Eine weitere schöne Überraschung am Wochenende war, dass ein guter Freund der Familie mir neue Haltebleche für die Sitzbefestigung gefertigt hat.
Die vorderen Befestigungspunkte der Sitzschienen, welche am nächsten zum Kardantunnel sitzen (verständliche Ortsangabe?), sind nicht, wie die anderen Punkte, im Rahmen verschraubt, sondern gehen einfach durch die Karosserie hindurch und werden auf einer Eisenplatte verschraubt. In Bildern:
Sitzschiene ohne Befestigungsschrauben innen:

Alter Platz des Halteblechs auf der Unterseite:

Nach 25 Jahren, hatten diese beiden Bleche (Fahrer- und Beifahrerseite je eins) es einfach hinter sich. Der Rost hatte sie zerfressen und zu Blätterteig verarbeitet. Hier eines der Alten samt Schrauben und die Neuen:

Die Nachgefertigten sind nun aus Edelstahl. Mal wieder ein Ersatzteil für die Ewigkeit, so wie ich es liebe. Ich werde sie aber noch mit der Spraydose schwarz lackieren, damit der TÜV-Mensch nicht das mäkeln anfängt.
Wie ihr seht, sind es vier neue Befestigungsplatten. Mein Vater hatte statt der zwei benötigten, vier geordert. Sollte also jemand für seinen Rialto oder Robin zwei Ersatzplatten haben wollen: Ich verschenk sie gerne!
Kategoriearchiv: Reliant Rialto
Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.
Ich schau dir in die Augen, Kleines. IV
Ja, ich weiß was ihr jetzt denkt: „Ker, ist der Junge unzuverlässig! Selbst wenn er behauptet, dass in nächster Zeit nix läuft, hält er sich nicht dran!“ Tschuldigung…. ich konnte einfach nicht wiederstehen…
Nachdem ich nun passende Scheinwerfer bekommen habe und auch die Rahmen fertig sind, habe ich gestern einen Kurzbesuch zuhause genutzt, um alles wieder zusammen zu bauen und nach der Nebelschlussleuchte die zweite Baustelle fertig zu stellen.
Also zuerst mal wieder den LKW-Schlauch rausgekramt und fleißig Unterlegscheiben ausgestanzt:

Die Gummis kamen zwischen Karosserie und Rahmen bzw. Unterlegscheibe und Rahmen, damit mir der neue Lack nicht gleich wieder zerkratzt und das Rosten anfängt.
Statt der Nieten kamen nun Edelstahlschrauben zum Einsatz:

Die Unterlegscheiben und die Federringe hatte ich leider nicht in Edelstahl. Da muss nun verzinkt genügen.
Das alles ringsum und fertig war der erste Schritt:

Hier in der Frontansicht:

Als nächstes kam der Halterahmen der Scheinwerfer selbst, samt Leuchtweitenverstellmechanismus. Dank guter Dokumentation war das Zusammenpuzzeln mit den verschiedenen Federn und Hülsen easy:

Nur beim Einbau selbst fehlte mir eine zusätzliche Hand. War schon ein ziemliches Gewürge, bis ich die ganzen Unterlegscheiben auf dem langen Bolzen zusammen mit der jeweiligen Feder zusammengepresst hatte, so dass ich den Bolzen in die Mutter fummeln konnte. Ich bin auch da etwas vom Original abgewichen, indem ich am Anfang und am Ende der Feder jeweils eine Unterlegscheibe hinzugefügt habe. So kann die Feder, sollte sie sich drehenderweise bewegen, mit den scharfkantigen Enden nicht die Rahmen zerkratzen. Alles im Namen der Rostresistenz…
So sah es im Detail aus:

Und so in der Gesamtansicht:

Als nächstes folgten die neuen Scheinwerfer (natürlich auch mit Edelstahlschrauben):

Und auch der Kühlergrill durfte an seinen angestammten Platz zurück:

Die nächsten Schritte fanden unterm Auto statt. H4-Lampen in die Scheinwerfer:

Zusammen mit den Hella-Scheinwerfern wurden auch neue Gummi-Abdeckkappen geliefert. Die konnte ich aber leider nicht verwenden, da die „Zungen“ der Kontakte nicht weit genug aus dem Gummi schauten, um den Stecker anständig aufschieben zu können:

Allerdings habe ich ja noch die Kappen der alten Scheinwerfer, welche an den Kontakten einfach ein rundes Loch haben. Diese Abdeckungen passten super (auf diesem Bild noch nicht ganz aufgeschoben):

So passte der Stecker auch vollständig auf die Kontakte:

Als letztes kam dann noch die zweite Staubkappe über die Gummiabdeckung, auf dass weder Dreck noch Feuchtigkeit die Lampen belästigen möge:

Nun war die Stelle erreicht, an der der Elefant das Wasser lassen musste: Der Funktionstest!
Also fix Sir Edwards eingelagerte Batterie eingebaut. Zuvor habe ich noch einen Feuerlöscher geholt und bereit gestellt. Vorsicht ist die Mutter der Plastikkiste!
Und hier das erhebende Ergebnis:

Ker, tut das gut, wieder ein Teil fertig gestellt zu haben! Ich muss da zwar nochmal wegen einem kleinen Detail ran, aber nix wildes. Schön, schön! Ich freue mich schon sehr auf die Zeit nach meiner Prüfung! Das Öl an den Fingern fehlt mir sehr.
Knaller
Gestern Abend bin ich endlich mal dazu gekommen, die neue OLDTIMER PRAXIS zu lesen. Alles in allem Interessant wie immer. Als ich gegen Mitternacht dann auf den letzten Seiten angekommen war, fiel mir bei „Service: Tipps, Tricks, Kniffe“ (Seite 79) ein Bild ins Auge, dass mir sehr bekannt vor kam:

Schnell überflog ich den Artikel und die dazugehörige Adresse und war anschließend ganz aus dem Häuschen. Ich hatte schon ganz vergessen, dass ich damals, als ich Sir Edwards Vorderrad ausgebaut habe, diesen Trick an die Redaktion per E-Mail geschickt hatte. Als danach keine Reaktion kam, habe ich es einfach wieder verdrängt. Um so größer war meine Freude nun, dass dieser Tipp so gewürdigt wurde.
Macht einen ja schon stolz das eigene Gewurschtel in einer Fachzeitschrift wieder zu finden…
Mal sehen, wann die versprochenen 20€ auf meinem Konto eingehen.
P.S.: Ich gestehe an dieser Stelle übrigens, dass die Idee mit den Kappen von meinem Vater kam. Aber der ziert sich immer so, seine Tipps an Zeitschriften zu schicken…
Neobiota
Ok, ich gebs auf…. Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil: Reliants gibts auf dem Kontinent wie Sand am Meer.
Gerade bin ich über eine eBay-Auktion gestolpert, in der ein Bond Bug versteigert wird. Augenscheinlich in exzellentem Zustand:
Und nicht irgendwo in England, nein, in Bremen. Langsam falle ich vom Glauben ab…
Hier der Link.
Ich gebe ehrlich zu, mich sehr zu ärgern, dass ich momentan -5 Zeit habe, um mir den Wagen wenigstens mal anzusehen und ne Runde zu drehen.
Ich bin gespannt, wo die Auktion endet. Unter normalen Umständen würde ich wohl wenig zögern und ihn selbst kaufen/mitbieten. Ein Bond Bug ist in meinen Augen die Krönung einer jeden Threewheeler-Sammlung. Wenn ich nur nicht schon jetzt so viele Baustellen hätte…
Ich hoffe der Bug kommt in gute Hände und erzielt einen anständigen Preis.
Gerne verweise ich an dieser Stelle auch nochmal auf die Videoverkaufsbeschreibung, welche ich zum Bug schon mal getippselt habe. Nur falls jemand von euch interessiert ist….
Der Verkäufer hat übrigens noch ein paar andere Leckerbissen in seiner Halle stehen. Unter anderem den hier:
Muss ich doch mal Kontakt aufnehmen….
Rotkäppchen und der Wolf
Wolfgang (einer der deutschen Reliant Robin Besitzer) hat mich freundlicherweise darüber informiert, dass sein aus Holland selbst importierter 1977er Robin mit fliegenden Fahnen durch den TÜV gekommen ist.

Es gibt also bald einen Threewheeler mehr auf deutschen Straßen. Herzlichen Glückwunsch dazu!
Laut Wolfgangs Aussage war die Abnahme durch das Datenblatt und die originalen holländischen Fahrzeugpapiere eine reine Formsache. Das lässt für Sir Edward ja auch hoffen.
P.S.: Von Wolfgang stammt auch dieses unterhaltsame Wiedervereinigungsvideo von Karosserie und Rahmen: