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Sendepause

So, ich bin dann mal wech.
Bis wir gen Afrika abhauen, wird es hier höchstwahrscheinlich nix mehr zu lesen geben und danach erst recht nicht.
Eventuell gibts zwischendurch mal nen Lebenszeichen, wenn wir Langeweile und nen Internetcafé haben. Verlasst euch aber nicht drauf.
Allerdings habe ich die beste Freundin von allen beauftragt, in unserem Dresden-Banjul-Blog regelmäßig meine SMS zu veröffentlichen. Vielleicht schaffe ich es ja, euch über diesen Umweg neidisch zu halten.
Wir kommen am 4. Dezember in diese frostigen Gefielde zurück.

Verabschieden möchte ich mich mit zwei Prognosen:

Wetter Banjul
© meteo24.de

Haltet die Ohren steif!

Der Letzte seiner Art

eBay hat mal wieder eine seltene Perle im Angebot.
„reliantspares“ (die Firma, welche einen Großteil der Insolvenzmasse von Reliant aufgekauft hat) verkauft einen der letztgebauten Reliant Robins. Baujahr 2001!!!

Der Wagen hatte leider einen Unfall. Daher ist wohl einiges an Arbeit notwendig:

Neben dem Karosserieschaden (das fehlende Teil wird mitgeliefert) scheint auch der A-Frame was abbekommen zu haben. Da ist also auch wahrscheinlich Ersatz fällig.
Allerdings wird er dafür wahrscheinlich relativ günstig werden und es ist wirklich eine der seltenen Gelegenheiten an eines der letztproduzierten Fahrzeuge zu kommen.
Ich bin hoch gespannt, wo die Auktion enden wird. Sie läuft noch vier Tage.

Hier der Link.

I’m so blue…dabadi, dabada…

Nachdem ich ja beim ersten TÜV-Besuch Sir Edward demoliert habe, hab ich mich mal ein wenig mit der Reliant-Farbpalette beschäftigt, um den Schaden so schnell wie möglich beheben zu können.
Sollte jemand von euch seinen Reliant neu im original Farbton lackieren wollen, hier eine kleine Anleitung:
Als erstes muss man raus finden, welches die Originalfarbe seines Reliants ist. Das ist relativ einfach über die Fahrgestellnummer zu bestimmen.
Bei den alten achtstelligen Fahrgestellnummern findet sich der Farbcode an 3.-Stelle. Beispiel: 6A3/13401234

Bei den moderneren 17-stelligen F.I.N.-Nummern finden sich an 8. und 9. Stelle jeweils Ziffern, welche den Farbcode darstellen. Beispiel:  SCD160233AB012345

Reliant verwendete 68 verschiedene Farbtöne, wobei jeder Sonderwunsch/-farbton die Nummer 99 erhielt.
Hier nun ein Scan der original-Schlüsselliste:

Unsere Beispielfahrzeuge hatten also die Farben 3 = April yellow und 33 = Willow Green.

Sir Edward hat die „32“:
Reliant Rialto Typenschild deutsch
Also „Haze Blue“.
Glücklicherweise existiert der Farbhersteller noch, von dem Reliant seine Farben bezogen hat. Es handelt sich dabei um die Traditionsmarke „Sikkens“ des Akzo Nobel-Konzerns.
Über die wirklich formidable Sikkens-Autolacke-Seite gelangt man zur online-Rezepturen-Übersicht (Alternativ über Service-> Farbtöne-> online Mischrezepturen-> Sikkens Mischrezepturen)!
Mit dieser tollen Datenbank kann man für beliebige Hersteller (welche Sikkens-Lacke verwendet haben) Mischrezepturen der original Farbtöne anzeigen lassen und ausdrucken. Und das kostenlos und frei verfügbar. Spitzen Service!
Doch zurück zu unserer Suche. Unter „Hersteller“ wählen wir nun „Reliant“ aus und bei „Farbgruppe“ wählen wir „blau“ aus (Alternativ geht auch der Name der Farbe). Los geht die Suche.
In der dann erscheinenden Liste findet sich auch das gesuchte „Haze Blue“ unter der AKZO-Nummer: REL5534.
Klicken wir nun auf auf den Code, gelangen wir zur Rezepturenübersicht.
Unter „Produkt“ muss nun der gewünschte Lack-Typ ausgewählt werden. Nicht jede Farbe ist in jedem gewünschten Lack-Typ verfügbar. Daher bekommt ihr nicht bei jeder Auswahl ein Rezept angezeigt. Sir Edwards Haze Blue gibt es als Autobase Plus/ Autocryl/ Autocryl Plus/ Autocryl Plus LV/ Autocoat BT LV35 und Autowave MM.
Fragt mich aber nicht nach den Vorzügen oder Nachteilen der einzelnen Farbtypen. Da ist Spezialwissen erforderlich. ich bin da sehr offen für Belehrungen, was zu nem Glasfaser-Auto passt!
Wählt man nun zum Beispiel Autocryl Plus LV aus, so erhält man auf der rechten Seite die Mischanleitung zum einfachen ausdrucken:
Reliant Rialto Farbcode

Großartig, oder?!
Ich werde mal bei Gelegenheit bei der Firma Strakeljahn hier in Osna vorbei fahren. Die sind laut Sikkens-Website der lokale Fachbetrieb für Sikkens-Farben.

Auch über den englischen Online-Shop paints4u.com kann man die passende Farbe bestellen. Haze Blue hat dort den Code 5915455.

Nachbesserung

Mal wieder gilt: „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?!“
Ich hab in den letzten Tagen alle möglichen Quellen für blanko-Typenschilder abgeklappert.
Alles nicht das Wahre. Entweder man bekommt die Kleinen für Anhänger mit 7 Feldern:
Bild nicht vorhanden
oder die Großen mit 11 Feldern:
Bild nicht vorhanden
Das kleine Schild ist doof, weil es keine Angabe für die vordere Achse hat, sondern nur für die Stützlast. Das große Schild ist doof, weil es Felder für z.B. Gesamtzuggewicht und eine 3. Achse hat. Außerdem ist es ein riesiger Trumm.
Die Preise sind auch ganz saftig. Der lokale Hängerhökerer wollte 11€ pro Schild sehen!
In verschiedenen Foren habe ich gelesen, dass man die Zahlen eingravieren lassen soll. Die Alternative ist, die Zahlen selber einzuschlagen. Allerdings soll das selbst mit etwas Übung nur krumm und schief werden. Außerdem muss man dann auch noch die Schlagzahlen kaufen.
Da ich also das Schild eh noch gravieren lassen wollte, habe ich mal beim Schlüsseldienst meines Vertrauens angerufen, ob sie zufällig auch blanko-Typenschilder liegen haben. Haben sie natürlich. Hier das gravierte Schild für Sir Edward:
Reliant Rialto Typenschild deutsch
Wie man sieht, ist es kein doofes Hänger-Schild, sondern ein richtiges KfZ-Schild. Die gravierten Zahlen sehen auch schön gleichmäßig aus und sind anständig zentriert in den Feldern. Und auch der Preis war sehr fair. 5€ für das Schild und 15€ für die Gravur. Echt TOP-Laden!
Ich hab dann gleich mal noch zwei andere blanko Schilder dort gekauft. Eines für den Bug und eines für Tobias AMC Pacer.
Vielleicht schaffe ich es ja doch vor Afrika nochmal mit Sir Edward zum TÜV….

P.S.: Ja, ich weiß, dass auf dem Schild das „Eigengewicht“ fehlt. Ich Töffel hab vergessen es aufzuschreiben, als ich zum Graveur gefahren bin. Wird heute nachgeholt.

Winterschlaf II

Eh ich nun im Stress der letzten Vorbereitungen für Afrika vergesse, Lola fit für den Winter zu machen und dann wie im letzten Jahr erst bei Schneetreiben dazu komme, habe ich das schöne Wetter genutzt und nochmal eine Runde mit ihr gedreht.
Dabei hat sie mal wieder bewiesen, was für eine Diva sie doch ist und dass meine Mutter damals mit der Namenswahl völlig richtig lag. Kaum hatte ich sie von ihren Rollbrettern gehoben und den Benzinhahn geöffnet, pinkelte sie mir fröhlich Benzin vor die Füße….
Bis ich das gemerkt hatte, hatte sich natürlich schon ein schöner Benzin-See unter dem Vergaser gebildet:

Gut, dass ich den Motor noch nicht angelassen hatte. Also trocken legen und Ursache suchen. Das Benzin kam in einem kräftigen Strahl aus dem Überlauf der Vorratswanne. Damit konnte es also nur ein hängender oder falsch eingestellter Schwimmer sein oder ein kaputtes Nadelventil. Den Schwimmer hatte ich eigentlich erst vor kurzem eingestellt. Half aber alles nix. Also Vergaser ausgebaut und auseinander genommen:

Als erstes testen ob das Ventil anständig schließt: Schwimmer hängt runter = Pusteluft geht durch; Schwimmer wird hoch gehalten = Dicke Backen bekommen keine Luft durch. Nadelventil war also ok. Danach wieder den Messschieber ausgepackt und nochmal nachgemessen. Auch die Werte stimmen. Komisch. Also Achse aus dem Schwimmer gezogen, alles mal auseinander genommen und dann wieder zusammen gebaut.
Danach habe ich mal testweise die Benzinleitung an den Vergaser angeschlossen. Er hielt dicht. Problem behoben. Ich vermute, es war wirkliche in hängender Schwimmer.
Nun konnte es als endlich los gehen.
Ich bin mit Lola ca. 10 km gefahren und hab dazu noch fünf Minuten im Stau gestanden. Das sollte gereicht haben, um den Motor mal wieder auf Betriebstemperatur zu bringen und auch das Getriebeöl zu erwärmen. Nach ein paar Runden hier in der Siedlung habe ich mich mal wieder am 3. Gang versucht. Magischerweise ging er anstandslos rein und hielt auch. Auch nach der nächsten Kreuzung ging er wieder rein. Ich witterte Morgenluft! Lola erreichte auf den folgenden Kilometern ein paar mal ihre Höchstgeschwindigkeit und es war zum ersten mal seit langem wieder eine Freude mit ihr unterwegs zu sein.
Das merkte die alte Diva auch und fing prompt das Zicken wieder an. Erst ging der Dritte nicht mehr rein und dann ließ auch der Zweite sich sehr bitten. Ich bin dann im zweiten Gang nach hause gekrochen. *Schwupps* Willkommen zurück auf dem Boden der Tatsachen…
In der Garage angekommen, hab ich den Vergaser leer laufen lassen und den Reifen nen Schlag mehr Luft gegeben.
Die Tage fülle ich noch den Tank auf. Die Batterie wanderte in meinen Keller ans Erhaltungsladegerät:

Lola kam wieder auf ihre Rollbretter und zurück in die Ecke der Garage:

Das war nun also die Duo-Saison 2009…..
Da hatte ich, ehrlich gesagt, mehr erwartet.
Lolas Tacho zeigt nun 19944 km:

Damit haben Lola und ich nur 212 km in 2009 zurück gelegt. Das sind gerade mal halb so viel wie 2008. Und 2008 war schon kein Kracher-Jahr. Das nach 600 km der regenerierte Motor/Getriebe schon das Zicken anfängt hatte ich am allerwenigsten erwartet! Da besteht akuter Handlungsbedarf!
2010 muss Lola fit für den Alltagsbetrieb sein. Sie muss dann Sir Edward im städtischen Nahverkehr unterstützen bzw. diesen übernehmen. Ich bin nun ja auch kein armer Student mehr, sondern mittelloser Arbeitsloser. Kostenloser OPNV is damit nun auch nicht mehr. Da gibts nen klaren Aufgabenbereich für Lola.
Wie schon 2008 ist auch 2009 meine Beziehung zu Lola kriselig. Naja, eine meiner Frauen muss wohl kompliziert sein, wenn schon die beste Freundin von allen so unkompliziert alle meine Marotten mit macht.
Mal sehen, was 2010 bringt. Wäre ja gelacht, wenn da nicht auch was großes sein würde!