Schlagwort-Archiv: 12V

Marketing

Ich unterbreche mal die Berichterstattung über die Bond Bug Restaurierung für eine freundliche Mitteilung an alle hier mitlesenden Marketingverantwortlichen:
Es ist schmeichelhaft, dass ihr mich immer wieder anschreibt und anfragt, ob ich nicht mal diese/s oder jene/s Produkt/Website lobend erwähnen könnte oder ob ein Gastbeitrag bei mir im Blog möglich wäre. Vielen Dank auch für den Hinweis, dass dies mein „Schaden nicht sein soll…“.
Hier mal ein Beispiel, wie man für läppische 1,50 € einen netten Werbebeitrag bei mir im Blog bekommt:

Die Engländer halten Warnblinkanlagen für einen Ausdruck des Nanny-States und bauten sie daher bis in die späten 70er nicht in ihre Autos ein. Beim Bug musste ich dementsprechend damals eine für den TÜV nachrüsten. Die verwendete Warnblinkanlage stammt von der Firma BAAS bike parts und hört auf den Namen BA21 Warnblinkanlage 12V:

Mini Abmessungen, einfacher Anschluss, wasserdicht vergossenes Gehäuse und von der Wattzahl der Birnen unabhängige Blinkfrequenz sind die zentralen Stärken. Auch preislich dürfte es wenig vergleichbares geben. Ich war rund um zufrieden.
Bei der aktuellen Revision der Elektrik musste ich jedoch feststellen, dass die Birne in der winzigen Kontrollleuchte durchgebrannt war.
Kein Problem: Aufschrauben, Maß bestimmen, neue ordern.
Tja, Pustekuchen. Leider konnte ich partout kein passendes Maß für die Birne finden. Das scheint irgendwas exotisches zu sein.
Auch Recherchen bei einschlägigen Leuchtmittel-Händlern führten zu keiner Erkenntnis.
Also habe ich einfach mal eine freundliche Mail an die Firma geschrieben und erhielt umgehend die Antwort, dass man sich freue, dass ich mit ihrem Produkt zufrieden wäre und mir gerne kostenlos zwei Ersatzbirnchen zuschicken würde.
Ein paar Tage später hielt ich die versprochenen Lämpchen in der Hand:
BAAS Ersatzlampen
Nice. Das ist mehr als Service! Ich wäre ja schon mit der Benennung des Birnchens glücklich gewesen.
Vielen Dank.
Da lege ich auch gerne den mit gesandten Prospekt in den Hintergrund des Fotos.
Die Warnblinkanlage ist übrigens nicht dass einzige BAAS-Produkt, welches Verwendung im Bug findet. An den (nicht selbsttätig zurückstellenden) Blinker erinnert mich in Zukunft der BLE2 Mini-Blinksummer.

Also liebe Marketingmenschen:
Entweder ich komme zu euch weil mir euer Produkt gut gefällt, oder ihr schickt mir etwas zum testen, oder der Geldbetrag erreicht unanständige Ausmaße.
Aber einfach mehr oder minder versteckte Werbebotschaften ohne persönlichen Hintergrund/Erfahrungswert wird es hier auch in Zukunft nicht geben.
Nicht dass es so desaströs endet wie im lawblog

Julianische Weihnachten

Vor ein paar Tagen klingelte der orthodoxe Weihnachtsmann mit dem julianischen Kalender bei mir und lieferte dieses Geschenk ab:
Bosch C3 Ladegerät
Watt hab ich für ein Glück, dass der noch nach dem alten Kalender arbeitet! Sonst wäre mein Wunsch glatt zu spät gewesen.
Das Batterieladegerät ist ein Bosch C3.
Kernfeature ist, dass das Gerät sowohl 6V als auch 12V-Batterien laden kann.
Dafür hatte ich bisher nur ein prähistorisches Steckerladegerät, bei dem ich mir nicht mehr sicher war, ob es wirklich noch korrekt arbeitet.
Das Bosch C3 ist neulich beim Test einer hier ungenannten Autozeitschrift auf Platz drei gelandet und daher überhaupt erst in meinen Fokus gelangt.
Neben der 6/12V-Auswahlmöglichkeit bietet es natürlich alle Features, die ein modernes Ladegerät haben muss, so dass man es auch dauerhaft angeklemmt lassen kann.
Bei Amazon finden sich ein paar kritische Kommentare, die darauf hinweisen, dass bei besonders tief entladenen 12V-Batterien, dass Ladegerät meint eine 6V-batterie vor sich zu haben und diese dann nur bis zum 6V-Maximum lädt.
Ein Problem, dass mich nicht juckt, da ich dann einfach mit dem alten Ladegerät der Batterie etwas Saft gebe, ehe ich auf das neue C3 wechsele.
Verarbeitung und Handhabung sind bisher tadellos.
Scheint also eine gute Alternative für Leute mit Spannungsübergreifendem Fuhrpark zu sein.
Vielen Dank lieber orthodoxer Weihnachtsmann!

Kupferwurm XIV – Nebenkriegsschauplätze

Bevor ich mich dem Kabelbaum zuwendete, habe ich neben der Lüfterfrage noch ein paar andere Nebenkriegsschauplätze abgearbeitet.
Einer davon war der Halter des Wischwasserbehälters. Der Bond Bug hat (wie schon berichtet) ein herrlich antiquarisches System für die Wischwasserversorgung!
Ich gebe zu, jetzt zum ersten Mal einen Blick in den Vorratsbehälter geworfen zu haben:
Bodensatz
*Buärgs* Das, was sicherlich mal Wasser mit Spülmittel war, war mittlerweile nur noch eine glibberige, schlierige Flüssigkeit. Erinnerte ein wenig an Schnodder. Ab in den Ausguss damit und kräftig spülen!
Wesentlich liebesbedürftiger war jedoch der Halter des Vorratsbehälters:
Halter für Wischwasserbehälter
Das ist natürlich kein Originalteil, aber er passt und ich hab momentan genug andere Probleme, als da dass richtige Teil zu suchen.
Kommt Zeit, kommt Original.
Bis dahin muss das Ding aber konserviert werden.
Mechanisch entrosten scheidet aus. Zu rund, zu doppellagig.
Also Chemotherapie.
Zitronensäure hatte ja schon beim Tank der Gorilla vorzüglich funktioniert.
Also Sack aus dem Keller geholt und nach Anleitung angerührt:
Zitronensäure
Da ich bei dem ollen Halter leichter die Lösung auf Temperatur bringen kann, habe ich mich für die „heiße“ Anwendungsvariante entschieden und einen alten Topf missbraucht:
Halter für Wischwasserbehälter im Bad
Es ist erstaunlich, wie sehr die Lösung anfängt zu brodeln, wenn man das rostige Eisen rein gibt. Nach ca. einer Stunde bei mittlerer Hitze, war der Halter gar und konnte gründlich abgespült werden.
So sah er vor dem Anstrich mit Brantho Korrux 3in1 (Wusste gar nicht, dass „90er-Retro“ auch bei Homepages „in“ ist?!) aus:
Halter für Wischwasserbehälter entrostet
Bei den November-Außentemperaturen ist der Anstrich keine Augenweide geworden, aber das Ding verschwindet auch in den Tiefen des Motorraumes und soll einfach nur nicht weiter gammeln.
Die etwas höheren Temperaturen Ende Oktober musste ich derweil dazu nutzen, eines der vielen nachträglich gesägten Löcher im Bug zu stopfen.
Irgendeiner der multiplen Vorbesitzer meinte, dass auf der Rückseite der Mittelkonsole ein Loch zum Motorraum nötig ist:
Loch hinter Mittelkonsole
Fragt mich nicht warum!
5 cm darüber ist das original Zugangsloch, welches extra einen Alu-Hitzeschild hat.
Die Mittelkonsole ist auch statisch für die Karoserie wichtig, da z.B. die Lenksäule an ihr aufgehängt ist.
Mehr als nötig sollte man da dementsprechend nicht dran rum säbeln.
Also die Chance des ausgebauten Kabelbaumes genutzt und alles rings um sorgfältig abgeklebt:
Loch hinter Mittelkonsole abgeklebt
Wie ihr seht, habe ich auch über die Getriebeglocke im Hintergrund Frischhaltefolie gelegt. Sollte da was vom Harz tropfen, muss man nachher nicht die große Sauerei abknibbeln.
Das Loch selbst habe ich vom Motorraum aus mit Panzertape abgeklebt. Von Innen kamen dann zurechtgeschnittene Flicken aus GFK-Gewebe drauf:
Loch hinter Mittelkonsole abgeklebt 2
Für alles was mit GFK zu tun hat, ist „Bootsservice Behnke“ meine erste Anlaufstelle. Große Auswahl, faire Preise, gute Auswahl und Beratung. Echter Tipp.
Die letzte Schicht bildet eine besonders feine GFK-Matte, deren Fasern durch einen in Styrol löslichen Binder zusammengehalten werden. Durch das Tränken mit Polyesterharz löst sich der Binder auf und die Glasmatte kann in fast jede Form laminiert werden:
Loch hinter Mittelkonsole verschlossen
Das ergibt eine für GFK erstaunlich glatte Oberfläche ohne „Fleischhaken“. Für die Rückseite der Mittelkonsole wäre das nicht wirklich nötig gewesen, aber ich wollte das Zeug mal testen. Hat sich bewährt und für Reparaturen im sichtbaren Bereich werde ich es in Zukunft öfters verwenden.
Allerdings stopfe ich nicht Löcher ohne Neue zu reißen.
In die Hutablage habe ich ein Loch gesägt, in dass die 12V-Steckdose von Tante Louis kam:

Die Steckdose ist sehr schlank und lässt sich gut in bestehende Abdeckungen integrieren. Außerdem ist sie spritzwassergeschützt, was im notorisch undichten Bond Bug sicherlich auch nicht falsch ist.
Die in den Louis-Bewertungen aufgezählten Mängel (brechender Sicherungshalter und Lenkerhalter) waren für mich unerheblich, da ich beides im Bug nicht verwende.
Seinen Platz hat die Steckdose in der Ecke hinter dem Beifahrer gefunden:
Steckdose eingebaut
Der sichtbare (und abnehmbare) Gummideckel ist etwas größer als ein 5-Mark-Stück (heute viel zu selten genutzte Referenzgröße!) und verschwindet für das ungeübte Auge nahezu unsichtbar.
Auch auf der Unterseite und damit im Innern des Kofferraums stört die Dose kaum, da sie recht kompakt ist und so montiert in der hinteren Ecke sitzt.
Natürlich habe ich vorher getestet, dass noch genügend Platz für sperrige Navi-Netzteile ist.
Das sollte die nächste Tour zu einem beliebigen Oldtimertreffen erheblich vereinfachen.

Flaschenzug 2.0

Wie schon mal angesprochen haben wir ja, um den Volvo 740 den Tobias gerade in der Mache hat, mobil zu halten einen massiven Haken in die Wand der Garage gewemst. So konnte man den Volvo raus schubsen, ein anderes Auto in der Garage bewerkeln und den Volvo nach getaner Arbeit mittels Flaschenzug wieder rein ziehen.
Spitzen Plan. Jedoch mussten wir feststellen, dass der Volvo selbst mit Flaschenzug zu schwer ist, um ihn alleine die Schräge vor der Garage hoch zu ziehen.
Also lieferte eBay jetzt Version 2.0 des Flaschenzuges. Eine elektrische Seilwinde.
Die läuft per 12V von der Autobatterie und hat eine bequeme Fernsteuerung:
Seilwinde Garage 1
Damit ist die Rangiererei endlich einfacher.
Alternativ lässt sich die Winde auch an der Wand einhaken und dann ein Fahrzeug am Abschlepphaken rein ziehen.
Mal sehen, was wir für die noch so konstruiert bekommen. Wenn ich mich recht entsinne, kann sie 400Kg ziehen. Vielleicht gibts noch nen Umlenkpunkt an der Decke, so dass sie auch als (Motor-)Lift dienen kann.

Weihnachten gibts Schläge

Weihnachten steht mal wieder vor der Tür.
Da überlegt man als Familie, ob das nicht die passende Ausrede ist, um sich selbst nen schickes neues Werkzeug zuzulegen.
Was ganz oben auf unserer Wunschliste steht, ist was zum „auf’n Kopp geben“.
„Schlagschrauber“ ist das Stichwort.
Nach Rücksprache mit Mehl & Goof und der Auskunft, das ein Baumarktkompressor einem mittlerer Schlagschrauber nur einen müden Furz entlocken kann, starb die Ursprungseuphorie über Großvaters Kinderkompressor.
Das sieht das Internet übrigens ähnlich.

Also müsste ein größerer Kompressor her. Aber wenn man eh schon nen größeres Teil kauft, dann kann man auch gleich zu einem Pustomaten greifen, der auch zum sandstrahlen und lackieren geeignet ist. So wie Peer. Da befindet man sich aber ziemlich fix in der Drehstrom-Region und lässig jenseits der 400€. „Gebraucht“ ist da leider auch keine Alternative, da gebrauchte Kompressoren kaum unter dem Preis Neuer weggehen.

Was gibts also sonst noch?

Aus dem Steinzeitbereich gibts die „Drehmomentvervielfältiger„. Durch ihr Planetengetriebe haben die anständig Power (regelmäßig 3800 Nm+).
Drehmomentvervielfältiger kommen in zwei Bauformen:

oder

Allerdings sind beide Bauformen weder sonderlich handlich, noch zu unserem bestehenden Werkzeugpark kompatibel. Der Abtrieb erfolgt nämlich traditionell über einen 1″-Vierkant. Da jibbet keine Nüsschen für. Bei uns nicht und auch auf dem freien Markt eher in den größeren Kategorien.
Sie haben auch den Nachteil, dass sie ihre Kraft kontinuierlich ausüben. Das führt (wie bei unserem Versuch beim Kleinen) im Zweifel nur dazu, dass man das ganze Bauteil um sich selbst dreht.
Preislich rangieren sie ab 250€ aufwärts. Der Vorteil ist natürlich, dass man damit sehr unabhängig arbeiten kann.

Ein anderer Weg wäre good old Strom.
Es gibt nämlich auch Schlagschrauber, die mit Saft aus dem Mauerschweinchen laufen.
Die 12V-Kinderteile für den Zigarettenanzünder sind raus. Da muss Power drin sein!
Der Furchenadel hält die 230V-Hasen z.B. für ganz brauchbar (und die arbeiten am Lanz mit ganz anderen Drehmomenten!):

Die 230V-Teile starten bei eBay mit ca. 45€.
Richtig gelesen! 45€…. da fehlt keine Null.
Der Kollege soll laut Beschreibung 1010 Watt haben und 450Nm liefern.
Das dürfte schon einiges los ballern. Außerdem gibts 2 Jahre Garantie.

Allerdings wird, egal wo ich es nachlesen, immer betont, dass man drauf
achten soll, das das Teil eine Drehmomentvorwahl hat.
Ansonsten passiert es nämlich leicht, dass man eine etwas zierlichere
Schraube einfach ab rupft, da der Schrauber immer direkt volle Kanone
draufprügelt.

Die (Profi-)Geräte mit einer solchen Vorwahl spiele aber dann schon in
ganz anderen Preisregionen! Unter 300€ kommt man da kaum weg.

Die Baumaße zwischen 230V- und Druckluft-Schlagschraubern sind nahezu
identisch. Richtig „zierlich“ ist da nix.

Fazit:
Klingt also alles ein wenig nach Grundsatzentscheidungen.
Mit Druckluft würde uns eine ganz neue Welt der Werkzeuge zur Verfügung stehen. Allerdings erfordert das auch alles neue Werkzeuge und ein anderes Nutzungsverhalten/mehr Vorbereitung unserer Arbeiten (Schläuche verlegen, Kompressor Vorlauf geben, etc.).

Mit einen 230V-Schlagschrauber der Profi-Liga gäben wir etwas weniger Geld aus, würden aber weiterhin am Strom hängen.

Ich tendiere ja zu der billig-230V-Lösung. Das monetäre Risiko ist gering und wenn einer von uns das Biest auf eine M6-4.6er-Schraube hetzt, ist er selbst schuld.

Gibts da Meinungen vom wissenden Publikum?