Kategoriearchiv: Reliant Rialto

Hier geht es um meinen 1984er Reliant Rialto 2 GLS Estate. Mein erstes richtiges Auto.

Großraumkombi

Meine Familie hat mich für unseren Lagerkeller zuhause ein Roll-Regal bei eBay ersteigern lassen. So kann man da Ersatzteile lagern und bei Bedarf das ganze Ding zur Seite schieben. Guter Plan. War auch nen Schnapper. Leider hatte das Regal folgende Maße: hoch 185 cm, breit 77,5 cm, tief 40 cm.
Na, welches meiner Fahrzeuge hat als einziges ähnliche Ausmaße? Richtig! Sir Edward:
P6240025
„Einmal Auto voller Regal bitte.“
Und nur damit es nicht heißt: „Ach nach vorne war doch noch reichlich Platz….“:
P6240024
Zum Lenkrad hin war vielleicht noch 2 cm Platz.
Ach ja und sitzen und fahren musste da auch noch jemand….
War…“interessant“…. ich saß seitwärts auf dem Sitz, einen Arm so weit es geht aus dem Fenster gewinkelt um das Lenkrad halten zu können, der andere Arm griff von oben durch das Regal um den Schaltknüppel zu bedienen. Gut das keine Polizei zu sehen war. Ich war froh, als ich die 4 km durch die Stadt hinter mir hatte!
Wie wir das Regal nach hause in die Werkstatt bekommen, sollen die anderen Beiden sich überlegen. Ich bin bedient!

Kampf gegen Windmühlen

Als ich Sir Edward den neuen Simmerring verpasst habe, hab ich die Chance genutzt und eine im R3W-Forum empfohlene Modifikation der Lüfterflügel durchgeführt.
Die original Flügel sind ganz gruselig unaerodynamisch:
P6050026
Um die Form ein wenig zu verbessern, misst man an der oberen Ecke 1/4 inch ab und lässt die Linie zur Basis des Flügels hin auslaufen. Um die Ecke abzurunden misst man 1/2 inch auf 1/4 inch ab (lässt sich kacke beschreiben). Nachher soll das so aussehen:
P6060059
Die inneren Ecken des Flügels werden natürlich auch noch abgerundet (1/4 x 1/4 inch).
Der Dremel schneidet ganz annehmbar durch das Plastik:
P6060060
Schmirgelpapier flacht dann noch die Kanten ab und rundet die Ecken.
Das ist dann das Letzte, was Skippy das Buschkänguru sieht:
P6060061
Durch diese Modifikation verbessert sich zwar nicht die Kühlung, aber sie verschlechtert sich auch nicht. Was sich allerdings verbessert ist die Geräuschkulisse! Das Rauschen des Lüfters wird wesentlich weniger. Außerdem nimmt der Motor merkbar lebendiger Gas an. Ich bin bisher sehr zufrieden.
Bei einem deutschen Fabrikat wäre solch eine Modifikation natürlich undenkbar, da durch solch grobschlächtiges absäbeln der Lüfter aus der Balance kommt. Allerdings darf bezweifelt werden, ob Reliant jemals die Lüfter ausbalanciert hat. Genauso zweifelhaft ist, ob die Lüfterräder wirklich zentral auf der Wasserpumpe sitzen. Unwucht ist da sicherlich ab Werk inklu. Dementsprechend schmerzbefreit bin ich da auch zu Werke gegangen.
Jetzt dreht das Dingen fröhlich wie seine großen Brüder:

Schneller als BP

… hab ich das ungefähr gleich große Ölleck an Sir Edward beseitigt. Leider aber mit ähnlichem Aufwand. Doch von Anfang an:
Auf der Rückfahrt aus England fiel mir bei einem technischen Check auf, dass Sir Edward aus dem vorderen Kurbelwellen-Simmerring fies Öl verlor. Hier trat es aus:
Reliant Rialto 2 oil dripping
Bei höheren Drehzahlen ging es noch, aber im Leerlauf war es ein steter Tropfen-Strom. Das musste natürlich schnellstmöglich behoben werden. Nicht das dadurch noch Austernbänke im Mississippidelta sterben!
Also letztes Wochenende Öl abgelassen. Sollte jemand von euch mal diese Arbeit bei seinem Reliant ausführen müssen, so denkt dran, die Kühlermatrix mit irgendwas ab zu decken. Es passiert sehr schnell, dass man bei der Operation ab rutscht und die feinen Kühlrippen zerstört. Der Ärger ist unnötig. Eine Kunststoffplatte oder ein dünnes Pressholzbrett sind Pflicht:
P6050004
Um die Riemenscheibe vom Kurbelwellenstumpf ab zu bekommen, muss die Zentralmutter runter. Dabei gibts verschiedene Probleme. Durch die beengten Platzverhältnisse kann man dort nicht anständig mit ner Ratsche hantieren und hat dementsprechend Probleme ausreichend Kraft auszuüben, um die traditionell bombenfest sitzende Schraube los zu bekommen. Schafft man es nun, ausreichend Kraft auf die Mutter zu bringen, dreht man einfach nur den Motor mit. Also muss die Riemenscheibe ebenfalls irgendwie gehalten werden. Alles sehr tricky. Es gibt die Empfehlung die Scheibe mit einem Schraubenzieher oder Holzstück gegen den Motor zu blockieren. Das war mir aber viel zu heikel. Das weiche Alu ist nicht gerade für Stabilität berühmt. Und die Riemenscheibe oder sogar den Kurbelwellenstumpf bei solch einer Aktion zu beschädigen, ist ebenfalls keine tolle Aussicht.
Abhilfe schaffte bei mir ein Band-Ölfilterschlüssel:
P6050008
Als Ratschenersatz diente ein Knebel mit Verlängerung. Da aber immer noch kein Platz war, um genug Kraft auf den Knebel zu bekommen, haben wir ein Gurtband drum geschlungen und daran gezogen. Mit vereinten Kräften haben wir sie los bekommen.
Danach musste die konische Riemenscheibe von ihrem Sitz. Hier helfen gezielte Schläge mit Hammer und Holz:
P6050009
Kurze Zeit später ist die Scheibe in der Hand. Man beachte die Nut:
P6050010
Ist wichtig für den Zusammenbau!
Nun kommt der Moment, wo der Elefant das Wasser lässt. An dieser Stelle entscheidet sich, ob man die Reparatur in 1-2 Stunden erledigt bekommt, oder ob es, wie bei mir, zwei Tage dauert….
Als sehr nützliches Werkzeug hat sich ein kleiner Spiegel an einem dünnen Arm erwiesen. Gibts im Autozubehör oder vom Zahnarzt.
Mit solch einem Spiegel begutachtet man den nun sichtbaren alten Simmerring:
P6050013
Sieht er so gummiartig wie das Ersatzteil aus, ist es ne einfache Kiste und man kann entspannt durch atmen:
P6050015
Einfach mit dem Schraubenzieher raus porkeln oder eine Spax-Schraube rein drehen.
Sieht es allerdings so wie bei Sir Edward aus:
P6050016
hat man noch den original, in Metall gefassten, Ring und sollte jetzt erstmal ne Pause machen und nen Kakao trinken.
Wenn man unbedingt will, kann man noch versuchen mit einem Schraubenzieher ein wenig dranne rum zu hebeln:
P6050019
Allerdings ändert das höchstwahrscheinlich nix. Man macht höchstens den Simmerring-Sitz kaputt oder bekommt ein paar Schürfwunden. Aber raus bekommt man ihn so nicht.
Man muss den Metall-Simmerring aus der Abdeckung der Steuerkette auspressen. Anders bekommt man ihn nicht raus. Um jedoch die Abdeckung ab zu bekommen, muss man den halben Motor auseinander bauen. Warum das so ist? Na wartet ab….
Irgend so ein Vollpfosten in der Konstruktionsabteilung von Reliant hat damals nicht nachgedacht, als sie die Größe der Riemenscheibe der Wasserpumpe ausgebrütet haben. Eine der Schrauben, welche die Steuerkettenabdeckung hält stößt nämlich beim raus schrauben gegen selbige:
P6050021
Alle anderen Schrauben der Abdeckung gehen super raus. Nur diese eine nicht. Ich kann nicht oft genug betonen, wie dämlich das ist!
Ganz großes Konstruktions-Tennis das Reliant da abgeliefert hat!
Die Riemenscheibe der Wasserpumpe ist natürlich fest mit deren Lager verpresst, so dass man die ganze Pumpe abbauen muss (und dementsprechend das frische Kühlwasser ablassen muss). Um die Wasserpumpe abbauen zu können, muss der Ventilator ab. Um den Ventilator ab zu bekommen muss (ohne einen später noch erklärten Spezialtrick) der Kühler raus…..
Ihr erkennt, warum ich so sauer bin?
Half aber nix. Also hab ich auch erstmal die beiden letzten, verrosteten Bolzen der Haltewinkel des Kühlers abgerissen:
P6050023
Natürlich nachher wieder aussägen und ersetzen. Das Kühlwasser hatte ich schon so gut es ging vorher abgelassen.
Danach kam der Kühler raus:
P6050024
Da ich ihn eh schon raus hatte, hab ich ihn nochmal gründlich durch gespült:
P6050025
Das gab mir auch die Gelegenheit, seinen Halterahmen mal näher zu untersuchen:
P6060039
Der hats bald hinter sich. Sind schon Rostlöcher drin und teilweise ist er dünn wie Papier. Mal sehen, wie ich das dann löse.
Danach konnte der Ventilator ab:
P6050026

Man beachte die gruselig unaerodynamische Form!
Auch dazu in einem späteren Artikel mehr.
Hat man alle Muttern von der Wasserpumpe abgeschraubt, kommt die nächste Mutprobe.
Die Pumpen sind durch die Hitze des Motors so mit ihren Dichtungen verpappt, dass man sie kaum ab bekommt. Erst sehr kräftige Schläge mit Holzstück und schwerem Hammer auf den längsten Rohranschluss der Pumpe, sowie Schläge rings um auf ihr Gehäuse lösen sie:
P6050028
Achtung, sobald sich die Pumpe löst, ergießt sich der Rest des Kühlwassers auf den Boden. Eimer/Aufnehmer bereit halten.
Allerdings sind die Gehäuse der Pumpen so fragil, dass sie regelmäßig bei dieser Behandlung zerbrechen! Sir Edwards hat es glücklicherweise überlebt:
P6050030
Keine Ahnung, was das „B4“ auf der Oberseite zu bedeuten hat:
P6050031
Hier übrigens der Blick in den Motor:
P6050035
Links sieht man schön die nasse Laufbuchse von Zylinder 1.
Hat man die Pumpe raus kann man nun endlich versuchen die Abdeckung der Steuerkette zu entfernen. Diese saß bei mir ebenfalls dermaßen fest, dass ich nachher nur noch drauf gedroschen habe in dem Wissen „entweder sie zerbröselt gleich oder löst sich“. Zum Glück tat sie letzteres und gab den Blick auf die Steuerkette frei:
P6060041
Nachdem der Deckel nun seinen Widerstand aufgegeben hatte, haben wir ihn in unsere Eigenbau-Presse verfrachtet:
P6060044
Erwartungsgemäß saß der Ring ziemlich fest und wäre mit dem Schraubenzieher nicht raus zu bekommen gewesen. Die Presse machte aber kurzen Prozess:
P6060046
Interessanterweise fanden sich im Sitz des Simmerrings kleine Löcher:
P6060047
Die habe ich sicherheitshalber mit Hylomar gefüllt. Mal sehen, ob sich das irgendwie als Undichtigkeit auswirkt.
Hier nochmal der alte ausgepresste Ring in der Detailansicht:
P6060048
Von einer glatten Dichtlippe ist da nicht mehr viel zu sehen.
Wenn man eh den Deckel der Steuerkette runter hat, sollte man in einem Aufwasch auch den Kettenspanner, welcher dort drin sitzt erneuern. Ich hab es nicht getan, weil ich nicht mit diesem Aufwand gerechnet hatte und daher auch kein Ersatzteil zur Hand hatte. Außerdem sah der Alte noch gut aus:
P6060049

Als sicheres Verschleißindiz, dient das Gummipolster auf der Feder. Wenn die Kette dies schon sichtbar weggearbeitet hat, ist es Zeit für einen neuen Spanner.
Eine fiese Arbeit vor dem erneuten Zusammenbau ist es, die angebrannten Reste der Dichtung der Wasserpumpe und des Steuerkettendeckels zu entfernen. Einweichen in WD40 hilft hier viel (Danke für den Tipp!). An den ausgebauten Teilen geht das noch, aber am Motor ist es echte Plackerei. Da die abgeschabten Krümel die Tendenz haben, in die Steuerkette bzw. den Motor zu rieseln empfiehlt es sich, beides mit Lappen gut zu verpacken und die Krümel nachher sehr sorgfältig zu entfernen. Sowas will man weder im Öl- noch im Kühlwasserkreislauf haben!
P6060051
Mit neuem Simmerring und hübsch poliert war die Abdeckung nun bereit für den erneuten Einbau:
P6060053
Um ein erneutes Festbrennen zu verhindern, habe ich die neue Dichtung beidseitig dünn mit Hylomar eingestrichen. Die Abdeckung sollte man, von vorne gesehen, von unten links über die Kette stülpen, so dass man fühlen kann, wie der Kettenspanner greift. Ebenfalls darf man sie beim Einbau übrigens nicht fest anziehen. Nur aufsetzen und die Schrauben so einschrauben, dass sie sich selbst hält:
P6060055
Das ist wichtig, da man erst über den konischen Sitz der Riemenscheibe den Deckel samt Simmerring zentrieren muss. Ansonsten kann es sein, dass der neue Ring direkt wieder undicht wird.
Also lose anschrauben und dann Riemenscheibe aufstecken.
Da man in dem engen Motorraum den Halbmond auf dem Kurbelwelenstumpf nicht sehen kann, empfiehlt es sich, ihn mit einem Filzstift zu markieren:
P6060057
So kann man mit Hilfe des Spiegels die Nut der Scheibe richtig positionieren und muss nicht ne halbe Stunde lang fummeln.
Danach wirft man alles wieder zusammen und erfreut sich seines nun (hoffentlich) öldichten Motors:
P6060062 (Bearbeitet)
Abschließend möchte ich nochmal ins Gedächtnis rufen, was für eine dämliche Konstruktion das ist! Danke.

P.S.: Im Nachhinein habe ich noch einen Trick erfahren, wie man den Ventilator ab bekommt, ohne den Kühler aus zu bauen. dazu braucht man eine auf dessen Bolzen passende 1/4″-Nuss und einen alten Inbusschlüssel. Den Schlüssel feilt man so ab, dass er in den Vierkant der Nuss passt. Mit dieser schlanken Konstruktion kann man die Bolzen auch so raus fummeln. es befreit einen aber immer noch nicht von der Notwendigkeit, die Pumpe aus zu bauen.

Reliant National Rallye 2010 – Review II

Ja, am Arsch „morgen„…. man is arbeiten unangenehm! Wird Zeit das die beste Freundin von allen Staatsanwältin wird und ich die Füße hoch legen kann…..
Aber egal anderes Thema!

Am nächsten Morgen führte uns unser erster Weg in den Pavillon von Bigdaddy und Micromama. Ich hatte nämlich Tobias und mich für den „Reliant Breakfast Club“ angemeldet. Für ein Pfund (ca. 1,20€) pro Person und Tag gab es dort ein full english breakfast:

Tobias kniff ein wenig bei den in Fett zu Tode gekommenen Champignons. Ich fand es sogar überraschend lecker. Ist zumindest eine gute Grundlage nach versoffener Nacht und der Aussicht auf einem Tag ohne Mittagessen. Selbstverständlich gabs dazu Tee bis zum abwinken:

Nach diesem Start in den Tag schauten wir uns weiter die Fahrzeuge der inzwischen Eingetroffenen an.
Hier z.B. ein sehr schöner Reliant Regal Mk VI:

Süßes „Kapützchen“ hat der Kleine:

CHGperformance glänzte mit seinem Reliant Robin Commemorative Edition:


Wie man der Plakette im Innenraum entnehmen kann, handelt es sich bei dem wagen um Nr. 1 der letzten 50 Fahrzeuge, die in der „Two Gates Factory“, dem Stammsitz von Reliant in Tamworth produziert wurden. Ein echter Schatz also. Die letzten 50 Fahrzeuge hatten alle eine umfangreiche Sonderausstattung, wie Ledersitze, Alufelgen und Metallic-Lack. *Mjam*
Im laufe des Tages erschien auch Elvis Payne mit seinem Bruder Goeff. Mit im Gepäck hatten sie „Snoopy“ (den Nachfolger von „Ole Blue„),

„New Blue“

und natürlich Lucie:

Lucie soll der letzte überlebende Regal MK VI-Van sein.
Bezüglich des schäbbigen Äußeren kann ich euch beruhigen: Sie ist in exzellenter Verfassung. Eigentlich sollte sie lackiert werden und trug dafür schon ihre graue Grundierung, als eine Filmgesellschaft auf Elvis zu kam und fragte, ob sie Lucie als Requisite für einen Film haben dürften. Den Filmfritzen war das Grau aber zu sauber und so hat Elvis kurzerhand eine braune Sprühdose geschwungen. Verschwindet bei Zeiten und hübschem neuem Lack.
Am Chrom kann man auch gut den wahren Zustand erahnen:

Am Nachmittag wurde spontan an Bigdaddys Rialto noch das Ausrücklager der Kupplung gewechselt.
Dazu musste der Wagen natürlich aufgebockt werden. Hier die Reliant-Version eines Wagenhebers:

Das Lager machte so „Geräusche“ seit kurzem. Ließ sich auch nicht mehr gut schalten….
Links Neuteil, rechts abgenutztes Teil:

Ich sachs ja: Unglaublich, was die Kisten aushalten!
Is schon wahr das Schild:

Bei CHGperformance fand ich auch eine originale Nebelschlussleuchte mit interessanter Streuscheibe:

Muss ich doch mal gucken, ob ich das Teil nicht irgendwo zuordnen kann. Meine ist ja nicht mehr Original.
Für die Abendunterhaltung hatten Tobias und ich uns mit Greene King IPA – Dem Bier der englischen Rugby Nationalmannschaft eingedeckt:

Wir haben herzlich über den Text unter dem Logo gelacht. „easy to drink“…
Damit die Kultur nicht zu kurz kam gabs auch noch ein Abendprogramm seitens der Veranstalter. Es war……interessant….:

Am nächsten Morgen wurde uns beim Frühsück mitgeteilt, dass gestern Nacht beinah Dunkens Tandy-Camper (Wohnmobil auf Reliant Fox Basis) abgebrannt wäre:

Zu später Stunde wurde es Dunken etwas kühl in seinem Tandy und er machte eine Flammenreihe seines Herdes an. Wie es kommen musste, schlief er natürlich dabei ein… Durch die Hitze des Herdes weichte der 25 Jahre alte Kleber, der das Regal über dem Herd zusammen hielt auf und krachte auf die brennende Platte:

Dunken schaffte es noch die brennenden Teile aus dem Fenster zu werfen:

Allerdings warf er sie nicht weit genug, so dass sein Vorzelt ebenfalls Feuer fing:

Keine schöne Sache. Und dumm, wie er selbst am nächsten Tag zu gab. Aber es hätte wesentlich schlimmer kommen können!
Sonntag war der Haupttag der Veranstaltung auf dem auch die Preise für die Fahrzeuge verliehen wurden.
Unter anderem gab es auch einen Geschicklichkeitsparcours für Autos:

Eine Reliant TW9 (Ant) tauchte auch auf:

Als die Fahrzeuge nachher so aufgereiht da standen fiel mir auf, wie sexy der Reliant Scimitar doch ist.
Sowohl als (seltener) GT:

Als (noch wesentlich seltenerer) GTC:


Oder als (Mainstream) GTE:


Mal sehen. Vielleicht findet so einer ja auch noch seinen Weg in meine Garage. Da drücke ich auch mal ein Auge zu bezüglich der Räderzahl…
Ebenfalls herzlich gelacht haben wir über das Bild auf unserer Chips-Packung:

Die Konstruktion als Leiterwagen mit einem Rad hinten finde selbst ich mehr als gewagt!
Ebenfalls für Erheiterung sorgte das Graffiti an einem der Gebäude:

Schön das auch englische Wichser nicht richtig schreiben können.
Ich bin dann mal auf nen Tor geklettert und hab mich an einem Panoramafoto vom Line-up versucht:

Die Fahrzeuge stehen nach Typ hintereinander aufgereiht. Also alle Rialtos hintereinander, alle Robin MK II hintereinander, etc.

Leider etwas wackelig, aber für den ersten Versuch ganz passabel.
Bei der Preisverleihung gab es zwar keinen Preis für die weiteste Anreise (wie ich eigentlich gehofft hatte), aber dafür den viel schöneren Pokal für den schönsten Reliant Rialto:

Da strahlen wir beide um die Wette.
Ist nen Wanderpokal. Muss ich also 2011 wohl wieder hin und ihn zurück bringen. Dann vielleicht mit dem Bug. Obwohl der mit nem Schlafsack schon voll sein dürfte…

Alles in allem war es ein schönes Wochenende! Es war toll, die Gesichter hinter den Forumsnamen kennen zu lernen und endlich mal andere Reliants begucken zu können. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und niemand hatte Berührungsängste mit den „germans“. Eine sehr entspannte Atmosphäre die man sicherlich bei so mancher deutschen Oldie-Veranstaltung vermissen dürfte. So komme ich gerne im nächsten Jahr wieder!

Reliant National Rallye 2010 – Review I

Letztes Wochenende waren Tobias und ich ja zur Reliant National Rallye in Stoke Prior, Worcestershire, Vereinigtes Königreich.
Sir Edward ist die 2000 km treu gelaufen. Auf der Hinfahrt hat er lediglich die Mitarbeit verweigert, wenn er warm war und man den Motor starten wollte (Zum Glück ist er so leicht, dass man ihn einigermaßen leicht anschieben kann).
Nachdem wir die ganze Nacht durchgefahren waren schliefen wir im Morgengrauen zwei Stunden auf einem Parkplatz:

Unterwegs zeigte sich uns, dass auch in England der demographische Wandel mit aller Härte zu schlägt:

Kaum weniger groggy kamen wir etwas später auf dem Campingplatz an.
Wir wussten erst nicht genau, ob wir wirklich richtig waren, da wir keine anderen Reliants sahen. In der hinteren Ecke trafen wir aber dann Wilfried mit seinem 1952er Reliant Regent:


Wir nutzten die Zeit, aßen ein paar kalte Frikadellen und schliefen etwas im neuen Rallye-Zelt:

Als wir wieder erwachten, hatte sich der Platz um uns herum schon etwas mehr gefüllt und ich traf weitere Bekannte aus dem R3W-Forum:

Der Robin LX von NottheStig glänzte durch liebevolle Aufkleber:

Daniel erfreute mich mit seinem Ordner voller original Prospekte. Unter anderem hatte er auch eine Rialto-Preisliste von 1982:

Das gibt mir ja schon mal eine nähere Idee, wie teurer Sir Edward damals neu war. Meine eigene Liste ist ja nur von 1988.
Viele der anwesenden Rialtos und Robins neueren Baujahres waren im täglichen Einsatz und leider in relativ schlechtem Zustand:

Allerdings war es beeindruckend zu sehen, in welchem Zustand ein Reliant noch läuft:

Die Verkabelung ist allerliebst! Schaut alleine mal auf die Batteriekontakte…. das nackte Grauen!
Es diente alles dazu diesen Innenraum zu befeuern:

Keine Ahnung, wozu man 6 12V-Steckdosen benötigt. Vielleicht um zu Weihnachten als eingelaufener Coca-Cola-Truck aufzutreten?
Der Innenraum war aber aus einem anderen Grund sehr interessant. Einer der Vorbesitzer hatte den Robin nämlich mit modernen Sitzen ausgestattet:

Das machen zwar viele, aber das besondere war, dass diese Sitze nicht die Kartentaschen kosteten (wie das sonst der Fall ist):

Leider wusste er nicht, aus welchem Fahrzeug die Sitze stammten. Wäre ja interessant gewesen. Allerdings war der Fußraum für die rückwärtigen Passagiere nur noch was für Heidis Hunger-Stelzen.
Übel sah auch der Reliant Rebel von Simon aus:
Reliant National Rallye 2010 086
Es soll der einzige überlebende Rebel in der Lieferwagenversion sein:

Ein schönes Detail waren die Dichtungen der Seitenfenster:


Macht irgendwie den Eindruck, als hätte er das gute Stück erst vor kurzem von der Andrea Doria geborgen.
So ähnlich war es auch. Er hat den Wagen vor vier Monaten in einem Garten gefunden. Unter anderem war der Motor fest. Er hat ihn dann drei Monate lang mit Öl gefüllt gelassen und nun läuft er wieder:

Er ist knapp 300 Kilometer auf eigener Achse angereist.
Wie gesagt: Erstaunlich, was die kleinen Kisten wegstecken können.
An Madblokeys Reliant Kitten konnte man schön sehen, wie gemütlich die Arbeit am 850er-Motor auch sein kann:

Traumhafte Platzverhältnisse.
Abends gab es einen herrlichen Sonnenuntergang:

Dunken spendierte zu späterer Stunde einen Sack mit Teelichtern, aus dem wir verschiedenen Silhouetten bastelten:


Sehr romantisch 🙂

Teil zwei gibts (voraussichtlich) morgen… stay tuned