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Kupferwurm XVII – Wasserwerk

Nachdem mein eigentlich angedachter Umbau auf einen elektrischen Lüfter mit mehr und mehr Hindernissen aufwartete, habe ich beschlossen dem original Kühlsystem nochmal eine Chance zu geben.
Allerdings nur unter der Prämisse der bestmöglichen Voraussetzungen.
Also einmal alles neu, bitte.
In Österreich fand ich für 98€ inkl. Versand einen NOS-Kupfer-Kühler (Teilenummer: 26442).

Der Alu-Kühler wandert vielleicht noch in den Rialto. Dessen Kühler liegt nämlich auch in den letzten Zügen.
Thermostat und Wasserpumpe kamen aus England.
Bei den Wasserpumpen sind nur noch die späteren (in den 850 ccm-Motoren) verwendeten Exemplare erhältlich.
Diese sind von den Abmessungen und der Förderleistung her identisch, jedoch sind die Riemenscheiben unterschiedlich. Die alte Riemenscheibe hat vier Gewinde für die Aufnahme des Blech-Lüfterflügels, die neue hat nur drei für den später verwendeten Plastik-Lüfter. Darüber hinaus ist die neue Riemenscheibe nicht so tief wie die Alte, was später (Bericht folgt) einen minimal schiefen Lauf des Keilriemens nach sich zieht.
Wer auf Originalität steht, kann die alte Riemenscheibe abziehen, innen etwas ausfräsen und auf die neue Pumpe aufpressen. Ich hab mir den Aufwand geschenkt. Nachfolgende Generationen sollen ja auch noch was zu verbessern haben.
Also fröhlich alles rausgerupft.
Die alte Wasserpumpe hatte erkennbar ihre besten Tage hinter sich:
Wasserpumpe alt Dichtmumpe
Es grüßt die allseits beliebte Dichtmumpe.
Auch die in das Alu-Gehäuse eingelassenen Stahl-Auslässe haben ihre beste Zeit hinter sich:
Wasserpumpe alt Anschlüsse
Hier mal Alt und Neu im Vergleich:
Wasserpumpen im Vergleich
Wie man sieht, ist der Aufbau grundsätzlich identisch.
Wasserpumpe neu Beschriftung
Die Beschriftung auf der neuen Pumpe lautet:
WBF
W2431-2S
Ein Blick auf die nassen Laufbuchsen im Block ist ebenfalls nicht sonderlich erbaulich:
Laufbuchsen
Beim Rialto sehen die wesentlich besser aus. Keine Ahnung, ob den Bug vielleicht mal jemand ohne Frostschutz betrieben hat?
Das Thermostatgehäuse schien kleinere Undichtigkeiten bereit zu halten:
undichtes Thermostatgehäuse
Mittels Stahllineal werde ich es noch auf Verzug checken.
Im Zweifel muss ich es plan schleifen.
Am eingelassenen Stutzen erkennt man schön die Nachteile von Stahl-Teilen in Alumotoren:
Flansch verrostet
Der Schleifaufsatz vom Dremel schaffte hier wenigstens eine etwas glattere Dichtfläche:
Flansch abgeschliffen
Mal sehen, wie ich den ersetzt bekomme, wenn er durchgegammelt ist. Stellenweise ist er nur noch Oblaten-dünn.
Wenn ich das nächste Mal in der Heimat bin und erträgliches Wetter herrscht, will ich die Chance nutzen und den Block noch durchspülen.

Kupferwurm XIII – Keep cool II

Vielen Dank für eure reichhaltigen Kommentare!!
Ihr habt mir wirklich geholfen, das Problem nochmals in den Fokus zu rücken.
Als erstes habe ich mir die Rechnung des elektrischen Lüfters nochmal vorgenommen. Da steht „BLASEND“ drauf. Genauso wie in der Auktion
Also entweder die haben mir den falschen Lüfter geliefert, oder Stan hat sich bei der Diagnose vertan.
Sobald ich an Weihnachten wieder beim Bug bin, werde ich den Lüfter mal testweise an eine Batterie hängen und gucken auf welcher Seite Luft raus kommt.

Die Riemenscheibe der Wasserpumpe ist leider wie ein Becher aufgebaut. D.h. die Wasserpumpe selbst ragt in das Innere des „Bechers“, so dass da wenig Platz gut zu machen ist.

OSTs Hinweis auf den sonstigen Temperaturhaushalt muss ich auch nochmal überschlafen. Der Motorraum des Bugs bildet quasi eine Glocke um den Motor. Die Luft kann lediglich nach unten neben dem Motor und Getriebe her entweichen. Das der alte Blechquirl da vielleicht auch was weggeschaufelt hat, habe ich schlicht nicht bedacht. Das würde ich aber auf einen versuch ankommen lassen. Auf den mechanischen Lüfter kann ich immer noch zurück rüsten.

Das Kupferrohr aus dem Kreislauf zu bekommen wird momentan schwierig, da ich es für den scharfen Knick im Kühlwasserschlauch brauche. Das Rohr in der Mitte verschwindet. Das ist momentan nur der Platzhalter für den Temperaturschalter.
Allerdings muss ich vielleicht den Rücklauf eh neu basteln. Das sehe ich aber erst, wenn sowohl die Lichtmaschine als auch der Kühler samt Lüfter ihre finale Position gefunden haben. Wenn dem so ist, dann werde ich versuchen neben Gummi nur noch Alu im Kühlkreislauf zu verwenden.

Das von euch angeratene „Luftleitblech“ rückt momentan immer mehr in meinen Fokus.
Um euch ein wenig mehr in die Lokalität der bisherigen Luftführung einzuführen, hier mal ein paar (ältere) Bilder:
Platz zwischen Wärmetauscher und Kühler
Hier seht ihr, wie der Wärmetauscher über dem Kühler sitzt und wie viel Platz die Luft zum vorbei-strömen hat.
Das Blechgehäuse des Wärmetauschers bildet ein „Dach“ über dem Kühler.
Die Frischluft für die Heizung wird dabei von Oben angesaugt. Die Unterseite des Gehäuses ist also verschlossen.
Lediglich der Lüftermotor ragt ziemlich unmotiviert in die Gegend.
Hier ist der Tauscher entfernt:
Neuer Alu-Kühler eingebaut
Ihr seht vorne das Kühlergitter samt Eintrittsöffnung. Das Blechgehäuse sitzt rechts auf der oberen Karosseriekante und stößt vor den aufrecht stehenden, „dreieckigen“ Teil der Karosserie.
Links wird das Wärmetauschergehäuse an den beiden Kunststoffdübeln verschraubt.
Ich hab das vier jährige Mädchen von nebenan mal eine Skizze anfertigen lassen:
Optimierung v.1.0
Der Quader mit Klöte, oben im Bild, ist der Wärmetauscher mit dem nach unten ragenden Lüftermotor.
Meine Überlegung ist nun, ein Blech zu basteln, das an der Unterseite des Wärmetauschers befestigt ist und über die gesamte Breite, schräg nach unten bis zur Schweißnaht des Wasserkastens (schwarzer Strich) des Kühlers führt.
Das dürfte dann einen Großteil der „verlorenen Luft“ nach unten Richtung Kühlrippen umleiten.
Allerdings muss ich noch ein wenig über den richtigen Winkel nachgrübeln.
– lieber steil (blau) und damit mehr „Luftraum“ haben, in der Hoffnung kein Nadelöhr zu produzieren
oder
– lieber flach (rot) um mehr „Luftdruck“ gen Kühlrippen zu leiten und in Kauf nehmen, eine Engstelle zu fabrizieren?
Auch über die Befestigung muss ich mir noch Gedanken machen.
Ich kann das Luftleitblech nicht am Kühler befestigen. Da werde ich wahrscheinlich auf das Blech eine Gummileiste aufziehen, die sich einfach an der Schweißnaht abstützt. Am Wärmetauscher kann ich Löcher bohren und es anschrauben. Allerdings kann es dann auf ganzer Länge vibrieren und vielleicht ausreißen (Ich habe Alu als Material im Auge). Auch dafür ist der Winkel ausschlaggebend.

Elektrische Wasserpumpe ist erstmal raus. Der Aufwand ist mir dann doch zu happig. Außerdem weiß ich nicht, ob ich dann nicht noch eine größere Lima bräuchte…

Kupferwurm XIII – Keep cool

Der Lichtmaschinenumbau ist nicht das einzige Upgrade der Elektrik im Zuge des Umbaus.
Selbst in originalem Zustand gilt das Kühlsystem des Bugs als fragil. Da der Kühler direkt im Wurfbereich des Vorderrades sitzt hat er nur einen kleinen Schlitz oberhalb, durch den Frischluft zugeführt werden kann. Und auch dabei geht der Großteil der Kühlluft einfach über den Kühler hinweg.
Für alle die noch nie einen Bug in freier Wildbahn gesehen haben: Schematisch sieht die Luftzufuhr so aus:
Skizze Luftstrom

Wir sind uns wohl einig, dass das schon ab Werk keine sonderlich effektive Anordnung ist, oder?
40 Jahre Alukorrosion haben darüber hinaus ihren Beitrag geleistet, dass auch die Kühlkanäle im Motor nicht mehr die Allerfrischesten sind.
Das führte im Sommer, trotz neuem Alu-Kühler, zu einer permanent auf „MAX“ stehenden Kühltemperaturanzeige.
Ich werde die Chance nutzen und das Kühlsystem gründlich reinigen.
Darüber hinaus soll aber der an Ineffektivität schwer zu überbietende Blechquirl in Rente gehen und einem modernen elektrischen Lüfter weichen.
Ich entschied mich für folgendes Exemplar:

Das moderne Pendant hat folgende Daten:
Gehäuse Durchmesser: 184mm
Flügeldurchmesser: 167mm
Höhe: 57mm
Stromaufnahme ( maximal): 6-7,5A
zulässige Spannung: 9-16V
Gewicht 0,9kg
Fördervolumen: 510m³ / h
Ich habe keinen Plan, wie die Förderleistung im Vergleich zum alten 4-Flügler steht, aber es war der größte Lüfter, der überhaupt noch eine Chance auf Einbau im Bug finden konnte.
Die Höhe ist das entscheidende Kriterium.
Größenmäßig sind Alt und neu sehr ähnlich:
Dimensionsvergleich
Statt vier Blättern pusten jetzt jedoch 10. Und durch den „Rahmen“ um die Flügel wird die Luft gezielt durch den Kühler befördert.
Netter Nebeneffekt ist, dass die Lager der Wasserpumpe nun wesentlich weniger Last zu tragen haben und daher hoffentlich länger halten.
Ich erhoffe mir da schon eine gewaltige Effektivitätssteigerung der Kühlung. Zumindest konzeptionell. Von der praktischen Umsetzung bin ich bisher noch nicht recht überzeugt.
Es stellt sich nämlich die Frage des Einbauortes.
Der statische Lüfter war auf der Riemenscheibe der Wasserpumpe montiert:
Kühler ohne Lüfterrad
Leider ist die Riemenscheibe aber ohne Lüfterflügel nicht wesentlich schmaler, so dass da gerade mal zwei Finger breit Platz zum Kühler sind:
Abstand Kühler - Wasserpumpe
Der Lüfter braucht aber knapp 6 cm.
Damit bleibt nur die Vorderseite:
Platz vor dem Kühler
Pfropft man den Lüfter aber in den schmalen Spalt vor dem Kühler, bleibt da kaum Platz zum ansaugen der Luft:
erste Probe
Ich gebe zu, nicht wirklich einen Plan zu haben, ob er sich so noch ausreichend Luft reinschnüffeln kann. Die müsste er halt aus allen Ritzen rings um ziehen.
Außerdem seht ihr schon auf dem obigen Bild, dass er nicht tief genug runter geht, um ganz auf den Kühlrippen aufzuliegen.
Es scheint so, als wäre der untere Teil des „Käfigs“ zu dick. Da dort aber eh niemand mit seinen Futtfingern ran kommt, überlege ich, diesen Teil einfach abzusägen.
Vielleicht kann ich den Kühler auch noch ein wenig Richtung Motor neigen und so 1 cm gewinnen. Es geht echt um jeden Millimeter…
Ich gebe aber unverhohlen zu, mit diesem Umbau bisher recht unglücklich zu sein.
Ich habe aber partout keinen Lüfter gefunden, der schmaler baut. 50mm oder weniger wären gut, bei max. 200mm Durchmesser.
Oder habe ich einfach nur in den falschen Shops gesucht?
Für helfende Hinweise wäre ich sehr dankbar!

Zufriedener bin ich mit der Ansteuerung des Lüfters.
Dies übernimmt später ein Thermoschalter im Kühlkreislauf:

Ich habe mich wahrscheinlich zu doof angestellt, aber ich habe solch ein System partout nicht in Deutschland gefunden.
Auf der Insel ist es weit verbreitet und man wird mit eBay-Angeboten totgeschmissen. Also habe ich dort geordert.
Der Schalter schaltet bei 90°C ein und bei 80°C wieder aus.
Ich muss noch ein wenig experimentieren, was ich dann für ein Thermostat im Bug verwende. Zur Auswahl stehen 82 und 88°C.
Andere Bug-Fahrer empfehlen für den Sommer das 82°C-Thermostat. Ich glaube auch, dass das am sinnvollsten ist. Dann kann erstmal noch der große Kühlkreislauf 8°C absorbieren, eh der Lüfter anspringen muss und der Motor läuft im Zweifel etwas kühler.
Der Thermoschalter selbst, kommt in den Rücklauf.
Menschen sagen zwar, dass man ihn in den Zulauf setzen soll, aber das leuchtet mir bisher noch nicht wirklich ein.
Setze ich ihn in den Zulauf springt der Lüfter an, obwohl vielleicht die Wärmeabgabe des Alu-Kühlers alleine ausreichen würde, um die Temperatur zu senken.
Setze ich ihn in den Rücklauf, springt der Lüfter nur an, wenn der Kühler alleine die Temperatur nicht unter 90°C senken kann.
Oder übersehe ich da etwas grundlegendes?

Hexenküche

Im Zuge des Wasserpumpenwechsels am Combo musste ich Kühlwasser ergänzen.
Da ich keinerlei Hinweise fand, welche Art von Kühlmittel der Combo verwendet, konnte ich nur vage nach der Farbe gehen. Die ist orange.
Doof. Grün: easy; Blau: easy… Bei allem anderen stellt sich die Frage, ist dass nun gelb oder rot?
Ich entschied mich für rot.
Mittlerweile weiß ich, dass es wirklich orange ist (G34).
Allerdings mit Bauchschmerzen. Im Netz liest man immer wieder Schauergeschichten von verklumpter Kühlflüssigkeit wenn man rote mit andersfarbigem Kühlmittel mischt.
Also habe ich mich wie immer ein wenig schlau gelesen.
Fazit: Es ist schnurz, welche Farbe ein Kühlmittel hat.
Der enthaltene Farbstoff sagt NICHTS über die Verträglichkeit verschiedener Mittel untereinander aus. Selbst Mittel mit identischer Farbe können unverträglich zueinander sein!
Der Ausflockungsprozess wird lediglich ausgelöst, wenn man silikatfreie Kühlmittel und silikathaltige mischt.
Wie/ob der Hersteller des Mittels diese Unterscheidung farblich kennzeichnet, ist ihm selbst überlassen.
Eine Normierung gibt es hierzu nicht.
Als grobe Linie wird immer gesagt, dass grün und gelb silikathaltig sind. Aber Achtung: Glysantin G33 ist z.B. blaugrün und trotzdem silikatfrei.
Einzig verlässlich sind die Angaben auf der Flasche. Dort muss ausgewiesen sein, ob Silikate enthalten sind.
Um das Ganze mal zu untermauern habe ich den „Stammtisch-Todestest“ gemacht:
Kühlmittel rot
Im Bild sehen wir das nun im Combo beigemischte Glysantin G30 (Silikatfrei).
Im folgenden Bild ist das G30 schon im Wurstglas (vorher gründlich austrinken) und in der Spritze lauert der Stammtisch-Todesfeind, blaues Kühlmittel (im Rialto und Bug verwendet):
Kühlmittel blau
Ihr ahnt, was kommt, oder?
Ich alter Gefahrensucher hab die Beiden einfach mal vermischt!
Allen Schauermärchen folgend, müsste das eine zähe braune Suppe mit Klümpchen ergeben.
Und? Was ist passiert?
Die Farbe hat sich geändert:
rot und blau gemischt
Und dann?
Nix…..
Das Süppchen steht nun mittlerweile über einen Monat bei mir im Keller und ist immer noch nur lila.
Ist auch kein Wunder. Beide Flüssigkeiten sind silikatfrei….
Ich warte aber nochmal ein Weilchen, ob die Suppe vielleicht doch noch explodiert. Ich bezweifle es jedoch.

Mayonaise

Die Beste von allen schruppt momentan 1000 km pro Woche mit dem Stiefastra runter.
Da bekommt er von mir ein extra Quäntchen an Aufmerksamkeit.
Die Beste beschwerte sich, dass die Temperaturanzeige bei den aktuellen Außentemperaturen kaum die 90°C erreicht. Erreicht er dann die 90°C, kann man zusehen, wie der große Kühlkreislauf auf macht und die Temperaturnadel wieder in den Sinkflug geht.
Der Blick auf den Öldeckel bestätigte die Vermutung:
gelber Schleim am Öleinfülldeckel
Da bildet sich der altbekannte gelbe Schleim, weil der Motor nicht heiß genug wird um das Wasser aus dem Öl zu verdampfen.
In Maßen soll das bei den X16SZR und Z16SE-Motoren von Opel normal sein, wie ich mittlerweile gelesen habe.
Ich will mal versuchen, die Temperatur des Motors ein wenig zu steigern bzw. das rapide Abkühlen durch den großen Kühlkreislauf zu verhindern.
Dazu habe ich für einen ersten Testdurchlauf 1/3 der Kühlerfläche abgeklebt:
abgeklebter Kühler
Die Beste behält es im Auge und ich werde berichten.