Archiv der Kategorie: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Reliant National Rallye 2010 – Review II

Ja, am Arsch „morgen„…. man is arbeiten unangenehm! Wird Zeit das die beste Freundin von allen Staatsanwältin wird und ich die Füße hoch legen kann…..
Aber egal anderes Thema!

Am nächsten Morgen führte uns unser erster Weg in den Pavillon von Bigdaddy und Micromama. Ich hatte nämlich Tobias und mich für den „Reliant Breakfast Club“ angemeldet. Für ein Pfund (ca. 1,20€) pro Person und Tag gab es dort ein full english breakfast:

Tobias kniff ein wenig bei den in Fett zu Tode gekommenen Champignons. Ich fand es sogar überraschend lecker. Ist zumindest eine gute Grundlage nach versoffener Nacht und der Aussicht auf einem Tag ohne Mittagessen. Selbstverständlich gabs dazu Tee bis zum abwinken:

Nach diesem Start in den Tag schauten wir uns weiter die Fahrzeuge der inzwischen Eingetroffenen an.
Hier z.B. ein sehr schöner Reliant Regal Mk VI:

Süßes „Kapützchen“ hat der Kleine:

CHGperformance glänzte mit seinem Reliant Robin Commemorative Edition:


Wie man der Plakette im Innenraum entnehmen kann, handelt es sich bei dem wagen um Nr. 1 der letzten 50 Fahrzeuge, die in der „Two Gates Factory“, dem Stammsitz von Reliant in Tamworth produziert wurden. Ein echter Schatz also. Die letzten 50 Fahrzeuge hatten alle eine umfangreiche Sonderausstattung, wie Ledersitze, Alufelgen und Metallic-Lack. *Mjam*
Im laufe des Tages erschien auch Elvis Payne mit seinem Bruder Goeff. Mit im Gepäck hatten sie „Snoopy“ (den Nachfolger von „Ole Blue„),

New Blue

und natürlich Lucie:

Lucie soll der letzte überlebende Regal MK VI-Van sein.
Bezüglich des schäbbigen Äußeren kann ich euch beruhigen: Sie ist in exzellenter Verfassung. Eigentlich sollte sie lackiert werden und trug dafür schon ihre graue Grundierung, als eine Filmgesellschaft auf Elvis zu kam und fragte, ob sie Lucie als Requisite für einen Film haben dürften. Den Filmfritzen war das Grau aber zu sauber und so hat Elvis kurzerhand eine braune Sprühdose geschwungen. Verschwindet bei Zeiten und hübschem neuem Lack.
Am Chrom kann man auch gut den wahren Zustand erahnen:

Am Nachmittag wurde spontan an Bigdaddys Rialto noch das Ausrücklager der Kupplung gewechselt.
Dazu musste der Wagen natürlich aufgebockt werden. Hier die Reliant-Version eines Wagenhebers:

Das Lager machte so „Geräusche“ seit kurzem. Ließ sich auch nicht mehr gut schalten….
Links Neuteil, rechts abgenutztes Teil:

Ich sachs ja: Unglaublich, was die Kisten aushalten!
Is schon wahr das Schild:

Bei CHGperformance fand ich auch eine originale Nebelschlussleuchte mit interessanter Streuscheibe:

Muss ich doch mal gucken, ob ich das Teil nicht irgendwo zuordnen kann. Meine ist ja nicht mehr Original.
Für die Abendunterhaltung hatten Tobias und ich uns mit Greene King IPA – Dem Bier der englischen Rugby Nationalmannschaft eingedeckt:

Wir haben herzlich über den Text unter dem Logo gelacht. „easy to drink“…
Damit die Kultur nicht zu kurz kam gabs auch noch ein Abendprogramm seitens der Veranstalter. Es war……interessant….:

Am nächsten Morgen wurde uns beim Frühsück mitgeteilt, dass gestern Nacht beinah Dunkens Tandy-Camper (Wohnmobil auf Reliant Fox Basis) abgebrannt wäre:

Zu später Stunde wurde es Dunken etwas kühl in seinem Tandy und er machte eine Flammenreihe seines Herdes an. Wie es kommen musste, schlief er natürlich dabei ein… Durch die Hitze des Herdes weichte der 25 Jahre alte Kleber, der das Regal über dem Herd zusammen hielt auf und krachte auf die brennende Platte:

Dunken schaffte es noch die brennenden Teile aus dem Fenster zu werfen:

Allerdings warf er sie nicht weit genug, so dass sein Vorzelt ebenfalls Feuer fing:

Keine schöne Sache. Und dumm, wie er selbst am nächsten Tag zu gab. Aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können!
Sonntag war der Haupttag der Veranstaltung auf dem auch die Preise für die Fahrzeuge verliehen wurden.
Unter anderem gab es auch einen Geschicklichkeitsparcours für Autos:

Eine Reliant TW9 (Ant) tauchte auch auf:

Als die Fahrzeuge nachher so aufgereiht da standen fiel mir auf, wie sexy der Reliant Scimitar doch ist.
Sowohl als (seltener) GT:

Als (noch wesentlich seltenerer) GTC:


Oder als (Mainstream) GTE:


Mal sehen. Vielleicht findet so einer ja auch noch seinen Weg in meine Garage. Da drücke ich auch mal ein Auge zu bezüglich der Räderzahl…
Ebenfalls herzlich gelacht haben wir über das Bild auf unserer Chips-Packung:

Die Konstruktion als Leiterwagen mit einem Rad hinten finde selbst ich mehr als gewagt!
Ebenfalls für Erheiterung sorgte das Graffiti an einem der Gebäude:

Schön das auch englische Wichser nicht richtig schreiben können.
Ich bin dann mal auf nen Tor geklettert und hab mich an einem Panoramafoto vom Line-up versucht:

Die Fahrzeuge stehen nach Typ hintereinander aufgereiht. Also alle Rialtos hintereinander, alle Robin MK II hintereinander, etc.

Leider etwas wackelig, aber für den ersten Versuch ganz passabel.
Bei der Preisverleihung gab es zwar keinen Preis für die weiteste Anreise (wie ich eigentlich gehofft hatte), aber dafür den viel schöneren Pokal für den schönsten Reliant Rialto:

Da strahlen wir beide um die Wette.
Ist nen Wanderpokal. Muss ich also 2011 wohl wieder hin und ihn zurück bringen. Dann vielleicht mit dem Bug. Obwohl der mit nem Schlafsack schon voll sein dürfte…

Alles in allem war es ein schönes Wochenende! Es war toll, die Gesichter hinter den Forumsnamen kennen zu lernen und endlich mal andere Reliants begucken zu können. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und niemand hatte Berührungsängste mit den „germans“. Eine sehr entspannte Atmosphäre die man sicherlich bei so mancher deutschen Oldie-Veranstaltung vermissen dürfte. So komme ich gerne im nächsten Jahr wieder!

Reliant National Rallye 2010 – Review I

Letztes Wochenende waren Tobias und ich ja zur Reliant National Rallye in Stoke Prior, Worcestershire, Vereinigtes Königreich.
Sir Edward ist die 2000 km treu gelaufen. Auf der Hinfahrt hat er lediglich die Mitarbeit verweigert, wenn er warm war und man den Motor starten wollte (Zum Glück ist er so leicht, dass man ihn einigermaßen leicht anschieben kann).
Nachdem wir die ganze Nacht durchgefahren waren schliefen wir im Morgengrauen zwei Stunden auf einem Parkplatz:

Unterwegs zeigte sich uns, dass auch in England der demographische Wandel mit aller Härte zu schlägt:

Kaum weniger groggy kamen wir etwas später auf dem Campingplatz an.
Wir wussten erst nicht genau, ob wir wirklich richtig waren, da wir keine anderen Reliants sahen. In der hinteren Ecke trafen wir aber dann Wilfried mit seinem 1952er Reliant Regent:


Wir nutzten die Zeit, aßen ein paar kalte Frikadellen und schliefen etwas im neuen Rallye-Zelt:

Als wir wieder erwachten, hatte sich der Platz um uns herum schon etwas mehr gefüllt und ich traf weitere Bekannte aus dem R3W-Forum:

Der Robin LX von NottheStig glänzte durch liebevolle Aufkleber:

Daniel erfreute mich mit seinem Ordner voller original Prospekte. Unter anderem hatte er auch eine Rialto-Preisliste von 1982:

Das gibt mir ja schon mal eine nähere Idee, wie teurer Sir Edward damals neu war. Meine eigene Liste ist ja nur von 1988.
Viele der anwesenden Rialtos und Robins neueren Baujahres waren im täglichen Einsatz und leider in relativ schlechtem Zustand:

Allerdings war es beeindruckend zu sehen, in welchem Zustand ein Reliant noch läuft:

Die Verkabelung ist allerliebst! Schaut alleine mal auf die Batteriekontakte…. das nackte Grauen!
Es diente alles dazu diesen Innenraum zu befeuern:

Keine Ahnung, wozu man 6 12V-Steckdosen benötigt. Vielleicht um zu Weihnachten als eingelaufener Coca-Cola-Truck aufzutreten?
Der Innenraum war aber aus einem anderen Grund sehr interessant. Einer der Vorbesitzer hatte den Robin nämlich mit modernen Sitzen ausgestattet:

Das machen zwar viele, aber das besondere war, dass diese Sitze nicht die Kartentaschen kosteten (wie das sonst der Fall ist):

Leider wusste er nicht, aus welchem Fahrzeug die Sitze stammten. Wäre ja interessant gewesen. Allerdings war der Fußraum für die rückwärtigen Passagiere nur noch was für Heidis Hunger-Stelzen.
Übel sah auch der Reliant Rebel von Simon aus:
Reliant National Rallye 2010 086
Es soll der einzige überlebende Rebel in der Lieferwagenversion sein:

Ein schönes Detail waren die Dichtungen der Seitenfenster:


Macht irgendwie den Eindruck, als hätte er das gute Stück erst vor kurzem von der Andrea Doria geborgen.
So ähnlich war es auch. Er hat den Wagen vor vier Monaten in einem Garten gefunden. Unter anderem war der Motor fest. Er hat ihn dann drei Monate lang mit Öl gefüllt gelassen und nun läuft er wieder:

Er ist knapp 300 Kilometer auf eigener Achse angereist.
Wie gesagt: Erstaunlich, was die kleinen Kisten wegstecken können.
An Madblokeys Reliant Kitten konnte man schön sehen, wie gemütlich die Arbeit am 850er-Motor auch sein kann:

Traumhafte Platzverhältnisse.
Abends gab es einen herrlichen Sonnenuntergang:

Dunken spendierte zu späterer Stunde einen Sack mit Teelichtern, aus dem wir verschiedenen Silhouetten bastelten:


Sehr romantisch 🙂

Teil zwei gibts (voraussichtlich) morgen… stay tuned

Flach legen

Um mehr Stauraum für unseren Englandausflug zu schaffen, habe ich zum ersten mal die Rücksitzlehne von Sir Edward umgelegt.
Das das problematisch würde, habe ich schon lange gewusst:

Keine Ahnung, was sich Reliant damals gedacht hat, als sie diese Radio-Boxen-Kombination ihren Kunden verkauft hat.
Spätere Modelle haben auch flachere Boxen(-Abdeckungen) an anderer Stelle:

Ich hab dann kurzerhand die Boxen ausgebaut:

Das ermöglicht einem auch mal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Durch die Löcher kann man in den Raum zwischen Außenhülle und Innenraum gucken.
Hier der Blick von der Fahrerseite nach hinten. über das Radhaus (in der Ferne sieht man den Benzineinflüllstutzen):

Beim Blick nach vorne sieht man den „Überrollbügel“ aus Metall und die Verstärkungsplatte der Türfalle:

Da muss wohl mal ne Runde Rostschutz rein.
Blickt man nach unten, sieht man die Überreste eines Untermieters mit Vorliebe für Eicheln:

Leider war auch ohne Abdeckungen nicht genug Platz zwischen Boxen und Lehne um sie um zu legen:

Da muss ich mir also für die Zukunft was einfallen lassen. Eventuell mache ich die alten Löcher zu, mache neues Kunstleder drüber und baue die Boxen ein Stück weiter hinten unter original Abdeckungen ein. Muss ich mal in England Maß nehmen.
Ich hab die Boxen dann mit umgelegter Lehne wieder eingebaut. Ist jetzt echt erstaunlich geräumig, der Kleine:

Wir brauchen Druck! Druck! Druck!

Nach dem Reinfall mit dem ersten Kompressionstester, haben wir jetzt ne Ecke mehr investiert und was anständiges gekauft.
Erstes Testobjekt war Sir Edward. Für das ewige Ruckeln kam ja ein eventuell verbranntes Ventil in Frage. Dementsprechend gabs jetzt nen zweiten Anlauf.
Der neue Tester hat schön lange Adapterstücke mit nem anständigen Sechskant und Gummidichtringen. Kann man spitzenmäßig einschrauben:

Ich hab den Wagen mit kaltem Motor und voll durchgetretenem Gaspedal getestet.
Zylinder 1:

Zylinder 2:

Zylinder 3:

Zylinder 4:

Das macht zusammengefasst:
Zylinder 1: 160 psi (11.03 bar)
Zylinder 2: 167 psi (11.51 bar)
Zylinder 3: 165 psi (11.3 bar)
Zylinder 4: 188 psi (12.96 bar)

Interessant ist, dass Zylinder 4 so aus der Reihe tanzt. Allerdings ist das laut Forum im Toleranzbereich für yellow Top-Motoren. Im Neuzustand sollen diese hoch verdichteten Motoren annähernd 200 psi abgeliefert haben.
Keiner der Werte ist so schlecht, dass ein Defekt vorliegen könnte. Das beruhigt mich sehr. Hab mich ja schon den Motor zerlegen sehen….

Bei der Gelegenheit habe ich auch mal ein Foto von den Zündkerzen gemacht, nachdem ich nun einige Zeit mit 30 „Flanken“ der Gemischschraube fahre:

Die Kerze von Zylinder 4 ist die links außen.
Laut Forum ist es normal, das Zylinder 4 zu fett läuft.
Mit 30 Flanken ist das ruckeln nun weg. Das werde ich jetzt erstmal so lassen und austesten. Nachdem wir aus England zurück sind, werde ich wohl mal bei einer Werkstatt vorbei fahren und nen CO-Tester anschließen lassen. So richtig geheuer ist mir das immer noch nicht…

Reliant National Rallye 2010

Am Donnerstag machen Tobias und ich uns auf den Weg nach Bromsgrove, Worcestershire B60 4AL, Vereinigtes Königreich. Dort findet nämlich die diesjährige Reliant National Rallye statt. Auf dem Gelände des Stoke Prior Sports & Country Club erwartet uns eine bunte Veranstaltung mit:

  • Konvoi zum lokalen Motorradmuseum
  • Kinderdisko
  • Reliant-Geschicklichkeitsspiel (manoeuvrability)
  • Reliant-Tauziehen
  • Sandwich-Wettbewerb
  • Fancy dress-Wettbewerb (Verkleiden als 75-jährige [Reliant wird 75])
  • ROC Talent- und Pantomime-Wettbewerb
  • Bingo (£75 top Gewinn)
  • Tombola (£70 an Preisen)
  • Main National Tombola (£300, £200, £100, £50, und 5 x £10 als Preise)
  • Bonus Ball
  • Hufeisen werfen
  • Fahrzeugbewertung in vielen Kategorien

Ein allerliebst englisches Programm! Leider kommen wir zu spät für den Karaoke-Abend. Aber ich hab für Tobias noch ne schöne Überraschung. Mal hoffen, dass es klappt.
Das Wetter soll übrigens auch englisch werden… Egal. Ich hab nach dem Reinfall von Osterode direkt ein neues Rallye-Zelt gekauft, dass wir bei der Gelegenheit testen wollen und ansonsten nehmen wir Gummistiefel mit.
Ich hab einige Ersatzteile bestellt, die ich bei der Gelegenheit einsacken will. Spart das Porto (irgendwie muss man das Wochenende ja rechtfertigen)!
Natürlich fahren wir mit Sir Edward! Mal hoffen, dass er die 2000 km durch hält:

Größere Kartenansicht
Die AvD-Karte hab ich auf jeden Fall im Gepäck.
Soll ich wem nen Reliant mitbringen? Stehen sicherlich einige zum Verkauf.