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Ön/Öff, drauf drüggn! II

Wie schon kurz angedeutet, habe ich in der letzten Woche Sir Edward elektrotechnisch etwas geupdated.
Zum einen habe ich die besagte Relaissteuerung für die Lichter verbaut.
Das Relais selbst hat nen schönen Platz im Motorraum gefunden:
Scheinwerferrelais im Motorraum
Befestigt habe ich es mit extra festem doppelseitigem Klebeband für den Außenbereich von Tesa. Es soll wasserfest und hitzebeständig bis 90°C sein. Mal sehen, ob es auch im Motorraum seinen Dienst anständig verrichtet. Die Klebekraft ist bisher beeindruckend.
Zum Glück konnte ich alle Kabel des Relais an schon vorhandenen Steckplätzen integrieren. So lässt es sich jederzeit wieder rückstandsfrei entfernen.
Durch den Spiralschlauch (welchen ich auch schon für Lolas Kabelbaum verwendet habe) konnte ich die Kabel auch schön bündeln und relativ unauffällig verlegen. In der unteren „Schlaufe“ des Spiralschlauchs laufen nun auch die beiden Kabel der 123ignition.
In den Innenraum mussten nur das gelbe und das blaue Kabel verlegt werden, damit ich sie an der Rückseite des Lichtschalters anbringen konnte.
Das gestaltete sich aber schwieriger als erwartet, da die Durchführung, welche den original Kabelbaum aufnimmt schon proppe voll ist:
Kabeldurchführung Motorraum - Innenraum
Ich musste daher zu einer etwas unschönen Lösung greifen und die beiden Kabel mit durch die Durchführung der Tachowelle schieben. Könnte tricky werden, wenn ich die Welle da mal ausbauen muss. Ich hab aber in weiser Voraussicht die Kabel mit reichlich Reserve unterm Armaturenbrett verstaut, so dass ich zur Not die Stecker abkneifen kann.
Als extrem praktisch hat sich übrigens unsere Einziehspirale erwiesen. Damit kann man ganz bequem Kabel irgendwo durch ziehen ohne mit Draht und langen Armen hantieren zu müssen. Kann ich sehr empfehlen!
So kamen zum Beispiel auch die beiden Steckschuhe zum Schalter:
Lichtschalter ausgebaut
Insgesamt war die Installation easy, wenn man den Schaltplan verstanden hatte.
Das Relais funktioniert nun ganz superb. Sobald man die Zündung auf Stufe 2 dreht, hat man 15 Sekunden Zeit den Motor zu starten und dann gehen ganz automatisch das Abblendlicht, die Positionslichter und die Rücklichter an. Stellt man den Motor ab, geht das Licht sofort wieder aus. Nie wieder vergessene Lichter.
Und wenn ich mal Licht brauche, ohne das der Motor läuft, kann ich immer noch den originalen Schalter betätigen und dann geht das Licht auch ohne Schlüssel im Schloss an.
Sehr schön.

Das zweite Projekt war eine Doppelsteckdose für 12V-Verbraucher.
Zwar hat Sir Edward einen Aschenbecher, aber keinen Zigarettenanzünder…
Zum einen soll an die Dose ein MP3-Player dran, um das originale MW/LW-Radio (kein UKW!!) zu entlasten und zum anderen soll ein Steckplatz frei bleiben, wenn ich mal ein Navigationsgerät mit mir rum schleppe. Außerdem kostete die Doppeldose nur 50 Cent mehr als die Einfachdose…
Den Strom wollte ich ebenfalls dem Bordstromkreis entnehmen. Allerdings sollte die Steckdose nur Saft haben, wenn auch der Motor läuft. Damit bat sich der noch freie, zweite Steckplatz von Sicherung 4 (rechts außen) im Motorraum an:
12V-Steckdose Anschluss Sicherungskasten
Dort hängt bisher nur die Heckscheibenheizung dran, die ich mangels Winterbetrieb eh nie benutze. Der provisorische Test verlief zufriedenstellend:
Steckdosen-Test
Das Kabel habe ich dann im Innenraum mittels Spirale über den Motortunnel:
Mitteltunnel Fahrerseite
und im Beifahrerfußraum wieder raus geführt:
Mitteltunnel Beifahrerseite
Plus hatte ich also schon mal. Fehlte nur noch Masse…
Der Nachteil an einem GFK-Auto ist, dass jeder Verbraucher sein eigenes Massekabel braucht. Aber hätte Gott gewollt, dass wir in Stahl-Autos fahren, hätte er nicht den Rost erfunden!
Da ich kein zweites Kabel ziehen wollte, musste ich mich umsehen, was in der Nähe noch so an Massekabeln rum lungert. Leider nicht viel.
Allerdings ist der Scheibenwischermotor dort montiert und der hat auch Kabelschuh-Kontakte:
Scheibenwischermotor
Hätte man also gut mopsen können. Leider meinte Lucas, dass man bei dem Motor nicht die selben Kabelschuhgrößen verwenden muss, wie im restlichen Auto. Sie sind viel kleiner als Standardteile:
Scheibenwischermotor Steckkontakte
Arschlecken also. Das „blau“ das Massekabel ist, brauche ich wohl nicht extra erwähnen, oder? Schwarz oder braun wäre auch zu gewöhnlich…
Zum Glück fand sich noch das Massekabel der hinteren linken Box:
Lautsprecherkabel
Da konnte ich einen Abzweig legen. Die Sicherung der Steckdose verträgt 10A. Das sollte das Kabel aushalten. Hoffe ich zumindest.
Dort gabs also einen schönen Abzweig:
Abzweig 12V-Steckdose
Anschließend noch die Kabel schön verstauen und die Steckdose anbringen:
12V-Steckdose Kabel verstaut
Ich hab die Steckdose wieder mit besagtem Klebeband befestigt. Das macht einen wirklich soliden Eindruck. Löcher in mein unberührtes Armaturenbrett bohren hätte ich nicht übers Herz gebracht.
Nun sitzt die Dose relativ unsichtbar unter dem Handschuhfach:
Handschuhfach mit Steckdose
Schön dezent.

Abschließend wollte ich noch den Mp3-Player mit dem Radio verbinden, damit ich nicht immer diese oldschool Adapterkassette mit schleppen muss.
Also fix die Abdeckkappen links und rechts vom Radio abgenommen und geguckt, wie man das Radio raus bekommt:
Radio
Da konnte ich keinen Haltemechanismus erkennen.
Ein abziehen der Drehknöpfe offenbarte dann das Dilemma:
Radioblende abgenommen
Das Radio wurde offenbar von Reliant eingebaut, bevor das Armaturenbrett verschraubt wurde. Will man es jetzt ausbauen, muss man die Abdeckung aussägen, oder das Armaturenbrett komplett ausbauen….
Das erklärt auch, warum mein Armaturenbrett (im Gegensatz zu vielen Anderen) bisher noch keine Risse bekommen hat. Die Struktur ist durch den kleineren Durchbruch einfach nicht so geschwächt, wie das sonst der Fall ist. Hat alles Vor- und Nachteile….
Naja, dann behalte ich die Kassette einfach erstmal.

Ön/Öff, drauf drüggn!

Sorry, das ihr momentan so wenig von mir hört, aber ich komme einfach nicht zum schreiben. Es ist einiges passiert.
Bevor ich das aufarbeite, brauche ich erst mal eure Hilfe, bei der Bezwingung der schwarzen Magie names „Elektrizität“…
Frei nach dem bekannten Telefonanrufer: „Ne ganze Woche, scheiße, die Scheiße!“
Ich hab diese Woche (u.a.) Sir Edward elektrotechnisch etwas upgedatet. Unter anderem will ich eine Relaissteuerung für die Scheinwerfer installieren, damit ich die Dinger nicht immer vergesse:
Fahrlichtautomatik
Relais liegt hier, aber so richtig schlau werde ich ich nicht aus dem Anschlussplan auf der Packung:
Fahrlichtautomatik Schaltplan
Vergleiche ich diesen Schaltplan nun mit dem des Autos:
Circuit Diagram Reliant Rialto 2
Dann formt sich in meiner Laiensphäre folgende Anschlussreihenfolge:

Relais – Fahrzeug

  • rot – braun am Zündschloss oder Starter Solenoid
  • grün – weiß am Zündschloss (so dass das Licht nur auf Stufe 2 an geht)
  • schwarz – Erde (vielleicht am Starter Solenoid, je nach Montageposition)
  • blau – blau (hinter dem Lichtschalter)
  • gelb – blau (hinter dem Lichtschalter)

Oder hab ich da nen Denkfehler drin?
Das Licht sollte dann unabhängig von der Schalterposition an und aus gehen. Will ich Licht, während ich parke, muss ich einfach nur den Schalter betätigen und das Relais wird umgangen, oder? Gibts da dran was auszusetzen?

Die Engländer sind übrigens völlig wahnsinnig, was elektrische Verkabelungen an geht…. Die Scheinwerfer sind z.B. ohne Sicherung direkt an der Batterie angeschlossen. Da gibts dann auch Abhilfe. Das Relais hat seine eigene 30A-Sicherung in der roten Leitung. Auch Kabelschuhgrößen wurden damals wohl gewürfelt… egal davon später mehr.

Nachtrag: warum hat das Relais eigentlich zwei verschiedene Leitungen zu den Scheinwerfern, wenn Sir Edward nur eine einzige hat? Soll links und rechts durch das Relais unterschiedlich angesteuert werden? Oder ist das um die Last im Kabel zu halbieren?

Nachtrag II: Um meine eigene Frage zu beantworten: Das zweite Kabel ist für die Heckleuchten. Gelb geht also nicht ebenfalls an blau, sondern an rot-grün.

Es werde Licht

Als nächstes auf meiner TÜV-Liste stand noch der Beleuchtungscheck.
Die Scheinwerfer funktionierten ja und nachdem ich die Schrauben optimiert hatte, ließen sie sich auch einstellen.
Ich wählte die rustikale Rechenschiebermethode zum einstellen:

Sehr gute Anleitungen und Skizzen finden sich hier und besonders hier. Leider habe ich auf den Hella-Scheinwerfern keine Prozentangabe zum Neigungswinkel gefunden. Ich hab daher mal 1,2% angenommen. Tobias hat dann den Ballast im Auto gespielt, Vaddern hat vorne am Brett die Markierungen ausgemessen und Kommandos gegeben und ich habe an den Einstellschrauben gedreht. Nachdem wir das Prinzip verstanden hatten und uns auch einig waren, welches „Links“ nun gemeint ist, klappte es ganz gut. Das Ergebnis kann auch nicht so schlecht ausgefallen sein, da der TÜV-Mensch meinte, sie wären gut eingestellt. Sollte also passen. Vielleicht fahre ich irgendwann nochmal in einer Werkstatt vorbei und lasse sie mit einem Messgerät einstellen, um das Maximum an Leuchtweite raus zu holen.
Der nächste Patient war die Nebelschlussleuchte. Die wollte partout nicht leuchten, obwohl Strom durchs Kabel krabbelte. Ich muss aber ausdrücklich betonen, dass der Fehler NICHT bei der besten aller Freundinnen lag, welche die Leuchte montiert hat! ICH hatte die Masseverkabelung nicht anständig gemacht. Konnte sie nix zu. Mit einem neuen Kabelschuh war das dann auch behoben.
Der Check der restlichen Beleuchtung förderte dann weiteres Unbill zutage.
Wenn ich rechts geblinkt habe, ging die rechte Positionsleuchte dauerhaft an. Wenn ich die Positionslichter eingeschaltet habe, leuchteten Positionslicht und Blinker zusammen. Links war alles ok.
Mein erster Verdacht war das Blinkrelais (wie immer der Fehler, das Schlimmste zuerst anzunehmen…). Das Blinkrelais (oben) und das Warnblinkrelais (unten) sind nämlich in Reihe geschaltet:

Leider ist ihr Funktionsprinzip aber genau umgekehrt. Im Blinkrelais öffnet ein Bimetall wenn es heiß wird und unterbricht den Stromkreis = Lampe blinkt. Im Warnblinkrelais schließt ein heißes Bimetall den Stromkreis = Lampe blinkt. Dadurch, dass man aber den Warnblinkschalter selten benutzt, korrodieren dort die Kontakte und nach der Betätigung, geht der Schalter nicht mehr weit genug zurück, um den Blink-Stromkreis wieder zu schließen.
Sollte das Blinkrelais mal den Geist aufgeben, kann man zur Not das Warnblinkrelais umstecken und selbiges überbrücken. Das hat den Vorteil, dass schlechte Erdung nicht so sehr auf die Blinkgeschwindigkeit durchschlägt. allerdings brauchen die Blinker dann auch länger bis sie ansprechen, da das Bimetall erstmal heiß werden muss.
Sollte man dann Ersatz für das Blinkrelais selbst suchen, wird es haarig. Hier ein Bild vom Original Lucas 8FL 12V Type 36:

Das Problem ist nämlich, dass das Relais nur zwei Anschlüsse hat:

98% der verfügbaren Relais haben aber drei Anschlüsse. Das einzige Relais mit zwei Anschlüssen, dass ich gefunden habe und das auch genug Last verträgt (4x21W) ist das Hella 4lz 961 553-122. Das ist aber rund (und passt damit nicht mehr in die Halterung) und soll auch gelöste 25+€ kosten. Dafür bekommt man auch schon ein schönes lastunabhängiges Relais mit dem man auch LED-Blinkleuchten verwenden kann.
Aber genug des Exkurses!
Nachdem ich also von den Preisen der Ersatzrelais erfahren hatte, habe ich erstmal alle anderen Fehlerquellen gechecked. Bei nem Plastikauto ist das immer als erstes (auch wenn ich mich selbst nicht dran gehalten habe) die Masse. Daran liegen 98% der elektronischen Malessen.
Mittlerweile hatte es übrigens das Regnen angefangen. Aber im provisorischen Zeltbau kenne ich mich ja aus:

Also erstmal den Scheinwerfer vorne ausbauen:

Arsch-lecken! Auf die Idee waren schon Menschen vor mir gekommen und hatten dabei den Kreuzschlitz der verrosteten Schraube rund gedreht…
Also ausbohren. Hier das Bilderbuch-Ergebnis:

Nachdem der Regen vorbei war, hab ich dann mit nem Überbrückungskabel eine direkte Masse-Verbindung zur Batterie gelegt. Damit lüppte der Blinker wieder:

Also wirklich Massefehler. Also habe ich alle Masseverbindungen mal aufgearbeitet.
Der Massepunkt am Rahmen sah schon fies aus:

Ist jetzt wieder sauber und hat nen neuen Bolzen bekommen.
Die Kabel am Scheinwerfer wurden gereinigt und mit Lötzinn verstärkt:

Hier übrigens noch ein Doku-Foto von der Fassung, falls die Nachwelt mal eine braucht:

Der Text besagt 21W 5W Seima 427-D. Ist übrigens „Made in France“, wie ich das schon vermutet habe (Man beachte auch die schönen neuen Edelstahlschrauben):

Nachdem die Verkabelung vorne nun wieder ok war, blinkte Sir Edward zwar, aber doch ziemlich müde.
Also gingen Vaddern und ich auch noch das Rücklicht an:

Ist auch mal wieder eine schön englische Konstruktion. einfach die beiden Halterungen auf nen Stück Presspape nieten und das dann mit Nägeln (!) und Dübeln an die Karosse tackern.
Die Dübel kann man natürlich nicht beschädigungsfrei ausbauen. Hier seht ihr ihre ungeschützte Rückseite:

Der Dreckklumpen mit dem Pfeil ist der Dübel mit nem Nagel….
So sahen die Dübel ausgebaut aus:

High-tech…
Als Ersatz gab es nach erfolgter Kontaktpflege mal wieder Edelstahl:

Leider brachte das aber alles keinen Zuwachs in der Blinkgeschwindigkeit.
Erst mit angelassenem Motor nahm auch die Blinkgeschwindigkeit zu. Da war sie dann normal. Na wegen mir….
Somit war auch das Kapitel der Beleuchtung abgehakt.