Nachdem die Erkenntnis gereift war, dass ich durch eigene Dummheit den Heizungs-Wärmetauscher gehimmelt habe, musste etwas befriedigendes gemacht werden.
Daher bin ich an das neue Armaturenbrett gegangen.
Das sah momentan immer noch so aus:

Falscher Schalter und Sperrholz…*brrr*
Nach der ersten Runde Kräusellack war ich ja noch nicht ganz glücklich. Daher habe ich nochmal drei Schichten Lack auf das bereits „geschrumpelte“ Blech aufgetragen und ungleichmäßige Stellen noch zusätzlich gelackt.
Anschließend kam die ganze Chose zusammen mit einem Thermometer in den Backofen um eine Stunde bei 93°C auszuhärten:

Der Lack soll nun resistent gegen nahezu alle Chemikalien und auch sehr kratzbeständig sein.
Eine erste Anprobe mit dem neuen, korrekten Schalter ließ die Laune wieder steigen:

Der finale Einbau erforderte noch ein wenig Feinarbeiten mit der Feile (Verdrehsicherung des Zündschlosses) war aber unspektakulär.
Spektakulärer ist da schon das finale Erscheinungsbild!
Vorher (denkt euch die kleinen Aufkleber weg):

Jetzt:

Den Unterschied erkennen wirklich nur Leute, die sich mit den Bugs auskennen. So soll es sein.
Ich bin sehr zufrieden!
Schlagwortarchiv: Schalter
Warnblinkerei II
Nachdem nun das hübsche neue Blech da ist, habe ich mich mal um einen passenden Schalter für die Warnblinkanlage gekümmert.
Der Schalter, den ich von Heinrici in der Zwischenzeit geordert hatte:

ist zwar insgesamt recht hübsch, aber leider doch nicht der, den Reliant damals für den Bug verwendete.
Also weiter gesucht.
Nach einiger Zeit hatte ich raus gefunden, dass die original Lucas On/Off-Schalter wahrscheinlich die Bezeichnungen 108sa bzw. 34889 tragen.
Damit war es dann easy bei eBay.co.uk was passendes zu finden.
Die Preise sind mal wieder happig, aber was tut man nicht alles fürs gefällige Auge.
Der Postbote hat auch schon geliefert:

In der Hand sieht er sehr gut aus. Mal sehen, wie es nach dem Einbau aussieht.
Auge! IV
Vaddern war in der Zwischenzeit auch fleißig und hat einen zweiten Rahmen für die Scheinwerfer gebaut. Damit konnte es wieder an den Einbau gehen.
Ging auch alles gut und recht flüssig von der Hand:

Bleibt aber trotzdem Fummelkrams.
Ein Fehler schlich sich aber dennoch ein: Auf den ersten Blick erscheinen die original „Brillen“ symetrisch. Dementsprechend haben wir auch die neuen Teile identisch angefertigt. Leider sahen die Fertigungstoleranzen bei Reliant anders aus. Das Schraubenloch unten rechts beim linken Scheinwerfer ist nicht deckungsgleich mit der Brille:

Gut. Hatte ich nun keinen Bock mehr alles wieder auseinander zu reißen. Müssen jetzt drei Schrauben reichen.
Langsam geht mir echt die Muße aus.
Wenigstens sieht der Bug jetzt wieder komplett aus:

Da Elektrik gerade eh Tagesthema war, habe ich auch schnell für die TÜV-Abnahme eine zweite Holz-Schalterleiste gebastelt (Die Andere dient als Schablone für den Las0r-Mann) und den Nachbau-Lucas-Schalter eingebaut:

Ich gebe zu, auch hier mit dem Endergebnis nicht zufrieden zu sein:

Der Schalter ähnelt nur vage den original Schaltern. Auch seine Stellung (aus = leicht gekippt; ein = waagerecht) entspricht nicht der der Anderen. *Murf*
Sehr gute Dienste hat jedoch ein neues Gerät bei uns geleistet. Wir haben jetzt eine Abisolierzange, die sich automatisch auf die Kabelstärke einstellt:

Nice! Beim abisolieren wird mit dieser Zange kein Zug auf das Kabel ausgeübt (wie das normalerweise bei diesen Zangen mit Rädelschraube der Fall ist), was von Vorteil ist, wenn man an eingebauten Kabeln hantiert. Klare Empfehlung.
Abschließend habe ich noch einen Versuch gestartet, dem Bug seine Fahrgestellnummer zu verpassen. Wie auch Sir Edward hat der Bug keine in den Rahmen eingeschlagene Nummer. Meister Koch war so freundlich, mir seinen Zahlensatz zu leihen (Danke Wuschel für das Angebot!):

Natürlich war der Versuch ebenso wenig von Erfolg gekrönt, wie damals bei Sir Edward. Wenn man das Metall nicht hinterfüttern kann (Kastenrahmen), kommen da maximal Dellen raus. Wundstelle also direkt wieder überpinselt:

Also wieder ein Schild anschweißen lassen.
Alles nicht befriedigend. Das dicke Ende des Wochenendes kam aber noch….
Ein Trauermarsch durch die Elektrik III,5
Ich hab noch einen schnellen Nachtrag zu Dokumentationszwecken:
Der Schalter fürs Abblendlicht hat folgende Belegung:
Klemme 7 = braun-blau = 12V-Plus
Klemme 4 = rot-grün = Standlicht
Klemme 8 = blau = Abblendlicht/Fernlicht
Der Blinkerschalter hat folgende Belegung:
Klemme 7 = grün-lila = 12V-Plus
Klemme 8 = grün-rot = links
Klemme 2 = grün-weiß = rechts
Wurzelholz is was für P(r)olos
Nachdem die Elektrik nun endlich abgefrühstückt war, habe ich mich mal daran gemacht, eine Schablone für das neue Bedienpanel im Innenraum zu basteln.
Da fehlten ja noch zwei Löcher für den Schalter der Warnblinkanlage und ihrer Kontrollleuchte.
Erste frohe Erkenntnis war, dass die original Löcher ziemlich genau verschiedenen Cent-Münzen entsprechen:

Das Loch des Zündschlosses entspricht der 10-Cent-Münze die anderen Bedienelemente brauchen ein 1-Cent-Loch.
Das ergab dann schon mal gute Schablonen zum experimentieren:

Allerdings nützt es nichts, nur die Schalter auf der Vorderseite schön gleichmäßig an zu ordnen, da die „Körper“ der Schalter unterschiedlich groß sind und dann unter Umständen aneinander stoßen würden.
Also hab ich auch diese gemessen und orangene Papierschablonen dafür gebastelt, so dass ich auch mit deren Anordnung experimentieren konnte. Es folgten wüste Berechnungen und eine 1:1 Skizze:

Am Ende lief es auf 35mm Abstand von Loch-Mitte zu Loch-Mitte hinaus.
Alter Grundschultrick am Rande: Wenn man Löcher in Reihe bohrt, nicht von links nach rechts arbeiten, sondern von beiden Seiten abwechselnd zur Mitte hin. So stellt man nicht erst beim letzten Loch fest, dass sich die Messfehler summiert haben, sondern bei den beiden Letzten in der Mitte. Man hat dann noch zwei Löcher, bei denen man versuchen kann den Fehler zu kaschieren.
Fertig gebohrt sah das Ganze dann so aus:

Der Einbau war zwar Fummelarbeit, aber nicht weiter spannend.
Allerdings passt Sperrholz mit deutscher Eiche (Furnier) mal garnicht in den Innenraum:

Ich hoffe, das in den nächsten Tagen der richtige Schalter für die Warnblinke kommt.
Vaddern hat auch einen guten Freund der Familie gebeten, bei sich im Betrieb mit einem Lasercutter ein neues Blech zu zaubern, welches hoffentlich bald das Sperrholz-Teil ersetzen soll.
Der Halter des Blinkerrelais war mittlerweile auch aus dem Essigbad zurück:

Lackiert konnte er zurück auf das alte Blech und selbiges wieder auf die Rückseite des Armaturenbretts:
