Nachdem die Temperaturen jetzt endlich die 18°-Marke geknackt hatten, habe ich mich mal daran gemacht, mit meiner GFK-Ersatzrad-Werkzeugkiste weiter zu kommen.
Also fix der besten Freundin von allen den Gartentisch gemopst (und sicherheitshalber dick mit Plastiktüten eingewickelt) und weit ab von allen Nachbarn ans Werk gegangen:

Da absehbar war, dass mein anfangs bestellter Vorrat an Epoxydharz und Glasfasermatten nicht ausreichen würde, habe ich, entgegen meiner eigenen Grundsätze, kurzerhand im Baumarkt gewildert. Natürlich war das Zeug viel zu teuer und qualitativ Kacke. Hier mal ein Vergleich zwischen dem spezial Biaxial-Gelege, mit dem ich bisher gearbeitet habe und dem groben Baumarkt-Zeug:

Wie ihr seht, ist das Profi-Zeug viel engmaschiger und gleichmäßiger. Durch die 45°-Überschneidungen und die vernähten Lagen ist es bei gleichem Gewicht um ein vielfaches stabiler, als das 90° gewobene Zeug. Wobei ich allerdings auch sagen muss, dass sich das Baumakt-Gelege wesentlich leichter zuschneiden lässt! Das Bi-axial-Gelege werde ich nur noch bestellen, wenn ich extrem feste GFK-Schichten brauche. Ansonsten tuts auch normales (was beim Profi ungefähr die Hälfte kostet wie im Baumarkt).
Ich hab mit dem Baumarkt-Glasgelege dann die Vorderseite weiter von innen verstärkt:

Sind jetzt fünf Schichten in der Fläche und sechs in der Lauffläche.
Wichtiger Lerneffekt dabei: Immer aufpassen, dass man alle Luftblasen unter dem Gelege raus streicht. Ansonsten hat man nachher solch hübsch hohle Blasen:

Als das ganze schön trocken war, hab ich mich daran gemacht den Deckel auszusägen. Natürlich nicht ohne entsprechende Sicherheitsvorkehrungen:

Ich hab als erstes mal den Dremel mit ner gezahnten Scheibe probiert:

Die Scheibe hat aber schon nach kurzem ihre Zähnchen eingebüßt. Also keine gute Wahl. Als nächstes hab ich mal ne Trennscheibe für Metall versucht:

Die hat aber die Rundungen nicht überlebt.
Im Endeffekt half nur ein Eisensägeblatt und ne gehörige Portion Muskelschmalz:

Ausdauer führt zum Ziel:

Nicht schön, ich gebs zu, aber für einen ersten Versuch ganz brauchbar.
Nach der Verstärkung ist die Dicke nun auch ganz ordentlich:

Da sollte auch der Feuerlöscher dran halten.
Danach habe ich durch die Öffnung die Rückseite verschlossen:

Ich wollte so verhindern, dass der Außendurchmesser zu nimmt und es nachher nicht mehr in die Hülle passt.
Leider ging mir dabei auch das Profi-Harz aus und ich musste ebenfalls auf Baumarkt-Kack zurück greifen. Sieht erstens aus wie Pekinesenkotze:

Und zweitens war es nach ca. 5 Minuten so hart geworden, dass es sich nicht mehr verarbeiten ließ. Dreckszeug! Das Harz aus dem Bootszubehör konnte ich bequem 30-50 Minuten lang verstreichen. Das hier verklebte schon nach 3 Minuten den Pinsel:

Somit hat die Rückseite bisher nur eine Schicht GFK bekommen und ich muss nochmal bei Bootsservice Behnke bestellen. Blöd, weil ich eigentlich nur ne Dose Harz brauche. Die kostet ziemlich genauso viel wie der Versand. Hab schon überlegt mir nen Vorrat zuzulegen, aber das Harz soll nur mind. 6 Monate haltbar sein. Da riskiere ich lieber nochmal die Versandkosten.
Schlagwort-Archiv: Reliant Rialto
Ön/Öff, drauf drüggn!
Sorry, das ihr momentan so wenig von mir hört, aber ich komme einfach nicht zum schreiben. Es ist einiges passiert.
Bevor ich das aufarbeite, brauche ich erst mal eure Hilfe, bei der Bezwingung der schwarzen Magie names „Elektrizität“…
Frei nach dem bekannten Telefonanrufer: „Ne ganze Woche, scheiße, die Scheiße!“
Ich hab diese Woche (u.a.) Sir Edward elektrotechnisch etwas upgedatet. Unter anderem will ich eine Relaissteuerung für die Scheinwerfer installieren, damit ich die Dinger nicht immer vergesse:

Relais liegt hier, aber so richtig schlau werde ich ich nicht aus dem Anschlussplan auf der Packung:

Vergleiche ich diesen Schaltplan nun mit dem des Autos:

Dann formt sich in meiner Laiensphäre folgende Anschlussreihenfolge:
Relais – Fahrzeug
- rot – braun am Zündschloss oder Starter Solenoid
- grün – weiß am Zündschloss (so dass das Licht nur auf Stufe 2 an geht)
- schwarz – Erde (vielleicht am Starter Solenoid, je nach Montageposition)
- blau – blau (hinter dem Lichtschalter)
- gelb – blau (hinter dem Lichtschalter)
Oder hab ich da nen Denkfehler drin?
Das Licht sollte dann unabhängig von der Schalterposition an und aus gehen. Will ich Licht, während ich parke, muss ich einfach nur den Schalter betätigen und das Relais wird umgangen, oder? Gibts da dran was auszusetzen?
Die Engländer sind übrigens völlig wahnsinnig, was elektrische Verkabelungen an geht…. Die Scheinwerfer sind z.B. ohne Sicherung direkt an der Batterie angeschlossen. Da gibts dann auch Abhilfe. Das Relais hat seine eigene 30A-Sicherung in der roten Leitung. Auch Kabelschuhgrößen wurden damals wohl gewürfelt… egal davon später mehr.
Nachtrag: warum hat das Relais eigentlich zwei verschiedene Leitungen zu den Scheinwerfern, wenn Sir Edward nur eine einzige hat? Soll links und rechts durch das Relais unterschiedlich angesteuert werden? Oder ist das um die Last im Kabel zu halbieren?
Nachtrag II: Um meine eigene Frage zu beantworten: Das zweite Kabel ist für die Heckleuchten. Gelb geht also nicht ebenfalls an blau, sondern an rot-grün.
So langsam spitzt sich die Lage zu
Über die Ostertage waren wir mit Sir Edward zu den Eltern der besten Freundin von allen. Das waren 450km und damit eine gute Gelegenheit um mal die ganzen Veränderungen über eine längere Strecke zu testen.
Leider mit ernüchterndem Ergebnis.
Ich meine bei höheren Geschwindigkeiten (110-120 km/h) klingeln zu vernehmen.
Außerdem ruckelt er immer noch und auch die Kraftentfaltung ist etwas zäh/wie in Kaugummi.
Ich hab daher mal nach unserer Rückkehr die Zündkerzen ausgebaut und mir besehen. Hier die Kerzen in Ihrer Einbaureihenfolge:

Und hier nochmal ne Detailansicht von Kerze 1 und 2:

Meine Laienhafte Interpretation besagt, dass Zylinder 2-4 zu fett laufen. Zylinder 1 hingegen läuft besser/gut.
Das „zu fett“ ist ja auch kein Wunder, da ich den Vergaser momentan mit „22 Flanken“, statt der idealen 18-20, betreibe.
Da die Nebenluftproblematik aber eigentlich abgehakt sein sollte, bleiben mir nur fiesere Diagnosen: Ventilspiel falsch (easy) oder sogar Ventil verbrannt (gemein)….
Am Wochenende werde ich mal vorsichtig nach hause fahren und unterwegs Shell V-Power auf den halben Tank Super tanken, um den Oktan-Wert anzuheben.
Zuhause gibts nen Kompressionsmesser. Der hilft mir hoffentlich weiter.
Der Plan ist folgender:
1. Ventilspiel einstellen (wie erkenne ich ob ein Ventil vollständig offen ist?)
2. Neue Ventildeckeldichtung (Gibts da was zu beachten? Ist ne Korkdichtung)
3. Kompressionstest trocken
4. Wenn sich da Unterschiede zeigen: Kompressionstest nass (Motoröl ins Kerzenloch um vorübergehend die Kolbenringe abzudichten)
5. Wenn dann immer noch unterschiedliche Kompression: Zylinderkopf ab und Ventile angucken (Neue Dichtung liegt parat. Anzugsmoment und Reihenfolge hab ich. Gibts sonst was zu beachten?)
6. Bilder machen und um Hilfe rufen……
7 Meilen Striche
Ein weiteres Problem bei der Zulassung des Bugs wird sein Tacho:

Der hat ja nur eine Meilen-Skala und nicht wie Sir Edward eine kombinierte MPH/KPH-Skala:

Für den TÜV müssen aber mindestens Markierungen der wichtigsten km/h-Geschwindigkeitslimits angebracht werden. Also bei 30, 50 und 100 km/h.
Eine Möglichkeit wäre es, einfach Aufkleber anzubringen. So hat es Phillip ja auch bei seinem 1800E gemacht.
Allerdings gefällt mir das nicht so richtig. Das sieht immer ein wenig improvisiert aus.
Glücklicherweise hat Reliant identische Tachos auch in anderen Fahrzeugen verbaut, welche auf den Kontinent exportiert wurden (Der Bug wurde ja nie außerhalb von GB verkauft). Diese haben dann Km/h-Skalen:

Das Bild oben stammt von Thomasts Reliant Ant (TW9).
Auch der Reliant Regal hatte diesen Tacho:

Wie ihr aber schon seht, gibt es da ein neues Problem: Der Bug Tacho geht bis 100 MPH (160 km/h), der Ant/Regal Tacho nur bis 120 km/h. Würde ich die beiden einfach tauschen, würde der Bug immer eine falsche Geschwindigkeit anzeigen. Auch nicht cool.
So eine richtig saubere Lösung ist mir da bisher noch nicht eingefallen.
Allerdings habe ich gehört, dass der 700E-Bug serienmäßig mit dem 80-MPH-Tacho ausgeliefert wurde. Dieser hatte aber den identischen Motor und auch das identische Getriebe. Auch das Innenleben des Tachos soll identisch sein. Vielleicht hat Reliant mal wieder fünfe gerade sein lassen und einfach die Beschriftung getauscht, ohne die Anzeige anzupassen… Würde mich nicht wundern. Dafür spricht auch, dass der Bug viel kleinere Räder hat als der Regal und dass die Tachos im Ruf stehen eher sehr grobe Richtwerte anzuzeigen.
Ich werde also mal versuchen einen KPH-Regal-Tacho aus Holland zu bekommen und dann ein paar Testreihen durchführen.
321-Zündung VI
Bisher lief die 123ignition ja noch immer mit Zündkurve 0.
Um zu testen, welche Zündkurve mehr Performance bringt und um zu testen, ob der Motor irgendwann das klingeln anfängt hatte ich mir einen Testzyklus ausgedacht, welcher mir relativ reproduzierbare Ergebnisse liefern sollte:
Der Plan war ab einer bestimmten Wegmarke im 3. Gang mit Vollgas einen Hügel hoch zu fahren und dabei von 60km/h aufwärts zu beschleunigen. Der Beschleunigungsvorgang sollte dann bei einer zweiten Wegmarke eingestellt werden. Eine Person auf dem Beifahrersitz sollte dabei mit der Stoppuhr die Zeit zwischen den Punkten nehmen und per GPS die Endgeschwindigkeit bestimmen.
Dies hätten wir dann so oft wiederholt, bis der Motor bei einer bestimmten Zündkurve das klingeln angefangen hätte.
So der Plan.
Da mein Bruder letztes Wochenende zu Besuch war, hatte ich endlich eine Testperson, welche die Stoppuhr bedienen konnte.
Als erstes musste ich mich aber um das Falschluft-Leck am Krümmer kümmern.
Mein Vater hatte mir eine Dose Auspuffkit mit gegeben. Also rangeschmiert, das Zeug:

Was nen Schweinkram!
Danach haben wir den Motor ein wenig im Stand laufen lassen, damit er warm wurde und der Kit aushärten konnte. Sobald er warm war, habe ich nochmal den Vergaser eingestellt. Dabei fiel mir aber schon auf, dass er immer noch am Krümmer raus pustete. Waren wir wohl echt zu ungeduldig.
Allerdings reichten jetzt schon 22 „Flanken“ für einen gesunden Rundlauf. Wir nähern uns also dem Optimum.
Als wir mit der Einstellerei fertig waren, machten wir uns auf den Weg zu der von mir als Testgelände auserkorenen Landstraße.
Hier ein Video vom Testzyklus mit Zündkurve 0:
Ab der Warnbarke am rechten Rand gabs Vollgas bis zum letzten Seitenpfosten auf der rechten Seite vor der Einfahrt. Berg hoch zu beschleunigen, hat den Vorteil, dass der Motor längere Zeit unter Volllast in einem bestimmten Drehzahlbereich verbleibt, als wenn man in der Ebene Gas gibt. Davon versprach ich mir leichter Klingeln zu vernehmen. Außerdem ist der Geschwindigkeitszuwachs nicht so rapide wie in der Ebene.
Bei der Umstellung auf Zündkurve 1 fiel mir ein großer Nachteil der 123ignition auf.
Die Einstellschraube für die Zündkurven befindet sich leider an der Unterseite des Gehäuses und wird von einer Inbus-Schraube verschlossen. Man muss also, um die Kurve umstellen zu können immer den Verteiler ausbauen. An sich ja nicht so tragisch, da man ja nur die Halteschraube der Klemmschelle lösen muss. Leider hilft das aber nicht wirklich weiter. Man kommt nämlich nicht an die Inbusschraube, so lange die Klemmschelle noch am Schaft des Verteilers sitzt! Nimmt man aber die Klemmschelle ab, so muss man gleich die Zündung neu einstellen….
Mir blieb also nichts anderes übrig, als nen Schraubenzieher in der Schraube zu verkanten um sie raus zu würgen (sieht jetzt auch so aus):

Was ne selten blöde Konstruktion!
Zu kurzem Rätselraten führte auch der Umstand, dass der Verteiler beim Wiedereinbau nicht ganz einrasten wollte und immer ca. einen cm hoch stand. Nachdem der Verteilerfinger um 180° gedreht wurde rutschte er aber ganz easy wieder in den Mitnehmer. Schlaue Konstruktion! Hätte ich auch eher drauf kommen können.
Der anschließende Testzyklus mit Kurve 1 führte schnell zu Ernüchterung. Ab Tempo 70 klang es so, als würde jemand langsam Schrauben in den Motor füllen…
Sobald ich vom Gas ging, war es weg und wenn ich wieder Gas gab, kam es wieder. Echt deutlich hörbar. Hattet ihr vollkommen recht.
Damit war unsere Testreihe ziemlich schnell zu Ende.
Zurück zu Kurve 0 und fertig.
Naja, die Performance war ja schon mit Kurve 0 so wie mit dem alten U-Verteiler. Ist also ok.
Auf dem Rückweg traf ich noch Lolas alten Erzrivalen:

Der Fahrer war leider weit und breit nicht zu sehen, so dass ich mich mit ihm nicht auf ein Duell verabreden konnte. Aber kommt Zeit, kommt Duell!
Wieder Zuhause angekommen stellten wir fest, dass der Kit unsere Testreihe nicht überlebt hatte:

Er war komplett gerissen und drunter hohl. Der Druck der Auspuffgase hatte ihn vom Krümmer abgehoben, ehe er aushärten konnte. Also abpulen und nochmal nen zweiten Versuch wagen. Diesmal gibts auch die auf der Packung geforderten 12h Aushärtungszeit.
Ich weiß nicht, ob ich eventuell nochmal einen Versuch mit Zündkurve 1 wagen sollte.
Bei dem Test zog er ja noch Falschluft. Außerdem hat er noch den Vergaserreiniger im Tank und laut Handbuch benötigt der Rialto 2 97 Oktan (und ich tanke immer 95 Oktan-Super). Keine Ahnung, ob diese Punkte so viel ausmachen und ob ich, selbst wenn es klappt, immer Super+ tanken will….