Einlage verpasst:
Reliant Rialto Batterieplatte 25
Einfach ein etwas kleineres Brett aus wasserfestem Sperrholz ausgesäbelt und dazu dann noch aus meinem lange nicht zitiertem Freund dem LKW-Schlauch eine Gummiunterlage ausgeschnitten.
Das Gummi soll zum Einen rutschhemmend wirken und zum Anderen auch etwas die Vibrationen dämpfen.
Passt titti:
Reliant Rialto Batterieplatte 24
Die Aussparung für die Batterie ist leicht trichterförmig, daher gewann ich durch die Unterlage auch etwas mehr Platz zur Seite, so dass die Batterie nun schön gerade im Motorraum steht:
Reliant Rialto Batterieplatte 26
Luft nach oben ist jetzt zwar so gut wie keine mehr, aber die Motorhaube liegt auch nicht auf dem Minuspol auf. Ich werde es beobachten, bin aber zufrieden.

Saftwürfel II

„International versenden, werden die englischen Shops sicher nicht.“, waren meine letzten Worte bezüglich der neuen Batterie für Sir Edward.
Ich hatte mal wieder unrecht:
Reliant Rialto Batterie 4
tayna.co.uk schicke (leider nur gegen Zahlung per Kreditkarte) mir die passende Numax 104-Batterie. Ich hatte vorher verschiedene Läden hier in Deutschland angeschrieben, ob sie mir diese Batterie wohl besorgen könnten, oder wenigstens Alternativen wüssten. Es war mal wieder ein Trauerspiel: Entweder sie antworteten gar nicht, oder winkten ab, oder schlugen völlig unpassende Alternativen vor.
Als ich dann beide Batterien mal nebeneinander gestellt habe, konnte man erkennen, dass die alte „No-Name“-Batterie anscheinend nur eine umgelabelte Numax 104 war:
Reliant Rialto Batterie 5
Ich hab sie dann (nach dem aufwärmen) mit der mitgeschickten Batteriesäure befüllt und mir aus einem Hölzchen einen Füllstandsanzeiger gebastelt. Ein wichtiger Faktor für die Lebensdauer einer Batterie ist, dass die einzelnen Zellen immer gleichmäßig mit Säure bedeckt sind. Bei durchsichtigen Batterien mit Füllstandsmarken ist das easy. Bei den schwarzen Klötzen erfordert es etwas Fummelei. Das Internet propagandiert einen maximalen Füllstand 15mm über den Platten. Also auf dem Hölzchen markiert und mit der Spritze fein justiert:
Reliant Rialto Batterie 7
Als Maßstab sollte man keine Metallteile verwenden, da die sich in der Säure anlösen und durch ihre Partikel die sie verfälschen könnten. Nach dem ersten Befüllen, sollte man den Bleiplatten mindestens eine Stunde Zeit geben, sich mit Säure voll zu saugen. Danach nochmal nachmessen und dann ans Ladegerät hängen.
Die 12 Volt Batterie sollte aufgeladen über eine Spannung von ca. 13,5 Volt verfügen ( eine 6 Volt Batterie ca. 7,2 Volt).
Anschließend habe ich den Klotz in den Rialto verfrachtet und wieder angeschlossen:
Reliant Rialto Batterie 8
Nun schnurrt er wieder wie ein Kätzchen.
Kapitel abgehakt.

Saftwürfel

Aus aktuellem Anlass habe ich mich mal mit der Frage, welche Batterien in den Rialto passen beschäftigt:
Reliant Rialto Starthilfe vom AVD 42
Ganz artig hatte ich letzte Woche Sir Edward aus dem Winterschlaf befreit. Alle Betriebsflüssigkeiten gechecked, Reifendruck überprüft, im Keller gelagerte Batterie geladen, etc.
Donnerstag Abend wollte ich dann eine Testrunde zu Mehl & Goof starten und nur ein müdes Leiern entfährt dem Anlasser. Kacke. Also entweder billiges Ladegerät hinüber oder Batterie tot.
Kurzentschlossen mit dem Astra der Besten beim Garagendonnerstag vorbei geeiert und mir Mehl & Goofs Killer-Ladegerät ausgeborgt (Danke). Das hatte dann nochmal die ganze Nacht über Zeit, der ollen Batterie auf die Sprünge zu helfen.
Am Morgen sah auch alles spitze aus. Das Ladegerät sagte „einsatzbereit“ statt „defekt“. Das ließ hoffen.
Aber Pustekuchen. Am Nachmittag, als ich mich auf den Weg in die alte Heimat machen wollte, kam der Anlasser wieder nicht auf Touren. Die Beste Freundin von Allen hatte sich natürlich mit dem Starthilfekabel im Kofferraum schon vom Acker gemacht. Doof. Aber wozu zahlt man denn seine AvD-Mitgliedsbeiträge?
Ein kurzes Telefonat und ca. 30 min. Wartezeit später, rollte der Abschlepper auf den Hof. Die Diagnose war schnell gefällt, also sein Starthilfekabel geschnappt und überbrückt. Einen Schlüsseldreh später Sprang Sir Edward auch willig an und lief sofort rund (Der Benzinstabilisator scheint zu funktionieren). Als der Pannenmensch die Kabel entfernte lief er auch stabil weiter. Anscheinend kann die Batterie die Spannung nur nicht mehr halten. Er gab mir noch den Tipp mit auf den Weg, keine elektrischen Verbraucher zu verwenden. Sehr hilfreich an einem regnerischen Spätnachmittag im Februar….
Die Fahrt nach hause lief aber ohne Zwischenfälle und auch am Sonntag kam ich dort, dank reichlich Schwerkraft, wieder gut weg.
Allerdings besteht jetzt Handlungsbedarf!
Ein neuer Saftwürfel muss her.
Die alte Batterie hat die Maße, 175mm Breite x 135mm Tiefe x 190mm Höhe. Damit lieferte sie bärenstarke 28 Ah. Leider ist sie ein englisches No-Name-Produkt, so dass ich da leider nicht näher nachforschen konnte. Im R3W-Forum verwenden sie immer, die in England sehr verbreitete Marke, Numax. Die passende Numax-Nummer lautet 104. Sie hat die Maße 168 mm x 132 mm x 220 mm. Das würde ideal passen, da die alte Batterie aufgrund ihrer Breite immer etwas schief in der Mulde saß. Leider bekommt man Numax-Batterien in Deutschland nur schwer. Als Alternative konnte ich bisher die Varta BLUE dynamic Art.Nr. 542 400 039 3132 finden. Die hat die Maße 175 mm x 175 mm x 190 mm. Die zusätzliche Tiefe müsste eigentlich passen.
Identische Maße wie die Varta hat auch die Banner Starting Bull 12 V 40Ah Art.Nr. 54008.
Von Banner gibt es auch die wesentlich kürzere Uni Bull 12 V 46Ah Art.Nr. 50400. Die ist nur 140mm lang, aber dafür 203 mm breit und 225 mm hoch.
Da muss ich mal genau nachmessen, ob das passt.
Aus dem Motorrad-Bereich gibt es natürlich reichlich Batterien in passenden Formaten, allerdings haben die quadratische Pole:

Gut, da könnte man mit Adaptern arbeiten. Allerdings hab ich da noch nix fertiges gefunden.
Die Pole der original-Batterie haben die Maße 15mm (Minus) und 16mm (Plus).

Wichtig ist, dass die Pole der Batterie so angeordnet sind, dass sie näher am Motorblock sind als am Kotflügel. Ansonsten passt die original Verkabelung nicht mehr. Damit einher geht dann auch, dass in dieser Position der Pluspol „hinten“ (Fachterminus: „links“) sein muss. So sieht das bildlich aus:
Reliant Rialto Ausgleichsbehälter 6
Mal sehen, ob ich da noch was finde. International versenden, werden die englischen Shops sicher nicht.

Eine unter 500

Nach Björns Frage, habe ich mich mal ein wenig eingehender mit den Felgen von Sir Edward als auch den Felgen des Bugs beschäftigt.
Einzige Information die ich bisher hatte, war, dass die Felgen wohl auch am Mini verbaut wurden.
Zum Glück kam Sir Edward ja mit dem unbenutzten original Ersatzrad. Da kann man die Beschriftung noch 1A erkennen:
Reliant Rialto Felgen 1
Leider überdeckt der Blitz die Größenangabe. Sie lautet „3.5Bx10x24“. Die Felgen sind also 3,5 Zoll breit, haben die Bördelung „B“ am Felgenhorn, einen Durchmesser von 10 Zoll und eine positive Einpresstiefe von 24mm.
Außerdem findet sich auf der Felge noch die Nummer „21A2744“. Geht man dieser Nummer nach, landet man ziemlich schnell beim Mini Wheel Dictonary.
Eine sehr informative Seite (auch zu Grundlegendem was Felgen betrifft!) mit über 500 verschiedenen Mini-Felgen. Begibt man sich dort in die 10″-Kategorie findet man die 21A2744 als dritte Felge von oben. Ein wenig weitere Recherche liefert dann verschiedene Hersteller für diese Felgen mit zum Teil eigenen Bezeichnungen. So wurde sie zum Beispiel als Lemmerz T384, Ruberg Owen 21A2744 oder Dunlop LP 1161 hergestellt. Die Erstausrüster-Felge scheint von Dunlop zu sein. Zumindest interpretiere ich das geprägte Logo rechts so.
Sollte eigentlich nicht so schwer sein, da an neuwertigen Ersatz zu kommen, wenn mir die alten Felgen doch zu arg eiern.

Auch die passenden Radkappen glaube ich gefunden zu haben. Die 20. von oben, „Trim 9“. Die sieht Sir Edwards ziemlich ähnlich:
Reliant Rialto Motorlagergummis 003
Mir fehlt leider eine seit unserem Trip nach England. Leider steht in der Liste kein Name oder Hersteller. Nur „Aftermarket item“. Das reduziert meine Chancen auf Ersatz. Im R3W-Forum hat die auch niemand. Die wurden bisher einfach immer weggeschmissen.

Auch die Felgen vom Bond Bug finden sich im Mini Wheel Dictonary.
Bond Bug Geschenk 057 klein
Vorne hat er die gleichen Felge wie der Rialto. Hinten hat er Dunlop D1/LP922 5Bx10. Bei der Einpresstiefe bin ich mir nicht sicher glaube aber sie beträgt +17mm. Die Dunlop D1 wurden mittlerweile von verschiedenen Herstellern (in unterschiedlicher Qualität!) nachgefertigt. Es gibt sie unter der Bezeichnung Tasman MkI, Exacton (minimal anderes Design), Tasman MkII (dito) oder Midlandwheels D1. Die Midlandwheels kommen dem Original am nächsten und kosten als 4er-Satz 425 Dollar…. *aua*

Generell gibt es also reichlich Auswahl an passenden Felgen für die Reliants. Allerdings müssen einige Besonderheiten beachtet werden!

Minis, Metros und Reliants haben einen Lochkreis von 4×4″, bzw. 4×101,6mm!

Auch wenn dies nur 0,8mm Unterschied im Radius sind, so ist dringendst davon abzuraten, Felgen mit Lochkreis 4×100 zu verwenden! Die eh schwach dimensionierten Radbolzen werden sonst verspannt, erheblich stärker belastet und können brechen! Bei eh nur drei Rädern ein sehr unschönes Ergebnis!
Auch müsst ihr mit breiteren Felgen bei Rialtos und Robins aufpassen.
Beim Rialto ist schon mit den original Felgen recht wenig Luft zwischen Blattfeder und Rad. Nimmt man dann breitere Räder, schleifen die unter Umständen an den Federn. Außerdem benötigt man für Alufelgen auch andere Radmuttern. Die haben dann einen anderen Konus am Rand.

Welche Reifen auf welche Felgen passen, kann man ganz gut hier ersehen. Da sind auch die verbliebenen Hersteller von 10″-Schubkarrenreifen aufgelistet.

Und wieder funktioniert das Oldie-Netzwerk

Mit überbordender Freude laß ich vor kurzem in Phillips Volvo P1800-Blog, dass er seinen Bestand an Volvo-Werkstatthandbüchern erst durch einen Scanner und dann durch ein OCR-Programm gejagt hatte. Das hat zum einen den Vorteil, dass man sich das jeweilige Werk ausdrucken kann und nicht sein teures Original mit öligen Fingern besuddeln muss, zum Anderen kann man aber auch dank OCR die digitale Version nach einzelnen Wörtern durchsuchen, was es bei mehreren hundert Seiten doch arg vereinfacht, eine bestimmte Arbeitsanweisung zu finden.
Als Blitzmerker, der ich nun einmal bin, hab ich natürlich Phillip gleich angebettelt, ob er auch den pdf-Scan von Sir Edwards original Reliant Rialto II-Handbuch durch sein OCR-Programm jagen kann.
Was soll ich sagen? Es kam prompt eine maschienenlesbare Version zurück!

Ein Traum! Herzlichen Dank Phillip!

Ich werde nun mal beide Versionen im Downloads-Bereich zur Verfügung stellen.
Solltet ihr euch das Handbuch ausdrucken wollen, so ist die non-OCR Version besser, da durch die Texterkennung z.B. die Wartungstabelle auf Seite 15f. etwas verstümmelt wurde.