Mein Damen und Herren,
mit großem Stolz darf ich Ihnen heute den ersten dokumentiert zugelassenen Reliant Rialto Deutschlands präsentieren:

Nach vielen Hürden und einigen Rückschlägen ist es mir nach neun Monaten endlich gelungen, die Weihen einer ordentlichen Zulassung zu erlangen.
Zwar durfte ich mir zu Anfang auf der Zulassungsstelle mal wieder einige „Ne, also SO lassen wir den auf keinen Fall zu!“ anhören, aber nachdem ich mich als netter Kerl rausgestellt hatte und einige Dinge erklärte, der Amtsleiter sein Einverständnis gegeben hatte und einige Ungereimtheiten beseitigt wurden, wurde auch der Sachbearbeiter zutraulich und am Ende schnackten wir noch ein wenig über die Welt der Dreiräder und vergangene Zeiten. Das Kennzeichen steht übrigens für „Rialto + Datum der Erstzulassung„. Die rettende Idee kam per SMS von meinem Bruder. Danke!
Ich möchte an dieser Stelle einigen Menschen für ihre unschätzbare Hilfe danken:
An erster Stelle meiner Mutter, ihre Liebe und Güte begleitet mich bei allem was ich tue; meinem Vater, dafür dass er so spontan wie eine 18-jährige ist; meinem Bruder, der ohne zu murren meine monatelange Blockade der Garage ertragen hat; der besten Freundin von allen, die meinen Spleen mit einem Lächeln erträgt; as für die Hilfe bei den Bremsleitungen; Auto Mobil Osnabrück für die Hilfe mit dem A-Frame; Herrn Gerst und Herrn Mangliers vom TÜV SÜD für die unbürokratische Erstellung des Datenblattes; Herrn Steinkemper vom TÜV NORD in Paderborn für seine wohlgesonnene Vollabnahme; dem leider unbekannten Sachbearbeiter und seinem Chef bei der Zulassungsstelle in Osnabrück für die ebenfalls wohlgesonnene Zulassung und natürlich danke ich auch euch Lesern! Ihr habt mich mit Rat und Tat unterstützt und mir alleine durch eure regelmäßigen Besuche gezeigt, dass ich nicht alleine mit meiner Macke bin.
Danke euch allen! Ohne euch wäre die Zulassung nicht möglich gewesen!
Alle Beiträge von Adrian
Sehe das Schild vor lauter Schilderwald nicht
Ker, ist so eine Kennzeichenwahl schwierig!
Ich sitze schon seit ner geschlagenen Stunde vor der Wunschkennzeichen-Datenbank der Stadt Osnabrück und versuche irgend eine schlaue und vor allem noch freie Kombination für Sir Edward zu finden.
Leider sind zwei Buchstaben nicht möglich. Es muss ein Buchstabe und vier Zahlen sein.
- OS-R 1984 = vergeben (Rialto + Erstzulassung)
- OS-E 1984 = vergeben (Erstzulassung)
- OS-R 2850 = frei (Rialto 2 + Hubraum)
- OS-R 2848 = frei (Rialto 2 + wahrer Hubraum)
- OS-R 8500 = vergeben (Rialto + Hubraum+ 0)
- OS-R 2000 = vergeben (Rialto 2 + 00)
- OS-R 1337 = vergeben (Reliant is halt Leet)
- OS-P 5037 = frei („PS“+ 0 + PS)
- OS-R 4700 = vergeben (Rialto + Leergewicht + 0)
Aber so richtig glücklich bin ich mit obigen Varianten nicht.
Habt ihr noch kreative Ideen?
Verbrauchswerte
Ich hab natürlich die erste Langstreckenfahrt mit Sir Edward auch dazu genutzt, mal seinen Verbrauch auszulitern.
Zuhause habe ich ihn vollgetankt und hier in Osnabrück wieder. Dazwischen lagen sehr schöne 138 Meilen. Anschließend passten 2,73 Gallonen Super Benzin in den Tank. Macht 50,54 Meilen pro Gallone Sprit.
Für Menschen, die mit dem imperialen Maßsystem nix anfangen können, hier auch gerne in metrischen Einheiten:
Zuhause -> Osnabrück = 222,09 km; benötigter Sprit bis „Voll“ = 12,43 Liter. Macht 5,60 Liter auf 100 km.
Absolut gesehen ist das ein respektabler Wert für ein 25 Jahre altes Auto. Allerdings liegen 50 mpg an der unteren Verbrauchsgrenze für Yellow-Top-Rialtos! Eigentlich sollte irgendwas bei 70 mpg als normaler Überland-Verbrauch dabei rum kommen. Zumindest berichten das der Reliant Verkaufsprospekt und auch andere Forums-Mitglieder.
Ich hab den Vergaser immer mehr in Verdacht…
Nebenbei Bemerkt: Zwar verlangt das Rialto Handbuch nach Sprit mit 97 Oktan, aber ich habe nur normalen Super-Kraftstoff getankt. Selbst auf der Autobahn bei 120 km/h war kein klingeln zu vernehmen. Mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt.
Neue Heimat
Die letzten beiden Tage habe ich nebenbei die neuen Rostherde mit Farbe versorgt.
Hinter das aufgepunktete Schild habe ich mit einer kleinen Spritze und Nadel Farbe gespritzt, bis sie oben wieder raus lief:

Das hat überraschend gut funktioniert. Immer wichtig, nen kleines Fixer-Besteck im Haus zu haben! Nachher gabs natürlich noch rings um drei Schichten Farbe. Auf dem Bild erkennt ihr auch sehr schön, die Macken, die der TÜV-„Stempel“ hinterlassen hat. Nen Siegel ist da nicht zu erkennen…
Die Einschlagmacken an der Innenseite des Rahmens bekamen auch drei Lagen:

Ich hoffe mal, dass das die Korrosion etwas im Zaum halten wird.
Während ich so vor mich hinpinselte, fiel mir auf, dass sich das Auswucht-Gewicht des Vorderrads gelöst hat:

Kaum hatte ich anschließend den Reifen runter genommen, purzelte es mir auch schon entgegen. Dammt.
Naja, ich muss mit den Rädern ja eh nochmal zum Reifenhändler unseres Vertrauens. Hinten links wartet der schleichende Plattfuß auf Abhilfe. Dann ist das ein aufwasch.
Zum Glück sind es nur 10 Gramm. Damit war die Unwucht so minimal, dass ich trotzdem noch den letzten Tag des Kurzzeitkennzeichens nutzen konnte, um Sir Edward nach Osnabrück zu überführen.
Sobald ich ja die berichtigten Papiere habe, soll er hier zugelassen werden. Da fällt mir ein, dass ich noch ne Liste mit möglichen Wunschkennzeichen machen muss….
Die Überführungsfahrt war erfreulich unspektakulär. Stadverkehr gewinnt man so manchen Ampelsprint und auch Tempo 100 is lässig. 120 ist recht laut, aber auch erträglich. Doch zwei Dinge sind mir negativ aufgefallen:
1. Sir Edward ruckelt beim Gas geben. So als würde man die Kupplung dauernd treten und wieder loslassen. Im ersten Gang fühlt sich das wie ein bockender Esel an. Je höher der Gang und die Geschwindigkeit um so harmloser ist das Rucken. Bei Tempo 100 im 4. ist es nur noch spürbar, wenn man sich drauf konzentriert. Keine Ahnung, was das sein kann… Ich hoffe mal nicht, dass es Öl auf der Kupplung ist und die daher immer durchrutscht! Sir Edward hat ja vor dem Verkauf noch ne neue Kupplung bekommen. Nich dass die da geschlampt haben…
2. Wenn Sir Edward warm gelaufen ist und man ihn z.B. zum tanken aus macht, geht er nur noch ganz schwer wieder an. 10-15 mal den Anlasser betätigen ist keine Seltenheit. Egal welche Choke- und Gaspedalstellung. Auch da habe ich nicht so richtig ne Ahnung, was das sein könnte. Ich hab den Vergaser in Verdacht, aber auch dass ist nur nen grobes Gerate.
Naja, der Winter steht ja vor der Tür. Da kann ich ja vielleicht mal diesen beiden Sachen auf den Grund gehen.
Als ich Sir Edward in die Garage zu Lola geschoben habe, fiel mir auf, was für riesen Schiffe doch die Eier gewesen sind.
Sowohl in der Länge als auch in der Breite ist noch reichlich Platz:

Mal sehen, ob die Beiden sich da zusammen vertragen. Aber ich bin da sehr zuversichtlich. Hat ja mit Cobra 1 auch geklappt. Und das war immerhin nen Vierrad!
Stelle wo der Elefant das Wasser lässt V
Sorry, dass ich euch hab warten lassen.
Ok, das Rätsel war auch echt schwer.
Herr Steinkemper hat leider das Gutachten und auch den Prüfbericht auf eine falsche Fahrgestellnummer ausgestellt (ist ihm schon mal passiert). Er hat die „2“ einmal zu oft gedrückt.
Falsch:

Richtig:

Leider ist dadurch auch die letzte Stelle der richtigen FIN weggefallen.
Selbst wenn die Menschen auf der Zulassungsstelle das nicht bemerken würden, so würde Sir Edward das Problem doch sein Leben lang mit sich rum schleppen. Also versuche ich Herrn Steinkemper morgen wieder an die Strippe zu bekommen. Hoffentlich macht er das per Post! Ich hab keine Lust extra für zwei neue Zettel da nochmal vorbei zu juckeln.