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Ich seh rot

Momentan scheint in Holland Reliant-Ausverkauf zu sein. Neulich der seltene Hatchback (liegt momentan übrigens bei gerade mal 1500€) und heute entdecke ich bei marktplaats.nl einmal diesen roten 1994er Rialto Saloon und dann nochmal ein rotes Doppelpack aus einem 74er Robin und einem 85er Rialto Saloon.
Das Doppelpack könnte eine gute Gelegenheit sein. Da kann man zur Not eines der Fahrzeuge straßenklar machen und das Andere als Ersatzteillager nehmen. Rialto und Robin unterscheiden sich ja technisch kaum.

Frühlingszeit scheint Reliant-Zeit zu sein…. Na, dann will ich mal sehen, dass ich mit Sir Edward an den Schrapp komme.
Nächste Woche gehts los.

The King of Workshopmanuals

Wie schon mal geschrieben habe ich neben dem Buch von Elvis Payne auch das Haynes Manual für den Reliant Robin & Kitten bestellt. Nach ziemlich genau einem Monat hat die Brieftaube es endlich über den Kanal gezerrt bekommen:
Reliant Robin Kitten Haynes Manual
Für 22,99£ (oder umgerechnet 25,55€) habe ich ein nagelneues und original verpacktes Haynes Manual von 1983 bekommen. Find ich ne gute Sache. Zumal irgend so ein Wahnsinniger bei amazone.de eines für 59,99€ anbietet.
Leider merkt man aber schon den zeitlichen Unterschied zwischen dem Buch von Elvis Payne und dem Haynes. Im Haynes wird wesentlich sperrlicher mit Bildern umgegangen und wenn sie mal eines haben, dann sind sie ziemlich klein, schwarz-weiß und pixelig. Stattdessen wird viel mehr mit Zeichnungen und Schemata gearbeitet:
Reliant Robin Kitten Haynes Manual 2
Naja, ich werd schon mit beidem zurecht kommen. Außerdem hab ich ja auch noch eine digitale Kopie des original Vertragshändler-Werkstatthandbuchs für den Robin. Irgendeines der Werke wird die anstehenden Arbeiten schon anständig verklickern.

The King of R3W

Um die Wartezeit zu überbrücken und mich schon mal ein wenig zu bilden habe ich (dank Tobias Kreditkarte) mir „How to restore Reliant Regal – YOUR step-by-step colour illustrated guide to body, trim & mechanical restoration“ von Elvis Payne bei amazone.co.uk bestellt.
Natürlich hätte ich es auch bei amazon.de bestellen können, allerdings wollten die Schweinepriester hier in Deutschland 34,99€ für das Buch haben, während es in England nur £19.79 gekostet hat. Bei dem momentanen Umrechnungskurs durchaus ein ansehnlicher Unterschied. Manchmal hat so eine Finanzkrise auch Vorteile… Außerdem war es hier nicht auf Lager und auch das Haynes Manual „Reliant Robin and Kitten 1973-83“ welches ich gleich mitbestellt habe, war auf der Insel für den selben Preis neu zu haben, den es hier gebraucht kosten soll. Im Gegensatz zum Haynes (auf das ich noch immer warte) kam das Regal-Buch nach ca. 2 Wochen bei mir an:
Elvis Payne 001
Der Regal ist zwar der Großvater des Rialto bzw. der Ur-Großvater des Robin MK II-III (welche ich ja mittlerweile favorisiere), aber Reliant hat den Threewheeler nicht mit jedem Modell neu erfunden. Unter der Hülle sind die wesentlichen Bauteile in 40 Jahren Produktionszeit gleich geblieben. Und besonders die Tipps zur Reparatur der GFK-Karosserie sind ja zeitlos. Es sollte mir also recht nützlich sein. Außerdem ist das Buch auch so eine sehr schöne und unterhaltsame Lektüre.
Das Buch umfasst 207-Seiten mit 840 Farbfotos. Der Sprachstil ist lockeres und sehr humorvolles englisch mit recht vielen technischen Fachbegriffen. Wobei die mit Markierungspfeilen versehen Bilder einem schon sehr helfen die Fachtermini zu übersetzen. Wer auch sonst keine Angst davor hat, mal nen Kinofilm auf englisch zu gucken oder nen New York Times Artikel zu lesen, wird auch mit dem Buch sehr gut zurecht kommen.
Eine typische Seite des Buches sieht so aus:
Elvis Payne 003
Elvis Payne (selbst ein Urgestein der Reliant-Threewheeler-Szene und Betreiber der Seite: www.3wheelers.com ) hat in dem Buch die Restaurierung von „Ole Blue“ (einem 1972er Reliant Regal Supervan III) dokumentiert. Einen kleinen Einblick in diese Arbeit liefert auch sein online-Restaurationstagebuch.

Leider hatte Elvis nur fünf Monate und 901 Meilen lang das Vergnügen, die Früchte seiner 15-monatigen Aufbauarbeit zu genießen. Auf dem Weg zur 50. National Rally fing Ole Blue Feuer und verbrannte in einem großen Feuerball und innerhalb weniger Minuten zu einem Häufchen Asche:



Nachdem ich seit Mitte 2007 die Restaurierung von Ole Blue mitverfolgt habe, gebe ich zu, dass mich die Nachricht über sein Ende und die Bilder davon schon ein wenig zu Tränen gerührt haben. Aber da bin ich vielleicht auch ein wenig kindisch….

Schwierigkeiten pflastern seinen Weg

Die verdammten Holländer machen es mir echt nicht leicht, ihnen einen Reliant abzukaufen. Nicht nur dass es dort keine Estates (Kombis) gibt, wegen dieser lächerlichen 400 KG-Regel, auch die Hatchbacks sind dort nicht wirklich vorhanden. Laut holländischen Reliant-Enthusiastenkreis wurden lediglich 14 Stück davon jemals in den Niederlanden neu zugelassen. Also auch kein Hatchback für mich, sondern nur Saloons. Die Saloons haben aber einen semi-sinnfreien Kofferraum. Man kann nämlich (wie bei den frühen Minis) nur ein kleines Fach unterhalb der Heckscheibe öffnen. Guckst du:

Da passt kaum ne Kiste Bier rein. Blöder Scheiß! Ok, ich war ja zu Kompromissen bereit. Hätte ja zugunsten einer Linkslenkung auf den eigentlich gewünschten Kombi verzichtet, aber so? Ich kann doch nicht gänzlich auf Kofferraum verzichten?!
Also neu abwägen: Kofferraum oder Linkslenker…. Die Insel hätte auch den Vorteil, dass ich da die größere Auswahl hätte und so mir eher einen in der gewünschten Zustandsnote von „Tip-Top“ holen könnte.
Hmmm, tempting. Die Besatzer fahren auch seit 60 Jahren hier mit dem Steuer auf der falschen Seite.. geht also.
Also neuer Plan: Ein Estate vonner Insel in Bestzustand. Gerne auch möglichst neues Baujahr und von nem Händler. Mal sehen, was sich da finden lässt….
Wenigstens muss ich mir wegen der Maximalmaße nicht so Sorgen wie Tobias mit seinen US-Car-Ambitionen machen. Die Stapeltiefgaragenplätze sind nämlich auf Maximalmaße von Länge 5,00 Meter, Breite 1,90 Meter, Höhe 1,50 Meter und Gewicht 2t limitiert. Um da mal zu checken, ob und wenn ja, wie knapp das wird (die Höhe war meine größte/einzige Sorge) hab ich mal versucht Maßangaben (für den Rialto) zu finden. Natürlich widersprechen sich die deutschen Papiere welche mir in Kopie vorliegen mit den englischen Angaben:
overall length approx: 135 inches = 342,9 cm (Deutsche Papiere: 335 cm)
overall width: 57 inches = 144,78 cm (Deutsche Papiere: 135 cm)
wheel base: 85 inches = 215,9 cm
Höhe gemäß deutschen Papieren: 137 cm
Gewicht = max. 460 Kg (Estate)
Ok, aber das liegt ja alles weit im Toleranzbereich. Vielleicht bekomme ich dann auch noch ein Duo mit auf das Parkdeck.

Ein Reliant Robin MK I (Vorgänger des Rialtos) spielte übrigens mal die zentrale Rolle in dem Video zu einem DER „Autofahr-Songs“: Golden Earring – Radar Love:

Innere Werte

Ich bin bei flickr über den Bilderstream von car2nz gestolpert, welcher (unter Anderem) diese wirklich vorzüglichen Schnittzeichnungen von Reliant Threewheelern enthält:
Reliant Regal Van:

Reliant Robin MK I Saloon:

Reliant Rialto Saloon:

Schade, dass die Bilder in keiner höheren Auflösung als 640×480 verfügbar sind. Ich würde mir da ja gerne ein Poster von machen lassen. Würde sich sicherlich gut neben meiner Schnittzeichnung vom Opel Diplomat A V8 an der Wand machen. Unteres und oberes Ende der Nahrungskette quasi 🙂